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FFP-Masken schützen nicht vor dem Coronavirus? Ein Faktencheck

Mithilfe des CE-Kennzeichens belegen Hersteller, dass ihre Produkte erfolgreich ein unabhängiges Nachweisverfahren durchlaufen haben.

Auf Twitter kursieren aktuell Bilder von Gebrauchsanweisungen zu partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP-Masken), auf denen der Hinweis zu lesen ist: „Nicht gegen Partikel radioaktiver Stoffe, Viren und Enzyme.“ Mehr als 500-mal wurde ein entsprechender Tweet inzwischen retweetet. Schützen die FFP-Masken also gar nicht vor dem Coronavirus?

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FFP-Masken werden mit Testaerosolen überprüft

Zuerst einmal ist auf den Bildern weder eine Quelle angegeben, noch ein Datum. Auch der Hersteller der entsprechenden Masken wird nicht genannt. Damit ist es schwer nachzuvollziehen, ob die Gebrauchsanweisungen aktuell sind oder bereits veraltet.

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FFP-Masken, die erfolgreich ein Nachweisverfahren durchlaufen haben, tragen nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte das CE-Kennzeichen. Damit wird unter anderem garantiert, dass die Filterleistung des Mundschutzes der europäischen Norm EN 149:2001+A1:2009 entspricht. Dies wird mithilfe von Testaerosolen überprüft. FFP2-Masken müssen demnach mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Aerosole filtern.

Hersteller übernehmen keine Haftung für Nutzung

Die Fachhochschule Münster, die zur Wirksamkeit von FFP-Masken forscht, weist allerdings darauf hin: „Weder bei den Prüfungen gem. der DIN EN 149:2001+A1:2009 noch in unseren Untersuchungen wird die Filterleistung mit echten Viren getestet.“ Trotzdem lässt sich belegen, dass die Masken auch vor Viren wie Sars-CoV-2 schützen.

Eigenschutz oder Fremdschutz – welche Maske wirkt wie?

Welche Masken gibt es, wen schützen sie und was sollte man beim Tragen von selbst genähten Masken beachten?

Die Testaerosole sind in der Regel mindestens 0,045 Mikrometer bis maximal 1,2 Mikrometer groß. Das Coronavirus hat einen Durchmesser von mindestens 1,0 Mikrometern, wenn es von einer Flüssigkeitshülle ummantelt den Körper verlässt, so die Forscher der Fachhochschule Münster. Trägt eine FFP-Maske also ein CE-Kennzeichen, hat sie die erforderliche Menge an Testaerosolen gefiltert und schützt folglich auch vor Sars-CoV-2, das einen noch größeren Durchmesser als die Prüfaerosole aufweist.

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Dass Hersteller in den Gebrauchsanweisungen dennoch darauf hinweisen, dass die FFP-Masken nicht vor Viren schützen, ist auf Haftungsfragen zurückzuführen. Gegenüber dem Bayrischen Rundfunk teilte Hersteller Uvex beispielsweise mit: „FFP2-Masken sind ursprünglich Arbeitsschutzmasken, die im Handwerk eingesetzt werden. Sie werden deshalb standardmäßig nicht darauf getestet, dass sie vor Viren wie dem Sars-Cov-2-Virus schützen. Daher übernehmen wir keine Haftung für diese Art der Nutzung.“

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