Käsebrot im Homeoffice: Das Beste aus dem Möglichen machen

  • Corona hat uns in einen neuen Alltag gestoßen. Wie arrangieren wir uns damit?
  • Das Autorenteam des RND-Newsletters „Die Pandemie und wir“ ordnet die Nachrichten der Woche ein, gibt Einblicke in wissenschaftliche Erkenntnisse und leistet Hilfestellung für die Krisenzeit.
  • In dieser Woche: Neue Rezepte braucht der pandemiegebeutelte Magen.
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Liebe Leserinnen und Leser,

die Fastenzeit geht los. Schieben Sie zu diesem Anlass womöglich auch die guten Silvestervorsätze weiter, die noch nicht umgesetzt wurden? In meinem Fall ist dabei die Rede von der Homeoffice-Mahlzeit zur Mittagszeit. Seit ich zu Hause verweile, gibt es nicht mehr den Luxus, bei knurrendem Magen zur Betriebskantine zu schlendern und ohne eigenes Zutun einen prall gefüllten Teller mit allerlei Köstlichkeiten vorgesetzt zu bekommen.

Stattdessen läuft es seit Monaten überwiegend auf Käsebrot, Müslischale und lieblos angerichtete Auftaureste vom Wochenende hinaus. Und das, obwohl mein Magen mittags üblicherweise am hungrigsten ist. Vorkochen am Abend ist zwar ehrenhaft, aber mal ehrlich: Dafür fehlt dann doch die Disziplin. Deshalb steht nun der allerletzte Versuch an, neue Rezepte auszuprobieren, die in einer halben Stunde Mittagspause machbar sein sollen. Immerhin einmal hat es diese Woche schon geklappt. Sagen wir mal so: Linsen und Reis sind übergekocht, Zwiebeln und Curryblätter angebrannt, Salz und Kreuzkümmel vergessen worden.

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Für den Erstversuch unter Zeitdruck gäbe es sicherlich kein anerkennendes Nicken von Kochprofis. Psychologen würden die improvisierte Kochkunst zwischen aufgeklapptem Laptop und tickender Wanduhr aber wahrscheinlich gutheißen. Wie uns diese Woche die Burn-out-Expertin Mirriam Prieß erklärte: Im Pandemiestress gehe es vielmehr darum, „das Beste aus dem Möglichen“ zu machen und den Realitäten auf Augenhöhe zu begegnen.

Falls es Ihnen also ähnlich ergeht: Abwechslungsreich essen ist zu empfehlen, sollte aber auch entspannen. Es muss nicht perfekt sein, kann aber Struktur schaffen. Sollten die Rezeptideen ausgehen – ein paar Anregungen für die schnelle Küche zwischendurch finden Sie in unserer Rubrik „Was die Pandemie leichter macht“.

Saskia Bücker

Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.
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Erkenntnis der Woche

Neue Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass der Anteil der B.1.1.7-Mutationen in Deutschland an den untersuchten positiven Testproben binnen zwei Wochen von knapp 6 Prozent auf mehr als 22 Prozent gestiegen ist. Sprich: Wie erwartet, breitet sich die ansteckendere und womöglich doch auch tödlichere Virusvariante in Deutschland weiter aus.

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Virologen und Mathematiker rechnen deshalb trotz Lockdown und Corona-Maßnahmen mit einer dritten Infektionswelle. „Ich erwarte nach der momentanen Datenlage eine dritte Welle erst Mitte bis Ende März“, erklärt der Mathematiker Andreas Schuppert, der an der Technischen Hochschule Aachen (RWTH) Simulationen zum Pandemieverlauf berechnet. Auch der Systemimmunologe Michael Meyer-Hermann geht davon aus, dass die aktuellen Maßnahmen nicht ausreichen, „um diese Entwicklung auszubremsen“.

Alltagswissen

OP- und FFP2-Masken sollten nur im Restmüll entsorgt werden, am besten in einem Extraplastikbeutel, damit die Mitarbeiter von Entsorgungsunternehmen vor möglichen Viren geschützt sind, erläutert die Initiative „Mülltrennung wirkt“. OP-Masken dürfen nicht im Altpapier entsorgt werden – auch wenn das Material wie Papier wirkt oder der Hersteller gar von Papiervlies spricht. Denn das Vlies kann zum Beispiel Polypropylen enthalten, eine Kunststofffaser. Gleiches gilt für die FFP2-Masken, die ebenfalls aus einem Filtervlies hergestellt werden. Auf keinen Fall sollten Schutzmasken in der Toilette hinuntergespült werden – denn anders als Toilettenpapier löst sich dieses Vlies nicht auf. Vielmehr können sich die Masken in der Kanalisation mit anderen Gegenständen verknoten und das Abwassersystem verstopfen.

Zitat der Woche

Wir müssen alles daransetzen, so schnell wie möglich in der Breite zu impfen.

Virologe Christian Drosten erklärt im NDR-Podcast, wieso er den Astrazeneca-Impfstoff für geeignet hält – trotz schlechtem Ruf.

Forschungsfortschritt

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Was macht den einen Corona-Infizierten zur Virenschleuder – und den anderen eben nicht? Eine neue und noch zu begutachtende Studie hat entdeckt, dass nicht nur die Anzahl der Personen, Lüftungsmöglichkeiten sowie Abstands- und Maskenregeln entscheidend für die Aerosolmenge in der Luft sind. Vor allem ältere Studienteilnehmer mit einem höheren Body-Mass-Index (BMI) produzierten in Experimenten mehr Atemtröpfchen.

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Wer ist Superspreader?
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Experimente mit 194 gesunden Studienteilnehmern zeigten, dass manche Menschen mehr Aerosole (Tröpfchen) produzieren als andere.  © Saskia Heinze/RND

Jüngere Personen unter 26 mit einem BMI unter 22 wurden in der Studie hingegen als „low spreaders“ charakterisiert. Sie verteilten in den Experimenten weitaus weniger Partikel in der Luft. Keine Korrelation konnte mit dem Geschlecht hergestellt werden. Grundsätzlich bestehe aber bei allen Personen ein Risiko für Übertragungen, weswegen gerade in Innenräumen bei Versammlungen die Hygieneregeln beachtet werden müssten, betonen die Forscher.

Pandemie im Ausland

Österreich hat seine Corona-Maßnahmen gelockert. Zum ersten Mal haben in der vergangenen Woche wieder alle Geschäfte, Museen und Schulen geöffnet. Restaurants und Hotels sind allerdings noch geschlossen, die österreichische Regierung schließt weitere Lockerungen vor Anfang März aus. Sind die ersten Öffnungen trotz der Ausbreitung der Mutanten leichtsinnig? Von einem „Spiel mit dem Feuer“ spricht der Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Universität Krems. Umso mehr, nachdem sich gerade Tirol zu einem europäischen Hotspot der südafrikanischen Mutante entwickelt hat – mit noch unbekannten Auswirkungen.

Was kommt

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Ab März bekommen alle Bürger in Deutschland ein Anrecht auf kostenlose Corona-Schnelltests. Einige von ihnen können nach erfolgreicher Sonderzulassung wahrscheinlich auch von Laien zu Hause, in der Schule oder im Büro durchgeführt werden. Sie sollen bald in Testzentren des öffentlichen Gesundheitsdienstes, in Arztpraxen, bei Zahnärzten und in Apotheken zu erwerben sein. Auch PCR-Tests dürfen mit einer Aktualisierung der nationalen Testverordnung bald wieder bei weniger spezifischen Corona-Symptomen durchgeführt werden. Also beispielsweise auch bei diffusem Halskratzen und Husten – und nicht erst bei Lungenentzündung und verlorenem Geschmackssinn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und auch viele Wissenschaftler hoffen mit der Ausweitung dieses zusätzlichen Instruments, möglichst schnell auch weniger offensichtlich Infizierte aufspüren zu können. Aber: Ein negativer Test ersetzt nicht die Hygiene- und Abstandsregeln. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Ausweitung der Tests gibt es auch hier zum Nachlesen.

Was die Pandemie leichter macht

Nudelgerichte sind abwechslungsreich und schnell kredenzt. © Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Nach vielen Monaten im Homeoffice fehlt es oftmals an Ideen und Motivation für das Kochen leckerer Gerichte. Oft muss es schnell gehen, und da ist der Griff zur Tiefkühlpizza oder anderen Fertiggerichten häufig die einfachste Option. Es geht aber auch anders, stellte unsere Autorin Melina Runde bei der Suche nach einfachen Rezepten im Internet fest.

Wenn die Mittagspause ruft, könnte beispielsweise die Fetapasta eine schnelle Lösung sein – selbst für Kochanfänger sei sie supereinfach und schnell gemacht. Auch die Zutatenliste ist überschaubar: Cherrytomaten, Olivenöl, Feta, Knoblauch, Nudeln, Salz, Pfeffer und Basilikum. Also ran an die Töpfe – und hier geht es zu diesem und weiteren Rezepten für kurze Pausen im Homeoffice-Alltag.

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gerne direkt bei unserem Redaktionsteam: magazin@rnd.de. Wir freuen uns!

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