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Extrem hohe Inzidenz bei Jüngeren

Karneval als Corona-Treiber? Sieben-Tage-Inzidenz in Köln steigt stark auf über 2300

In Köln durften nur geimpfte Narren mit einem zusätzlichen negativen Test oder einer Booster-Impfung Karneval feiern. Masken tragen brauchten sie allerdings nicht.

Köln. In der Millionenstadt Köln ist die Zahl der nachgewiesenen neuen Corona-Infektionen stark gestiegen. Die Inzidenz in der größten Stadt Nordrhein-Westfalens kletterte am Montag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 2332,7. Der Wert gibt die Zahl der neuen Corona-Infektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner an. Am Vortag hatte er noch bei 2107 gelegen. Da rund eine Woche zuvor das Karnevalswochenende war, wurden weitere Stimmen laut, die sagten, dass ein Zusammenhang zwischen den Feierlichkeiten und den vielen Neuinfektionen bestehen könnte. Eine aktuelle Einschätzung der Stadt stand am Montag zunächst aus.

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Köln: Inzidenz bei 20- bis 29-Jährigen liegt bei über 5000

Besonders deutlich zeigte sich der Anstieg in Köln nach Zahlen des Landeszentrums Gesundheit (LZG) bei den 20- bis 29-Jährigen. Mit Meldedatum vom Sonntag (6. März) lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe bei dem extrem hohen Wert von 5024,3. Am Freitag hatte die Stadt erklärt, der ausgeprägte Anstieg in der Altersklasse könne „ein Anzeichen für Ansteckung im Zusammenhang mit Karneval sein“. Sicher beurteilbar sei der Zusammenhang aber nicht, da die Kontaktnachverfolgung inzwischen erheblich zurückgefahren sei. Zudem habe es ein erhöhtes Maß an Bürgertests gegeben, hieß es. Mit dem Wert 2332,7 lag Köln am Montag auf Platz neun im bundesweiten Vergleich.

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Knapp 700 Mitarbeiter infiziert oder in Quarantäne: Uniklinik Köln verschiebt planbare Operationen

Die Folgen der sprunghaft gestiegenen Corona-Infektionszahlen bekommt auch die Uniklinik Köln zu spüren. „Aktuell sind 689 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsklinikums mit dem Coronavirus infiziert oder befinden sich in Quarantäne“, sagte der Uniklinik-Direktor Edgar Schömig gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Planbare Operationen werden demnach aufgrund der gravierenden Personalausfälle bis auf Weiteres verschoben.

In Köln galt für den Straßenkarneval im öffentlichen Raum die Regel 2G-plus. Genesene oder zweifach Geimpfte brauchten einen aktuellen negativen Test oder eine dritte Impfung (Booster). Masken waren nicht vorgeschrieben. In Kneipen mussten auch Geboosterte einen Test haben.

„Ähnliche Entwicklung wie in Köln“: Inzidenz auch im Rhein-Erft-Kreis nach Karneval gestiegen

In der Woche nach Karneval ist auch die Sieben-Tages-Inzidenz im Rhein-Erft-Kreis deutlich angestiegen, wie eine Sprecherin des Kreises am Montag erklärte. Allein am Donnerstag (03.03.) seien dem Gesundheitsamt durch die Labore 2250 neue Fälle gemeldet worden, was einen neuen Tageshöchstwert in der gesamten Pandemie bedeute. Wegen der hohen Zahl komme es derzeit auch wieder verstärkt zu Rückständen bei der Meldung der Fälle an das RKI. Rechne man die Rückstände ein, betrage die aktuelle 7-Tages-Inzidenz knapp 2000 statt 1467,4, die das RKI nach den vorliegenden Daten am Montag für den Kreis auswies.

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„Wir sehen damit eine ähnliche Entwicklung wie in Köln, wo die Zahl der Neuinfektionen in den Tagen nach Karneval stark angestiegen ist“, stellt der Gesundheitsdezernent des Rhein-Erft-Kreises, Christian Nettersheim, fest. Bei den Altersgruppen seien nicht wie in den vergangenen Wochen die Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren besonders stark betroffen, sondern Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren, was ebenfalls auf einen gewissen Karnevalseffekt hindeute. In dieser Altersgruppe sei die Inzidenz mit knapp 4000 etwa doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.

Aufgrund der geringen Krankheitslast in diesen Altersgruppen rechnet der Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock (CDU), nicht mit negativen Auswirkung auf die Lage in den Krankenhäusern. Wichtig sei, dass Betroffene zu Hause blieben und Quarantäneregeln einhielten.

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Nordrhein-Westfalen: Inzidenz bei über 1100

Landesweit stieg die Corona-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen am Montag laut RKI auf 1132,7 nach 1086,9 am Sonntag und 1076,5 am Montag vor einer Woche. Zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie wurden gemeldet. Die NRW-weit zweithöchste Inzidenz verzeichnete das RKI für den Kreis Borken mit 1878 (Vortag: 1755). Die niedrigsten Werte hatten die Städte Mülheim mit 547 und Oberhausen mit 553.

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Der Sieben-Tage-R-Wert in Nordrhein-Westfalen liege bei 1,05, wie ein Sprecher des LZG am Montag auf Anfrage sagte. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter rechnerisch ansteckt. Aktuell heißt das, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 Menschen anstecken. Bleibt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut die Pandemie ab.

Gleichzeitig nahm die Zahl der Fälle, bei denen Corona-Patienten ins Krankenhaus kamen, etwas ab. Bei der Hospitalisierungsinzidenz nannte das LZG am Montag den Wert 5,84 (Vortag: 5,99). Diese Kennziffer zeigt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion binnen sieben Tagen in NRW ins Krankenhaus kamen. Die Krankenhäuser und die Landesregierung hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass viele Patientinnen und Patienten mit, aber nicht wegen Corona zur Behandlung kommen. In den Kliniken von NRW werden 436 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

RND/dpa/bk

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