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Forscher zu Pandemiebekämpfung: Drastische Reduzierung von sozialen Kontakten nötig

  • Die Präsidenten der wichtigsten deutschen Forschungsinstitute haben eine Stellungnahme zur Pandemiebekämpfung abgegeben.
  • Das wichtigste Instrument sei dabei die strenge und schnelle Beschränkung von Kontakten.
  • Nur damit könne eine Überlastung der Gesundheitsämter vermieden werden.
Michèle Förster
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Der starke Anstieg der positiv auf das Coronavirus Getesteten in Deutschland besorgt die führenden Forschungsinstitute. Die Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordern daher die Politik zum Handeln auf. Sie fordern eine drastische Reduzierung von sozialen Kontakten in der Corona-Krise.

In vielen Nachbarländern seien die Krankenhäuser bereits überlastet und die Sterbezahlen hoch. „Um einen ähnlichen Verlauf der Pandemie in Deutschland noch verhindern zu können, müssen jetzt klare Entscheidungen getroffen und schnell umgesetzt werden“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

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Überlastete Gesundheitsämter werden zum Problem

Das größte Problem stellt für die Wissenschaftler eine Überlastung der Gesundheitsämter dar. Bereits jetzt sei es in vielen Regionen aus Kapazitätsgründen nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen. Bei der Eindämmung der Pandemie spielen die Gesundheitsämter jedoch eine zentrale Rolle. Denn sie verfolgen Kontakten infizierter Person nach und isolieren diese. So können Infektionsketten unterbrochen werden.

In der Erklärung heißt es, jeder infizierte Kontakt, der den Gesundheitsämtern entgeht, könne der Keim einer neuen Infektionskette sein. Diese unwissentliche Übertragung des Virus könnte zu einem unkontrollierten exponentiellen Wachstum der Fallzahlen führen, befürchten die Experten. Und einige Ämter sind bereits überlastet. Dagegen hilft laut den Forschungsinstituten nur eins: „Um diese Nachverfolgung wieder zu ermöglichen, müssen Kontakte, die potenziell zu einer Infektion führen, systematisch reduziert werden.“

Kontakte zu reduzieren ist die wichtigste Maßnahme

Denn die Kontaktreduktion ist in den Augen der Wissenschaftler das derzeit wichtigste Instrument, um die Kontrolle über die Pandemie zurückzugewinnen. Einer Simulation des Pandemieverlaufs zufolge reiche selbst die Halbierung der Kontakte jeder Person nicht mehr aus, um die Zahl von Neuinfektionen zu senken. In ihrer Stellungnahme plädieren die Wissenschaftler daher dafür, die Kontakte ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen „in allen Bundesländern sowie in allen Landkreisen und Städten nach bundesweit einheitlichen Regeln“ auf ein Viertel zu senken. Nur dadurch könne die Pandemie eingedämmt werden. Gemeint sind damit alle Kontakte, die ohne die aktuell geltenden Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen stattfinden.

Deshalb sei nun schnelles Handeln erforderlich. „Je früher eine konsequente Reduktion von Kontakten ohne Vorsichtsmaßnahmen erfolgt, desto kürzer können diese andauern und desto weniger psychische, soziale und wirtschaftliche Kollateralschäden werden diese verursachen“, mahnen die Experten. Dabei spiele zusätzlich auch die strikte Einhaltung der AHA+L+A-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften und Corona-Warn-App) eine Rolle.

„Das Ziel muss es sein, die Fallzahlen so weit zu senken, dass die Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung wieder vollständig durchführen können“, heißt es weiter. Dann könnten auch die Kontaktbeschränkungen wieder vorsichtig gelockert werden, ohne dass unmittelbar eine neue Welle der Pandemie drohe.

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