Justin Bieber erkrankt: Was sind Lyme-Borreliose und Pfeiffer-Drüsenfieber?

  • Der kanadische Sänger Justin Bieber ist an Lyme-Borreliose erkrankt.
  • Auch mit dem Pfeiffer-Drüsenfieber habe er zu kämpfen gehabt, teilte er mit.
  • Worum handelt es sich dabei - und wie behandelt man die Krankheiten?
Talisa Moser
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Der kanadische Sänger Justin Bieber (25) hat über Instagram bekannt gegeben, an Lyme-Borreliose und dem Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt zu sein. Schon vor längerer Zeit hatte er sich infiziert, die Krankheit wurde allerdings jetzt erst erkannt.

Was sind das für Krankheiten und wie äußern sie sich?

Borreliose

Borreliose (auch: Lyme-Borreliose) ist eine Infektionskrankheit, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Verursacht wird sie durch Bakterien der Art Borrelia burgdorferi. Die Erkrankung kann unterschiedlich schwer verlaufen und die Haut, das Nervensystem, die Gelenke und das Herz befallen, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Häufig geht die Infektion ohne Symptome einher. Falls es zu Beschwerden kommt, können diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlicher Intensität auftreten. Deswegen ist eine Erkrankung an Borreliose oft schwer zu erkennen.

Ein typisches Warnsignal ist laut BZgA die Wanderröte (Erythema migrans), eine mindestens fünf Zentimenter große, ringförmige Hautrötung mit einer blassen Mitte. Sie breitet sich normalerweise über drei bis 30 Tage vom Stich immer weiter aus. Dazu kommt es häufig zu Symptomen wie Fieber, Lymphknotenschwellungen und Muskel-und Gelenkschmerzen.

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Bleibt eine Borreliose unbemerkt und wird nicht behandelt, kann sie das Nervensystem befallen. Man spricht von einer Neuroborreliose. Beschwerden wie Gesichtslähmung, Taubheitsgefühl, Seh- und Hörstörungen oder Lähmungen des Rumpfes, der Beine oder Arme, beginnen meist wenige Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich.

Eine frühe Behandlung mit Antibiotika ist wichtig, um schwerere Krankheitsverläufe zu verhindern. Am besten schützt man sich, indem man in Zeckengebieten lange und helle Kleidung trägt. Zecken-abweisende Mittel sind außerdem eine Möglichkeit, sich zumindest für eine begrenze Zeit vor Zecken zu schützen.

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Justin Bieber hat sich mit Borreliose infiziert
0:45 min
Der kanadische Popstar Justin Bieber hat sich nach eigenen Angaben mit Lyme-Borreliose infiziert.  © AFP

Pfeiffersches Drüsenfieber

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine Virusinfektion, die durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen wird, informiert der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Es tritt besonders häufig bei jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren auf und wird hauptsächlich über den Speichel übertragen.

Eine Erstinfektion mit dem Virus verläuft nicht immer identisch. Die Inkubationszeit beträgt bei Jugendlichen und Erwachsenen 30 bis 50 Tage, bei Kindern ungefähr 10. Die häufigsten drei Symptome sind Fieber, geschwollene Lymphknoten am Hals und Nacken und eine Entzündung im Rachenbereich mit grauem Belag auf den Mandeln.

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Die Erkrankung beginnt meist wie eine typische Grippe mit Unwohlsein, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit. Das Fieber kann im Krankheitsverlauf immer wieder steigen und sinken. Geht das Virus auf die Leber oder Milz über, kann dies Übelkeit und Bauchschmerzen auslösen.

Normalerweise ist die Infektion nach drei Wochen überstanden, es kann allerdings einige Monate dauern, bis der Patient wieder voll leistungsfähig ist. Ist man einmal infiziert, bleibt man lebenslang Träger der Erreger und die Krankheit kann, wenn auch in abgeschwächter Form, immer wieder ausbrechen. In seltenen Fällen erkranken Menschen chronisch am Pfeifferschen Drüsenfieber.


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