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Jura-Student hatte geklagt: ADHS ist kein Grund für einen Prüfungsrücktritt

  • Studierende können deshalb eine ADHS-Diagnose nicht zum Anlass nehmen, von einer Prüfung an der Hochschule zurückzutreten.
  • ADHS ist prüfungsrechtlich als Dauerleiden zu bewerten, zeigt ein Urteil.
  • Ein Jura-Student hatte geklagt.
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Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalens hat nach der Klage eines Jura-Studenten entschieden, dass eine ADHS-Erkrankung im Erwachsenenalter nach gegenwärtigem Forschungsstand nicht heilbar sei und deshalb nicht zum Rücktritt von Prüfungen berechtige. Der im Studiengang Bachelor of Laws eingeschriebene Kläger war nach der Diagnose von ADHS von erfolglosen Prüfungsversuchen zurückgetreten und wollte einen neuen Prüfungstermin gewährt bekommen.

ADHS ist nicht heilbar, "Normalzustand" nicht erreichbar

Die Erkrankung ADHS im Erwachsenenalter sei nicht heilbar, auch weil die genauen Ursachen der Erkrankung nicht bekannt seien. Die medizinische Behandlung durch Psychotherapie und Medikamente sei auf das Ziel der Verbesserung der Alltagskompetenzen und der Lebensqualität gerichtet. Die angestrebte Persönlichkeitsveränderung hin zu einem prüfungsrechtlichen "Normalzustand", der als "gesund" oder jedenfalls im Wesentlichen "symptomfrei" zu bewerten sei, könne nicht hinreichend sicher erreicht werden. Das wäre nur dann der Fall, wenn ein solcher Behandlungserfolg nur ausnahmsweise nicht erreichbar wäre, urteilt das Oberverwaltungsgericht.

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Kläger kann Revision beim Gericht einlegen

Somit handele es sich beim Krankheitsbild ADHS nicht um eine zeitweise Beeinträchtigung des physischen oder psychischen Zustandes, sondern um einen dauerhaften. Gegen das Urteil kann der Kläger Revision beim Bundesverwaltungsgericht einlegen.

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RND/dpa