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Ärztin zeigt sich irritiert: Budesonid schon tausendfach erfolgreich angewendet, doch keiner hat sie ernst genommen

  • Das Asthmamittel Budesonid gilt als neuer Hoffnungsträger bei der Behandlung von Covid-19: Grund ist eine neue Studie von Forschern der Universität Oxford.
  • Nun meldet sich eine Ärztin aus Österreich per Twitter zu Wort.
  • Sie habe den Nutzen des Medikaments schon viel früher erkannt, sei aber von niemandem ernst genommen worden.
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Das Asthmamittel Budesonid hat in einer Studie der Universität Oxford Patienten mit Covid-19-Symptomen geholfen. Nun schreibt die österreichische Ärztin Lisa-M. Kellermayr bei Twitter, dass sie das Medikament bereits seit Längerem einsetzt und von seinem Nutzen längst überzeugt war, aber kaum Gehör gefunden habe.

„Liebe Firma @Astrazeneca, liebe Krankenkassen, lieber @rudi_anschober (der österreichische Gesundheitsminister, Anmerkung der Redaktion): Wir haben in Österreich Covid-PatientInnen zu Hunderten bis Tausenden (!!!!!) mit Budesonid behandelt!“, twittert Kellermayr.

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Sie habe „hundertfach mit eigenen Augen gesehen“, wie sehr das Medikament helfe, und im Oktober auch bereits auf einer Fortbildung darüber gesprochen, sei aber nicht ernst genommen worden. Die Medien hätten erst berichtet, als Karl Lauterbach darüber bei Twitter geschrieben habe. „Jetzt wo die Studie da ist, wird sie ebenfalls gefeiert, obwohl darin nur 73 Patienten mit Budesonid behandelt wurden. SERIOUSLY?!?!“ so Kellermayer in einem anderen Tweet.

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Die Medizinerin spekuliert auch über die Gründe, aus denen sie nicht gehört worden sei: „Liegt es daran, dass ich a) eine Frau bin, b) jung bin, c) „nur“ eine Allgemeinmedizinerin bin, d) alle Antworten sind richtig? Oder anders formuliert: Hätten wir Menschenleben retten können, wenn ich ein älterer Herr wäre?“, schreibt Kellermayr.

Kellermayr berichtet zudem, die Firma Astrazeneca hätte sie in der Vergangenheit bereits kontaktiert, sie aber nicht ermutigt, sondern vielmehr gewarnt und auf fehlende Studien zur Anwendung von Budesonid bei Covid-19 hingewiesen. Astrazeneca vertreibt sowohl Asthmainhalatoren mit Budesonid als auch einen Impfstoff gegen Covid-19.

Budesonid: Mittel aus der Gruppe der Cortisone

Budesonid ist ein sogenanntes Glucocorticoid und zählt zur Gruppe der Cortisone: genau wie der Wirkstoff Dexamethason, der von der europäischen Arzneimittelagentur schon länger zur Behandlung schwerer Verläufe von Covid-19 empfohlen und bereits standardmäßig eingesetzt wird. Cortisone hemmen Entzündungsreaktionen und überschießende Immunreaktionen des Körpers, die auch im fortgeschrittenen Stadium von schweren Covid-19-Verläufen eine wichtige Rolle spielen.

Dexamethason wird eingesetzt, wenn Patienten beatmungspflichtig werden. Studien zufolge kann es die Sterblichkeit dann um bis zu 30 Prozent senken. Zu einem frühen Zeitpunkt oder bei leichten Verläufen von Covid-19 wird das Medikament hingegen nicht empfohlen und scheint auch nicht zu helfen. Es wird sogar befürchtet, dass es im frühen Stadium einer Infektion die natürliche Abwehrreaktion des Körpers hemmen und dadurch mehr schaden als nützen könnte. Bei Budesonid scheint sich dieser Effekt aber nicht einzustellen. Es scheint vielmehr anders als Dexamethason schon im frühen Stadium zur Behandlung von Covid-19 geeignet zu sein.

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