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Jugendarmut: Pandemie verschärft Situation am Ausbildungs- und Wohnungsmarkt

  • Die Corona-Pandemie schränkt das Leben von Jugendlichen in vielen Bereichen ein.
  • Wie eine neue Studie ergab, ist auch das Armutsrisiko für sie höher.
  • Laut dem „Monitor Jugendarmut 2020“ sind die Chancen für einen Ausbildungsplatz und bezahlbaren Wohnraum erheblich gesunken.
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Düsseldorf. Mehr als drei Millionen Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland sind einer Studie zufolge gefährdet, in Armut abzugleiten. Prekär sei insbesondere die Situation für junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren, heißt es im „Monitor Jugendarmut 2020“, den die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit am Donnerstag in Düsseldorf vorstellte. Die Corona-Pandemie verschärfe die schlechten Teilhabechancen von Jugendlichen aus armen Familien zusätzlich.

Weniger Ausbildungsplätze durch Corona-Pandemie

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Schon bei der schulischen Bildung würden arme Jugendliche abgehängt, deren Eltern sich nicht um das Bildungs-"Management" ihrer Kinder kümmern könnten, sagte Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. Für digitalen Unterricht, der durch die Corona-Pandemie unumgänglich geworden sei, fehlten häufig notwendige Geräte wie Computer oder Tablets. Auch Jugendliche, deren Eltern kein oder kaum Deutsch sprechen, seien stark benachteiligt.

Düster sieht es laut Jugendarmutsmonitor auch am Ausbildungsmarkt aus: Danach stehen in diesem Jahr – vermutlich aufgrund der Coronakrise – bislang 47.000 Ausbildungsplätze weniger zur Verfügung als 2019. Die Bundesjugendsekretärin des DGB, Manuela Conte, forderte daher eine gesetzliche Ausbildungsgarantie. Ein weiteres Problem stellten hohe Mieten dar. Im Durchschnitt verdienten Auszubildende 939 Euro im Monat, davon könnten sie Mieten von durchschnittlich etwa 500 Euro nicht finanzieren. Conte warnte vor „Armutslaufbahnen bis zur Rente“. Viele junge Menschen hätten bereits Schulden.

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Bezahlbarer Wohnraum wird zum Problem

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit forderte eine Kinder- und Jugendgrundsicherung und vor allem in Großstädten mehr bezahlbaren Wohnraum. Die Vorsitzende des katholischen Jugendverbandes, Lisi Maier, plädierte zudem für Hilfsangebote, die Arbeitsvermittlung, Wohnraumbeschaffung und Schuldenberatung verzahnen.

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Den "Monitor Jugendarmut" hat die katholische Bundesarbeitsgemeinschaft bereits zum sechsten Mal veröffentlicht. Es ist eine Auswertung aktueller Statistiken über junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren. In diesem Jahr liegt der Fokus auf ihren Teilhabechancen in verschiedenen Bereichen wie Ausbildung, Wohnen und digitalem Lernen.

RND/epd

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