Jeder Fünfte könnte sich eine Schönheits-OP vorstellen

  • Um dem Ideal eines makellosen äußeren Erscheinungsbilds gerecht zu werden, setzen einige auf Schönheitsoperationen.
  • Laut einer aktuellen Umfrage ist die Bereitschaft zu einem Eingriff in den letzten Jahren angestiegen, in Deutschland nur leicht.
  • Inzwischen kann sich jeder Fünfte eine solche kosmetische Behandlung vorstellen.
David Sander
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Lidkorrektur, Brustvergrößerung, Fettabsaugung oder Haartransplantation. Endlich wieder glücklich sein – endlich wieder zufrieden sein mit dem eigenen Körper. Ein Grund, der Menschen dazu veranlasst, eine Schönheitsoperation über sich ergehen zu lassen. Manche erhoffen sich auch eine gesteigerte Attraktivität, ein höheres Selbstbewusstsein und ein jüngeres Aussehen.

Die Zahl der Schönheitsoperationen in Deutschland ist laut Vereinigung der deutschen ästhetisch-plastischen Chirurgen (VDÄPC) 2018 um 9 Prozent gestiegen. Dafür macht die VDÄPC soziale Medien mitverantwortlich. Gerade junge Frauen möchten häufig, so die Herausgeber der Ärzte-Befragung, ihren Online-Vorbildern optisch nahe kommen – auch wenn deren Selfies oft stark bearbeitet sind. „Virtuelle Schönheit ist nicht medizinische Realität", warnt die VDÄPC. Trotzdem steigt die Bereitschaft der Deutschen, sich unters Messer zu legen, leicht an – wie aus einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse hervorgeht.

Vor allem Frauen sind Schönheits-OPs gegenüber aufgeschlossen

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In einer Umfrage von vor zehn Jahren (2010) konnte sich noch jeder sechste Befragte zwischen 16 und 65 Jahren einen ästhetisch chirurgischen Eingriff vorstellen. Inzwischen ist es jeder Fünfte, wie die Zahlen der neuen Umfrage zeigen. Dabei sind es vor allem Frauen (23 Prozent) und die mittlere Altersgruppe der 30 bis 44-Jährigen (29 Prozent), die einer solchen kosmetischen Behandlung offen gegenüberstehen. Laut der aktuellen KKH-Umfrage haben vier Prozent bereits eine Schönheitsoperation bei sich durchführen lassen.

© Quelle: KKH Kaufmännische Krankenkasse

Weniger beliebt: Brustvergrößerungen

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Doch bei Schönheitsoperationen ist nicht nur, wie viele annehmen, von einer Brustvergrößerung die Rede – eher im Gegenteil. So würden sich aktuell lediglich fünf Prozent der weiblichen Befragten, die eine OP generell befürworten, die Brüste vergrößern lassen. Hingegen könnten sich sogar 13 Prozent eher eine Brustverkleinerung vorstellen. Den Umfragen ist zu entnehmen, dass das vor zehn Jahren noch andersherum war. Gleiches gilt für Nasenkorrekturen: Im Jahr 2010 konnten sich 28 Prozent der Befragten eine solchen Operation vorstellen – 2020 sind es nur noch sechs Prozent.

Augenkorrekturen vor Fettabsaugungen

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Auch die Befürworter von Fettabsaugungen sind im Zehn-Jahres-Vergleich weniger geworden. 2010 noch an erster Stelle der „Wunschliste”, können sich 2020 nur noch 25 Prozent für Fettabsaugungen begeistern. Wohingegen Augenkorrekturen jetzt an der Spitze die begehrtesten Schönheitsoperationen sind. Gerade für die 45- bis 65-Jährigen käme ein solcher Eingriff in Frage: Jeder Zweite würde sich die Augenlider oder die Augenform korrigieren lassen. Auf Platz drei landet die Gesichtsstraffung (20 Prozent), danach eine Korrektur des Doppelkinnes (17 Prozent) und Botox spritzen (14 Prozent).

Angst vor Operationsrisiken ist gesunken

Zudem zeigen die Zahlen der KKH-Umfrage, dass die Angst vor Risiken in allen Bereichen deutlich gesunken ist. Mögliche Komplikationen wie Narben, Infektionen oder Schmerzen schreckten 2010 noch rund zwei Drittel ab – aktuell macht sich lediglich jeder Zweite deshalb Sorgen. Ebenso rückläufig ist die Angst vor Risiken während der OP und die Befürchtung, das Ergebnis könnte hinterher nicht den Erwartungen entsprechen.

Die KKH findet diese Entwicklung bedenklich, die Menschen würden die medizinischen Risiken als problemloser einschätzen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass jeder Eingriff im Vorfeld gut überlegt sein sollte, da jeder Eingriff mit Komplikationen einhergehen könne.

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Mehrheit lehnt Schönheits-OP ab

Bei allen bedenklichen Entwicklungen – für die Mehrheit (79 Prozent) kommt ein kosmetischer Eingriff grundsätzlich nicht in Frage. Für 82 Prozent der Befragten seien diese Schönheitsmakel Zeichen von Individualität. Zudem meinten drei Viertel, dass sie mit ihrem Aussehen voll und ganz zufrieden seien, so würden sie sich einer Schönheitsoperation gar nicht oder nur eventuell unterziehen.

Wer sich entscheidet, einen operativen Eingriff durchführen zu lassen, sollte auf Seriosität bei der Wahl des behandelnden Arztes achten, empfiehlt die VDÄPC. Die Verbraucherzentrale hat dazu hilfreiche Informationen auf ihrer Internetseite veröffentlicht, die Tipps rund um qualifizierte Ärzte, Kosten, ärztliche Aufklärungspflicht und den Umgang mit Schönheitsoperationen vor, während und nach dem Eingriff beinhalten.

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