Italien vermeldet höhere Zahl an Corona-Opfern

  • Italien hat eine Zunahme von Corona-Todesfällen vermeldet.
  • Das hat damit zu tun, dass Opferzahlen aus dem April nachgereicht wurden.
  • Italiens Premier Giuseppe Conte will die strengen Corona-Regeln derweil lockern.
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Rom. Mit 474 weiteren Todesfällen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen hat Italien am Samstag den größten Anstieg der Opferzahl seit elf Tagen gemeldet. Die täglich vom Zivilschutz mitgeteilte Zahl neuer Todesopfer ist nun so groß wie seit dem 21. April nicht mehr, als die Behörde von 534 weiteren Toten berichtet hatte. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass 282 Menschen aus der Lombardei, die außerhalb der Krankenhäuser gestorben waren, nachträglich hinzugefügt wurden. Die Todeszahl binnen 24 Stunden liegt somit bei 192.

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Chronologie des Coronavirus
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Der Beginn des verheerenden Coronavirus war vermutlich ein Tiermarkt in Wuhan/China. In nur wenigen Wochen erreichte das Virus auch Europa.  © RND

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieser Meldung fehlte die essenzielle Information, dass 282 Todesopfer nachträglich hinzugefügt wurden.

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Insgesamt starben in Italien bisher 28.710 Menschen nach Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus, wie aus den Zahlen des Zivilschutzes hervorgeht. Die Gesamtzahl der Infektionen betrage nun 209.328, ein Plus von 1900 seit Freitag. Mit 0,9 Prozent gehört die Erhöhung binnen eines Tages gemeldeter Ansteckungen zu den niedrigsten Anstiegen, die während der Pandemie in Italien erfasst wurden. Das Land gilt in Europa als am stärksten von der Seuche betroffen.

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Italien wird am Montag mit der Durchführung Antikörper-Bluttests auf das Coronavirus beginnen. Das kündigte der für Covid-19 zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri an. Die Regierung wird die ersten 150.000 Antikörper-Bluttests nach eigenen Angaben an einer Stichprobe der Bevölkerung durchführen. Zudem wurden Nasenabstrich-Tests in alle Landesteile gebracht.

Ausgangssperren in Italien werden gelockert

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Am Montag lockert die italienische Regierung zudem die strengen Ausgangssperren, die seit zwei Monaten gelten. Dann dürfen rund 60 Millionen Menschen wieder zum Sport oder Spazierengehen nach draußen. Auch fahren Industrie und Bauwirtschaft langsam wieder ihre Produktion hoch. Vier Millionen Menschen könnten am Montag wieder zur Arbeit. Viele Geschäfte, Restaurants, Bars und kulturelle Einrichtungen bleiben aber bis zum 18. Mai geschlossen.

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Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat mehr Lockerungen der strengen Ausgangsbeschränkungen in Aussicht gestellt. „Ich bin sicher, dass sich bei Einhaltung der Regeln die Ansteckungskurve in einigen Gebieten erheblich verlangsamen wird“, erklärte er am Freitag auf Facebook.

EU schickt Italien Schutzmasken

Die EU kommt derweil mit dem Aufbau einer strategischen Reserve an Schutzausrüstung in der Corona-Krise voran und liefert weitere 330.000 FFP2-Masken nach Spanien, Italien und Kroatien. Dies teilte EU-Krisenkommissar Janez Lenarcic am Samstag mit. Deutschland und Rumänien hätten sich als erste EU-Staaten zur Lagerung des gemeinsamen Vorrats bereit erklärt.

Wegen der Knappheit und der Verteuerung von Schutzkleidung und Masken in der Krise hatte die EU-Kommission im März den Aufbau einer strategischen Reserve für alle EU-Staaten angekündigt. Konkret funktioniert das so, dass die EU zwar die Anschaffung voll finanziert, einzelne Mitgliedstaaten aber Kauf und Lagerung übernehmen. Die Bestände werden dann dorthin gebracht, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

RND/dpa/AP

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