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Intensivmediziner fordern Sommerfahrplan – und warnen vor brasilianischer Corona-Mutation

  • Der verschärfte Lockdown im April sei ein Supermarathon für alle, aber notwendig, sagt der Vorsitzende der Intensivmediziner in Deutschland.
  • Die Politik müsse nun bis Ostern einen Fahrplan für die Pandemiebekämpfung im Sommer entwickeln – und schnell impfen.
  • Sorge bereiten den Intensivmedizinern die brasilianische Virusvariante und die hohe Belastung durch wieder mehr Covid-19-Patienten.
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Die Vertreter der Intensivmediziner in Deutschland begrüßen die beschlossene Lockdownverschärfung von Bund und Ländern. „Das ist jetzt wirklich ein Supermarathon für uns alle“, sagte Gernot Marx, Vorsitzender der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten hätten damit auf das Einsetzen der dritten Welle reagieren müssen. „Und wir sind eben schon mittendrin.“

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Im Video: Divi-Präsident Marx begrüßt MPK-Beschlüsse – warnt aber vor brasilianischer Mutation
5:28 min
Prof. Gernot Marx, Chef der deutschen Intensivmediziner, sieht die neuen Lockdownmaßnahmen als richtig an – äußert im Videointerview dennoch einige Sorgen.  © RND

Marx appellierte an die Politik, bis nach Ostern einen Fahrplan zu entwickeln, aus dem klar ersichtlich werde, wie viele Impfdosen zu erwarten sind, wie getestet wird und wie mit Geimpften und Nicht-Geimpften umgegangen werden sollte, „damit wir einen vernünftigen Weg bis in den Sommer und vielleicht bis in den September hinein gestalten können.“ Er hoffe darauf, die Pandemie bis Ende September erfolgreich gemeinsam bewältigt zu haben.

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Sorge wegen brasilianischer Corona-Mutation – Impferfolge in Aussicht

Die Intensivstationen seien zu Beginn der dritten Infektionswelle im März mehr belastet als noch im Winter. Stand Montag seien 3145 Covid-19-Patienten auf den Stationen – das sind 89 mehr als am Vortag. Zum Vergleich: Zu Beginn der zweiten Welle habe man rund 2000 Patienten betreut. „Wir starten jetzt auf sehr hohem Niveau, das besorgt uns wirklich sehr“, sagte Marx dem RND.

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Grundsätzlich seien die Intensivmediziner aber sehr zuversichtlich, dass Deutschland weiter auf einem guten Weg sei. Für Mitte Mai seien unter anderem zehn Millionen Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson angekündigt. „Ich gehe davon aus, dass wir große Impferfolge sehen werden“, sagte Marx. Der Divi-Präsident warnte allerdings vor einer möglichen Ausbreitung der brasilianischen Variante. „Hier müssen wir sehr aufpassen.“ Das deute darauf hin, dass in den kommenden Wochen und Monaten von Reisen abzusehen sei – so schwer das auch falle.

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Die Variante P.1 bereitet Wissenschaftlern nach ersten Analysen besonders Sorge, weil sie wahrscheinlich übertragbarer ist und den Immunschutz Corona-Genesener aussetzen kann. Auch den Impfschutz könnte sie verringern.

RND/sbu

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