Inklusionsaktivist: Menschen mit Behinderung in Pandemie stark benachteiligt

  • Der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen kritisiert den Umgang von Menschen mit Behinderungen in der Corona-Pandemie.
  • Betroffene, die zuhause leben, würden bei den Corona-Schutzmaßnahmen eher vergessen als die, die in Einrichtungen leben.
  • Der Inklusionsaktivist fordert außerdem mehr Gebärdensprach-Dolmetschung.
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Berlin. Der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen sieht Menschen mit Behinderung in der Corona-Pandemie stark benachteiligt. „Ich mache mir große Sorgen insgesamt über die Situation behinderter Menschen in Deutschland in Zeiten dieser Pandemie“, sagte er am Dienstag in einem Videogespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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Täglich erreichten ihn sehr viele E-Mails von besorgten Betroffenen, die das Gefühl hätten, dass diejenigen, die zuhause leben, bei den Corona-Schutzmaßnahmen eher vergessen würden im Vergleich zu denen, die in Heimen oder Einrichtungen leben.

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Inklusionsaktivist fordert mehr Gebärdensprach-Dolmetschung

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„Von Menschen mit Behinderung lebt ein Großteil zuhause und wird von Assistenzen, von Angehörigen oder Freunden versorgt und gepflegt“, sagte Krauthausen. „Und diese Menschen erhalten von vorne bis hinten gar keinen Schutz, keine Masken, keine Desinfektionsmittel.“ Sie kämen auch viel schwerer an Corona-Tests als Menschen in Heimen oder Einrichtungen. Auch bei den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) tauchten sie so gut wie gar nicht auf. Krauthausen betonte, er würde sich auch gegen das Virus impfen lassen, sei dafür aber vorerst nicht vorgesehen.

Krauthausen, der selbst im Rollstuhl sitzt, äußerte gegenüber Steinmeier den Wunsch, Informationen für die Bevölkerung über die aktuelle Situation barrierefrei anzubieten. „Das heißt, dass wenn die Kanzlerin spricht, wenn der Gesundheitsminister spricht oder wenn Sie sprechen, möglichst auch Gebärdensprach-Dolmetschung stattfindet.“ In anderen Ländern gebe es das längst. „Da kann Deutschland besser“, sagte Krauthausen, worauf Steinmeier „Gebe ich Ihnen zu“ erwiderte. „Wir sind auch dabei, einzuüben, dass wir mehr öffentliche Ansprachen in Gebärdensprache aussenden. Aber es geht halt nicht überall.“

RND/dpa

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