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Studie: Übersterblichkeit in Indien zehnmal höher als gemeldet – bis zu 4,7 Millionen Todesfälle möglich

  • Nach Regierungsangaben sind in Indien mehr als 414.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.
  • Eine Studie kommt allerdings zu dem Schluss, dass die Übersterblichkeit diese offizielle Zahl um das Zehnfache übersteigt.
  • Laut dem Bericht könnten bis Juni 2021 zwischen drei Millionen und 4,7 Millionen Menschen in Indien gestorben sein.
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Neu Delhi. In Indien könnte die Übersterblichkeit die offizielle Zahl der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie nach jüngsten Forschungsergebnissen um das Zehnfache übersteigen. Nach Regierungsangaben sind mehr als 414.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, die meisten Expertinnen und Experten halten diese Zahl allerdings für deutlich zu niedrig. Ein am Dienstag veröffentlichter Bericht schätzt die Übersterblichkeit von Januar 2020 bis Juni 2021 auf zwischen drei Millionen und 4,7 Millionen Menschen.

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Völlige Überlastung: Möglicherweise fehlen Zahlen

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Genaue Angaben ließen sich wohl nicht herausfinden, doch liege die wahre Zahl der Todesopfer „wahrscheinlich um eine Zehnerpotenz höher als die offizielle Zählung“. In den Zahlen der Regierung seien Todesfälle in überforderten Krankenhäusern oder in Phasen der völligen Überlastung des Gesundheitssystems insbesondere während des enormen Anstiegs der Infektionszahlen im April möglicherweise nicht enthalten, heißt es in dem Bericht. Er wurde von Arvind Subramanian, dem früheren wirtschaftlichen Chefberater der indischen Regierung, und zwei weiteren Forschern am Zentrum für Globale Entwicklung und der Harvard-Universität veröffentlicht.

Größte humanitäre Katastrophe seit 1947

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„Die wahren Todeszahlen liegen vermutlich bei mehreren Millionen, nicht Hunderttausenden“, heißt es. Dies mache die Pandemie wohl zur größten humanitären Tragödie seit der Teilung des britisch regierten Subkontinents in zwei unabhängige Staaten, Indien und Pakistan, 1947. Bei Konflikten zwischen Hindus und Muslimen kamen damals mehr als eine Million Menschen ums Leben.

RND/AP

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