In Deutschland läuft’s: So halten sich die Deutschen am liebsten fit

  • Die Corona-Krise hat die Vielfalt der möglichen Sportarten deutlich eingeschränkt.
  • Doch wie sah es vor Corona-Zeiten aus? Eine Umfrage hat die Deutschen nach ihren Fitnessvorlieben gefragt.
  • Joggen und Rückentraining zählen zu den beliebtesten Sportarten – und sind auch während der Krise möglich.
Ben Kendal
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Hannover. Gewichteheben im Fitnessstudio, Training auf dem Fußballplatz und Jazz Dance im Tanzraum: Wegen der Corona-Krise waren in den vergangenen Wochen viele Sportarten nicht möglich. Menschen mussten sich mit Sport in den eigenen vier Wänden oder alleine im Freien zufriedengeben. Doch mit den Ausweitungen der Corona-Lockerungen werden auch wieder andere sportliche Betätigungen möglich. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hat untersucht, wie sich die Deutschen fit halten.

Laufen ist beliebteste Sportart – vor und während Corona-Krise

Die beliebteste Sportart Deutschlands ist der Laufsport, wie die Umfrage aus Januar ergeben hat. So gaben 60 Prozent der 1003 Befragten an, sich gerne die Turnschuhe für eine Runde Joggen oder Walken zu schnüren. Der Laufsport ist demnach unter allen Altersgruppen zwischen 18 und 70 Jahren bei Frauen und Männern der am häufigsten ausgeübte Sport – und zwar nicht nur vor, sondern besonders in der Corona-Krise: „Ob Fitnessfans, die auf ihren eigentlichen Sport verzichten mussten oder Sportmuffel, die es in den eigenen vier Wänden nicht mehr ausgehalten haben: Mit Laufen haben sich in den vergangenen Wochen sicherlich viele Deutsche fit gehalten”, sagte KKH-Sportexperte Ralf Haag. Die Sportart sei so beliebt, weil sie unter anderem überall möglich und an keine Öffnungszeiten gebunden sei.

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Training gegen Rückenschmerzen und einsteigerfreundlicher Wassersport

Auf Platz zwei landete bei der Auswertung das Rückentraining. Fast jeder Zweite (49 Prozent) gab an, Rückenübungen zu machen. „Rückenschmerzen gelten hierzulande als Volkskrankheit. Da wundert es nicht, dass fast jeder zweite Befragte gern Übungen für die Wirbelsäule macht. Denn nur wer seine Rückenmuskulatur stabilisiert, kann Beschwerden im Lenden-, Nacken- und Schulterbereich entgegenwirken”, erklärt Ralf Haag. Per Online-Kurs oder Anleitungen in einer Fitness-App konnten Deutsche dieses Training theoretisch auch in der Corona-Krise fortführen. Der Rücken war nicht zuletzte wegen des Homeoffices bei vielen Deutschen besonders beansprucht.

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Beim Wassersport, der an dritter Stelle der beliebtesten Sportarten steht (46 Prozent), mussten die Sportfans zuletzt Einschränkungen hinnehmen - Schwimmbäder sind in vielen Bundesländern noch geschlossen. Dass Menschen hierzulande grundsätzlich gerne schwimmen, tauchen, rudern oder surfen, wundert Haag kaum: „Schwimmen ist als Einsteigersport sehr gut geeignet. Denn durch die Auftriebskraft im Wasser fühlt sich der Körper viel leichter an. Ausdauer und Muskeln werden schonend trainiert”, erläutert der Experte. Über die Hälfte (54 Prozent) aller Menschen, die kaum oder gar keinen Sport treiben, würden Wassersport am ehesten ausprobieren.

Männer und Frauen haben unterschiedliche Sport-Vorlieben

Männer bevorzugen Krafttraining, Frauen mögen lieber Gymnastikkurse: Diese Klischees lassen sich auf keinen Fall verallgemeinern. Doch die Umfrage zeigt, dass es durchaus geschlechterspezifische Vorlieben gibt. So macht jede Zweite Frau (57 Prozent) gerne Zumba, Pilates und Co., während Fitness-Gymnastik nur von einem Viertel aller befragten Männer ausgeübt wird. Mannschaftsport wie Fußball, Volleyball und Handball war hingegen bei Männern (37 Prozent) deutlich beliebter als bei Frauen (14 Prozent).

Sport ist eine Frage des Alters

Auch bei den unterschiedlichen Altersgruppen gab es je nach Sportart andere Präferenzen. Während Kraftsport von fast jedem Zweiten (49 Prozent) 18- bis 29-Jährigen ausgeübt wird, war es bei den 50- bis 70-Jährigen nur jeder Fünfte (21 Prozent). Rückentraining wurde bei den älteren hingegen häufiger angegeben (54 Prozent), als bei den jüngeren (41 Prozent). „Das Ergebnis überrascht nicht. Denn in der Generation 60plus geht es vor allem um gelenkschonendes Training. In jüngeren Jahren hingegen darf der Spaß und Wettkampfgedanke als Motivationsfaktor oft nicht fehlen“, sagt Haag.

Nach Corona-Pause wieder zum Sport? So gelingt der Wiedereinstieg ins Training

Wer jetzt wieder ins Fitnessstudio oder zum Tanzen gehen möchte, sollte sich vorerst langsam an das Training herantasten – vor allem, wenn man längere Zeit gar keinen Sport getrieben hat. „Wichtig ist, mit einem leichten Workout zu beginnen und die Sporteinheiten langsam zu steigern. Die Muskeln werden zwar schnell reaktiviert, doch das Herz-Kreislauf-System sollte keinesfalls überlastet werden”, warnt Haag.

Mit Maske zum Sport?

Zwar ist ein Mundschutz beim Sport bislang nicht grundsätzlich vorgeschrieben, jedoch bevorzugen einige, auch beim Sport mit Maske zu trainieren. Doch ist das überhaupt sinnvoll? „Einerseits ist die Aerosol-Belastung in Innenräumen beim Sport deutlich erhöht und deshalb ein Mund-Nasen-Schutz empfehlenswert. Andererseits wird die Sauerstoffzufuhr hinter dem Maskenstoff unter hoher körperlicher Belastung erschwert. Auch die schnellere Durchfeuchtung des Stoffes ist ein Problem”, erklärt der Sportexperte Haag.

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