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Impfstart bei Hausärzten: „Das Telefon hat fast durchgängig geklingelt“

  • Die zweite Stufe der Impfkampagne in Deutschland hat begonnen: Nun dürfen auch Hausarztpraxen die Vakzine gegen das Coronavirus verabreichen.
  • Einige Praxen verzeichnen ein reges Interesse an einem Impftermin – doch in der ersten Woche sind nur wenige Impfdosen vorhanden.
  • Die Hausärzteverbände schauen jedoch optimistisch auf die kommenden Wochen.
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Zum Start der flächendeckenden Corona-Impfungen in Arztpraxen ist die Nachfrage nach einem Impftermin bei einigen Hausärzten groß. „Das Telefon hat fast durchgängig geklingelt“, berichtete Jens Wagenknecht, stellvertretender Landesvorsitzender des Hausärzteverbands Niedersachsen am Dienstag aus seiner Praxis. „Die Nachfrage ist hoch, wir müssen den Andrang nun kanalisieren“, sagte auch der Vorsitzende des Hausärzteverbands Hessen, Armin Beck. Auch eine Sprecherin des Hausärzteverbands Nordrhein bestätigte, dass viele Menschen an einem Impftermin in den Hausarztpraxen interessiert sind: „Viele Menschen wollen auch bezüglich der Impfungen von ihrem Hausarzt beraten werden“, sagte sie.

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Kassenärztliche Vereinigung und Hausärzteverband rechnen mit schleppendem Impfstart

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Obwohl ab diesem Dienstag bundesweit Impfungen gegen das Coronavirus beginnen, kann in den meisten Hausarztpraxen erst ab Mittwoch mit der Verabreichung begonnen werden. „Heute werden die Impfstoffe zunächst angeliefert, sodass viele Hausärzte erst ab morgen impfen“, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die KBV rechnet mit einem eher schleppenden Impfstart: Zunächst seien im Schnitt nur 20 Dosen pro Praxis verfügbar, es könnten also nur wenige Menschen in der ersten Woche geimpft werden. Zunächst wird das Vakzin von Biontech/Pfizer verimpft. In den meisten Praxen kommen die Ärzte auf die Patienten zu, die laut ihrer Priorisierung für eine Impfung in Frage kommen.

Der Chef des Deutschen Hausärztverbands, Ulrich Weigeldt, hätte sich mehr Impfdosen zum Start in den Praxen gewünscht: „Das ist etwas, worüber wir nicht ganz glücklich sind, dass wir zunächst im Schnitt ungefähr 20 Dosen pro Praxis bekommen pro Woche. Das ist ein bisschen wenig“, sagte er am Dienstag dem rbb-Inforadio. Pilotpraxen, die seit März impfen, hätten in der Routine 60, 70 – auch um 100 – Patienten in der Woche gut impfen können, so Weigeldt weiter. Er erwarte aber, dass die Hausarztpraxen zeitnah deutlich mehr Impfdosen bekommen.

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Corona-Impfungen: Hausärzte gehen von noch höherem Andrang in kommenden Wochen aus

Jens Wagenknecht hat für seine Praxis 30 Impfdosen bestellt und 24 bekommen. „Ich finde es nicht so schlimm, dass zunächst nur kleine Mengen verfügbar sind. Es ist sinnvoll, langsam mit den Impfungen zu beginnen, weil das richtige Handling bei den Corona-Impfungen wichtig ist und gelernt werden muss“, betonte er. Er rechne damit, dass der Andrang in den kommenden Wochen noch höher sein wird – aber bis dahin sei höchstwahrscheinlich auch mehr Impfstoff vorhanden. Auch Armin Beck ist hinsichtlich der Impfungen in den Praxen guter Dinge: „Ich gehe davon aus, dass das gut klappt – wir sind gut darauf vorbereitet“, sagte er. Im Vorfeld seien Schulungen für die Impfungen gegen Covid-19 durchgeführt worden.

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Die Sprecherin des Hausärzteverbands Nordrhein berichtet, dass einige Arztpraxen mehr Impfstoff zur Verfügung haben könnten, weil manche neben den gelieferten Dosen von Biontech/Pfizer zusätzlich einige übrig gebliebenen Dosen des Vakzins von Astrazeneca aus den Impfzentren bekommen. Es sei aber sehr unterschiedlich, wie viel Impfstoff die Praxen verabreichen können. Manche Praxen würden auch wegen der wenigen Dosen mit den Impfungen bis zur kommenden Woche warten.

Mit Material von dpa

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