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  • Impfstopp in Kalifornien? Epidemiologin empfiehlt Stopp von über 330.000 Coronavirus-Impfungen wegen Nebenwirkungen

Kalifornien: Stopp von Corona-Impfungen mit Moderna-Mittel wegen allergischen Reaktionen?

  • In Kalifornien soll Epidemiologen zufolge eine Impfstoff-Charge mit mehr als 330.000 Dosen des Herstellers Moderna vorerst nicht verimpft werden.
  • Denn in einem Impfzentrum ist es am Sonntag zu schweren allergischen Reaktionen bei einigen Geimpften gekommen.
  • Laut dem Hersteller gibt es sonst aber keine vergleichbaren Ereignisse.
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In Kalifornien sollen mehr als 330.000 Coronavirus-Impfungen mit einer Vakzin-Charge des Herstellers Moderna vorerst auf Eis gelegt werden. Die oberste Epidemiologin in dem US-Staat, Erica S. Pan, empfahl am Sonntag, den Impfstoff „41L20A“ von Moderna zunächst nicht mehr zu verwenden - um potenziell schwerwiegenden allergischen Reaktionen auf den Grund zu gehen. Gleichzeitig sind die Impfungen ein Wettlauf mit der Zeit: Kalifornien wurde am Montag zum ersten Bundesstaat mit mehr als drei Millionen bestätigten Corona-Infektionen.

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Nebenwirkungen im gleichen Impfzentrum aufgetreten

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Die Vorfälle haben sich im Zeitraum vom 5. bis 12. Januar ereignet. Es seien mehr als 330.000 Dosen des Mittels in Kalifornien angekommen und an 287 Stellen verteilt worden, die den Impfstoff verabreichen. Laut dem Kalifornischen Department of Public Health (CDPH) haben am Sonntag weniger als zehn Menschen in einer Klinik in San Diego innerhalb von 24 Stunden medizinische Hilfe benötigt. Allen sei das Mittel im gleichen Gemeindezentrum verabreicht worden. Einzelheiten zu den mit den allergischen Reaktionen verbundenen Symptomen gaben die Behörden nicht an.

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An den anderen Standorten seien aber keine ähnlichen allergischen Reaktionen vorgefallen, nachdem diese Impfstoffcharge geliefert worden sei, versicherten die Gesundheitsbehörden gegenüber „CNN“. Weitere Zusammenhänge seien nicht gefunden worden, sagte auch die Epidemiologin Pan. „Äußerste Vorsicht“ sei der Grund, warum ein Stopp der Impfungen mit dieser Charge empfohlen werde und man in diesem Zeitraum lieber auf andere verfügbare Impfmittel zurückgreifen solle.

Paul Offit, ein führender US-Impfstoffexperte, der Mitglied des Impfstoffbeirats der obersten US-Gesundheitsbehörde FDA ist, sagte laut dem Medienbericht, dass die Entscheidung Kaliforniens, Impfstoffdosen zurückzuhalten, mit eigenen Risiken verbunden sei - insbesondere da allergische Reaktionen überwacht und behandelt werden könnten und in diesem Fall nur an einem Ort aufgetreten seien.

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Moderna teilte gegenüber CNN mit, ihm seien keine vergleichbaren Ereignisse aus anderen Impfzentren bekannt, die vielleicht ebenfalls Impfstoff aus der gleichen Charge erhalten hätten. „Das Unternehmen arbeitet bei der Untersuchung dieser gemeldeten unerwünschten Ereignisse uneingeschränkt mit dem kalifornischen Gesundheitsministerium zusammen“, versicherte der Impfstoffhersteller.

Anapyhlaxie nach Moderna-Impfung: Selten, aber möglich

Grundsätzlich ist in seltenen Fällen mit allergischen Reaktionen bei Impfungen mit dem Moderna-Mittel zu rechnen. Laut dem US-amerikanischen Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) und auch dem Impfstoffhersteller selbst kann Anaphylaxie - eine schwere allergische Reaktion - nach dem Erhalt des Moderna-Mittels auftreten. Symptome können demnach Atemnot, niedriger Blutdruck, schneller Herzschlag, Schwindel und Ohnmacht sein. Die CDC betrachtet eine allergische Reaktion auf einen Covid-19-Impfstoff als schwerwiegend, wenn die Person mit Adrenalin behandelt oder ins Krankenhaus eingeliefert werden muss.

Laut einer Datenanalyse der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Zulassung des Moderna-Impfstoffs waren die am häufigsten bemerkten und für eine Impfung typischen Impfreaktionen allerdings mild bis moderat. Berichtet wurde von Reaktionen an der Injektionsstelle (91,6 Prozent), Müdigkeit (68,5 Prozent), Kopfschmerzen (63,0 Prozent), Muskelschmerzen (59,6 Prozent), Gelenkschmerzen (44,8 Prozent) und Schüttelfrost (43,4 Prozent). 0,2 bis 9,7 Prozent der Studienteilnehmer berichteten von schwereren Reaktionen. Darunter fällt beispielsweise Fieber. Diese traten nach der zweiten Impfdosis häufiger auf und betrafen vorwiegend jüngere Teilnehmer.

RND/AP/sbu

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