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Impfkommission ändert Empfehlung für Astrazeneca: Millionen Deutsche sollen mRNA-Zweitimpfung bekommen

  • Menschen, die bei ihrer ersten Impfung den Impfstoff von Astrazeneca erhalten haben, sollten bei der zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff geimpft werden, empfiehlt die Ständige Impfkommission.
  • Die Kommission reagiert damit auf die Ausbreitung der Delta-Variante.
  • Die Stiko betonte, es sei angesichts der deutlich ansteckenderen Delta-Variante wichtig, die zweite Impfstoffdosis „zeitgerecht wahrzunehmen“.
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Mit der schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante in Deutschland passt die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung an. So sollen Menschen, die eine erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna erhalten, teilte das Gremium am Donnerstag mit.

Der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis solle dann mindestens vier Wochen betragen. Die Empfehlung gelte „vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren“, hieß es. Nach Berechnungen des RND sind 6,69 Millionen Menschen betroffen, die eine Astrazeneca-Impfung erhalten haben und noch auf die Zweitimpfung warten. Grundlage sind Daten des RKI (Stand 1. Juli). Beim Impfstoff von Astrazeneca wird mit ein Abstand von 12 Wochen zwischen den beiden Impfungen empfohlen.

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Die Expertinnen und Experten begründen diesen Rat damit, dass die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Präparaten – erst Vektor-, dann mRNA-Impfstoff – der Immunantwort nach zwei Dosen Astrazeneca „deutlich überlegen“ sei. Fachleute sprechen von einem heterologen Impfschema. Dieses hatte die Stiko bisher nur jüngeren Menschen angeraten, die bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen hatten, bevor dieser Impfstoff nur noch für Impfwillige ab 60 Jahren empfohlen wurde.

Stiko betont Relevanz der zweiten Impfdosis

Die Stiko betonte, es sei angesichts der deutlich ansteckenderen Delta-Variante wichtig, die zweite Impfstoffdosis „zeitgerecht wahrzunehmen“. Nach nur einer Impfstoffdosis scheine der Schutz gegen Delta „deutlich herabgesetzt“ zu sein. Der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen durch Delta sei nach vollständiger Impfung im Vergleich zum Schutz vor anderen Corona-Varianten ähnlich gut, hieß es unter Berufung auf Daten aus dem Vereinten Königreich.

Die Stiko wies nun als Empfehlung folgende Abstände zwischen den zwei erforderlichen Impfstoffdosen aus: drei bis sechs Wochen bei Biontech/Pfizer, vier bis sechs Wochen bei Moderna, neun bis zwölf Wochen bei Astrazeneca (falls noch jemand zweifach damit geimpft werden sollte) und „ab vier Wochen“ bei der Kombination aus Astrazeneca und mRNA-Impfstoff.

Gesundheitsministerium: Astrazeneca-Impfstoff wird attraktiver

Das Bundesgesundheitsministerium wollte die konkrete Empfehlung der Stiko auf RND-Anfrage nicht kommentieren. Ein Sprecher wies jedoch darauf hin, dass durch das verkürzte Impfintervall der Astrazeneca-Impfstoff attraktiver würde. „Denn vom Astrazeneca-Vakzin gibt es genug und man bekommt schnell Impftermine. Dann lässt man sich jetzt damit impfen und bekommt nach vier Wochen die Zweitimpfung mit einem mRNA-Vakzin. Das könnte die Impfkampagne nochmal beschleunigen.“

RND/dpa

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