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  • Immunsystem-Medikamente gegen Corona? Greifswalder Neurologen mit neuen Forschungsergebnissen zu Atembeschwerden

Greifswalder Forscher: Helfen Immunsystem-Medikamente im Kampf gegen Corona?

  • Es ist denkbar, dass eine Schädigung des Nervensystems für Atembeschwerden mitverantwortlich ist.
  • Diese könnte durch eine fehlgeleitete Immunreaktion des Körpers ausgelöst werden.
  • Sollten sich erste Forschungsergebnisse erhärten, könnten Medikamente, die auf das Immunsystem wirken, im Kampf gegen Covid-19 eingesetzt werden.
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Greifswald. Greifswalder Neurologen erforschen nach Angaben der Universitätsmedizin Greifswald einen neuen Weg, schwere Verläufe von Corona-Infektionen zu bekämpfen. Sie halten es für denkbar, dass eine Schädigung des Nervensystems für schwere Atembeschwerden mitverantwortlich sein könnte, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Diese Schädigung könnte durch eine fehlgeleitete Immunreaktion des Körpers ausgelöst werden. In diesem Fall wäre eine Bekämpfung gerade der schweren Verläufe durch bereits verfügbare Medikamente denkbar.

"Für die Erkrankten sind die Atembeschwerden die größte Gefahr", sagte der Neurologe Guglielmo Lucchese. Aber die tatsächlichen Schäden der Lunge würden nicht in allen Fällen erklären, warum es zu so starken Beschwerden kommt und warum so viele Menschen daran sterben. Dieses medizinische Phänomen sei seit März bekannt.

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Immunsystem könnte zentrales Nervensystem angreifen

Die Forscher an der Neurologischen Klinik stellten bislang fest, dass die Viren eine sehr ähnliche Struktur wie menschliches Eiweiß von Hirnstammzellen aufweisen. Es könne daher sein, dass das körpereigene Immunsystem zumindest bei einigen Erkrankten das zentrale Nervensystem angreift. Betroffen seien insbesondere die Nervenzellen, die als Schrittmacher für die Atmung dienten. "So ein immunologischer Mechanismus ist bei dieser Schädigung wahrscheinlich", sagte Lucchese. Diese These müsse jetzt bei Infizierten überprüft werden.

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Sollte das Forscherteam Recht haben, wären Atemstörungen bei schweren Corona-Verläufen möglicherweise mit Wirkstoffen zu bekämpfen, die auf das Immunsystem wirken. Solche Medikamente gebe es längst. "Es gab bisher nur keinen Grund, sie bei Corona zu benutzen", sagte Lucchese.

RND/dpa

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