Immunologe: Astrazeneca-Impfungen schnell wieder hochfahren

Wegen der unterbrochenen Astrazeneca-Impfungen sind laut RKI-Daten Zehntausende Impfungen pro Tag verpasst worden.

Wegen der unterbrochenen Astrazeneca-Impfungen sind laut RKI-Daten Zehntausende Impfungen pro Tag verpasst worden.

Berlin. Nach der geplanten Wiederaufnahme der Corona-Impfungen mit dem Produkt von Astrazeneca in Deutschland hofft ein Immunologe auf ein schnelles Wiederhochfahren dieser Impfungen. Es gelte, beim Impfen jetzt wieder aufzuholen, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend. Nach bisherigen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) seien durch das Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers mindestens mehrere Zehntausend Impfungen pro Tag verpasst worden. Das könne perspektivisch mehr Todesfälle durch Covid-19 bedeuten.

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Die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zur Fortsetzung der Impfungen sei zu begrüßen und auch so zu erwarten gewesen, sagte Watzl. „Es muss nun gut darüber informiert werden, dass es das Risiko der seltenen Hirnvenenthrombosen gibt.“ Nach Einschätzung des Immunologen wäre es hilfreich, wenn bereits genug Daten vorlägen, um möglicherweise besonders gefährdete Gruppen je nach Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen zu benennen und sie von der Impfung mit Astrazeneca auszuschließen. Noch könne man dies aber nicht.

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Risiko für schwere Nebenwirkungen nach derzeitigem Forschungsstand gering

Ausgehend von den von der EMA genannten, bisher bekannten 25 Fällen bei 20 Millionen Impfungen sei das Risiko seltener Thrombosen „verschwindend gering“, sagte Watzl. Es sei auch geringer, als durch einen mRNA-Impfstoff einen allergischen Schock zu erleiden. Angesichts der Wahrscheinlichkeiten, schwere oder tödliche Covid-19-Verläufe zu bekommen, sei es auch in jedem Fall sinnvoller, sich jetzt mit dem Produkt von Astrazeneca impfen zu lassen, anstatt gegebenenfalls Monate auf einen anderen verfügbaren Impfstoff zu warten.

Obwohl der Nutzen der Impfung klar überwiege, sei zu befürchten, dass der Astrazeneca-Impfstoff nach dem Aussetzen der Impfungen bei manchen Menschen mit einem negativen Bauchgefühl verbunden bleiben werde. „Da hilft nur, die Daten nüchtern zu betrachten.“

RND/dpa

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