Immer mehr Tote nach E-Zigaretten-Gebrauch: Verdachtsfälle verdoppelt

  • Die Zahl der Todesfälle von E-Zigaretten-Nutzern in den USA steigt auf insgesamt fünf Tote.
  • Hinzu kommen 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten.
  • In Proben von Cannabisprodukten, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten, fanden Ermittler das Vitamin-E-Azetat. Es steht jetzt im Fokus.
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New York. Die Zahl der Toten und Erkrankten nach Benutzung von E-Zigaretten in den USA steigt weiter an. US-Behörden registrierten bis zum 6. September 2019 insgesamt fünf Todesfälle. Die US-Gesundheitsbehörde CDC berichtete von drei bestätigten Toten in Illinois, Oregon und Indiana. Zudem meldeten Behörden in Kalifornien und Minnesota jeweils einen Todesfall. Der CDC zufolge seien zudem mittlerweile 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet worden – mehr als doppelt so viele Fälle wie beim letzten veröffentlichten Stand.

Mysteriöse Todesfälle: Ursache bislang unklar

Die Ermittler warnten alle Benutzer von E-Zigaretten vor dem Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden. Auch wenn es eine Spur gäbe, sei die Ursache für die rätselhaften Erkrankungen aber noch nicht sicher: „Zu diesem Zeitpunkt wurde noch keine Verbindung von einem Produkt oder einer Substanz zu allen Fällen hergestellt", so CDC-Expertin Dana Meaney-Delman.

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Symptome: Atembeschwerden, Brustschmerzen und Magen-Darm-Erkrankungen

In den USA hatten sich die Meldungen ungeklärter Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, in den vergangenen Monaten gehäuft. Die Betroffenen sind dabei häufig jung und eigentlich gesund. Die Symptome reichten von Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen bis hin zu Fällen von Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall. Viele der Betroffenen hatten sogenannte Liquids – Flüssigkeiten, die verdampft werden – mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

Ein möglicher Ansatz: Das Vitamin-E-Azetat aus Cannabisprodukten

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Die „Washington Post" hatte am Donnerstag, den 05. September, von einer Spur zu einem möglicherweise verantwortlichen Stoff berichtet. Es handele sich um sogenanntes Vitamin-E-Azetat, das die Ermittler in Proben von Cannabisprodukten gefunden hätten, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten. Es komme in verschiedenen Marken und in mehreren der Liquids vor.

CDC-Expertin Meaney-Delman bestätigte am nächsten Tag, dass das Vitamin-E-Azetat in einigen Laborproben nachgewiesen worden sei, machte aber keine weiteren Angaben. Vitamin E kommt natürlicherweise in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Ölen oder Nüssen vor.

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Forscher untersuchen die Fälle weiter: „Der Fokus der Untersuchung engt sich ein"

Ileana Arias, stellvertretende Leiterin der CDC-Abteilung für Nicht-Infektionskrankheiten, sprach von Fortschritten bei den Ermittlungen. Die Ursache der Beschwerden werde langsam klarer: „Der Fokus der Untersuchung engt sich ein, und das sind großartige Nachrichten."

Dabei gibt es auch Hinweise darauf, dass es sich bei dem Anstieg der Fälle tatsächlich um neu auftretende Erkrankungen handelt – und nicht nur um erst jetzt entdeckte. So suchten Ermittler in Illinois nach ähnlichen Fällen in der Vergangenheit: „Es sieht so aus, als ob es einen Anstieg der Fälle seit Mai oder Juni 2019 gibt gegenüber 2018. Das würde dafür sprechen, dass es sich um ein neues Phänomen handelt", sagte Jennifer Layden von der staatlichen Gesundheitsbehörde in Illinois. Sie betonte, dass es sich um vorläufige Erkenntnisse handele.

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Tod durch E-Zigaretten: In Europa ist bislang kein Fall bekannt

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg der mysteriösen Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken.

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RND/dpa