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„Holzhammer“-Metapher: Drosten kritisiert „Verkürzung“ durch Medien

  • Der Virologe Christian Drosten kritisiert auf Twitter die Darstellung seiner jüngsten Äußerungen zur Corona-Lage durch die Medien.
  • Zuvor hatte „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt auf Twitter geschrieben, die Metaphorik der Virenbekämpfung werde „immer archaischer“.
  • Drosten hatte in seinem Corona-Podcast bemängelt, dass man immer noch die gleichen Werkzeuge benutzen müsse, die man schon in der ersten Welle benutzt habe.
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Diskussion auf Twitter: Charité-Virologe Christian Drosten wirft verschiedenen Medien eine Verkürzung seiner Aussagen zur aktuellen Corona-Lage vor. Drosten reagierte auf einen Tweet von „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt, der bezüglich Drostens „Holzhammer“-Metapher, die dieser in einem Podcast als Beschreibung eines härteren Lockdowns benutzt hatte, schrieb: „Die Metaphorik der Virenbekämpfung wird immer archaischer.“

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Drostens Antwort: „Die Verkürzung durch die Medien wird immer archaischer. Sie sollten mal zum Äußersten schreiten und die Quelle konsultieren, bevor Sie sich hier in dieser Art über mich verbreiten.“

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Drosten bemängelt fehlende Lockdown-Alternativen

In der 82. Folge des NDR-Podcasts „Coronavirus-Update“ hatte Drosten am Dienstag über das Problem gesprochen, dass auch nach einem Jahr die Virusbekämpfung allzu sehr auf das Instrument des Lockdowns beschränkt sei. So bleibe auch in der dritten Welle offenbar nur der metaphorische „Holzhammer“, also der harte Lockdown, um den Anstieg der Fallzahlen zu drücken.

Der Lockdown scheine deshalb als alternativlos, weil es versäumt worden sei, Alternativen tatsächlich auszuarbeiten. Laut dem Script des Podcasts sagte Drosten:

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„Und ich habe das Gefühl, dass wir im Moment immer noch die gleichen Werkzeuge benutzen müssen, die wir schon in der ersten Welle benutzt haben. Also der Holzhammer, der Lockdown. Weil wir sehr viel irreführende Debatten in der Öffentlichkeit hatten, weil wir eine schier undurchdringliche Bürokratie in der Umsetzung von Maßnahmen haben. Auch zum Teil eine Störrigkeit vielleicht von regulativen Strukturen, die nicht anerkannt haben, dass diese Pandemie eine Sondersituation ist. [...] All das hat dazu geführt, dass die Zeit, die sowieso knapp war gegenüber diesem Virus, eigentlich verschwendet wurde, um bestimmte Maßnahmen zu verbessern, um besser zu reagieren, gezielter, in der Infektionskontrolle. Sodass uns, weil wir eben diese Maßnahmen nicht entwickelt und erprobt haben, praktisch jetzt nur noch der Holzhammer bleibt.“

Drosten kritisierte weiter auf Twitter, es gehöre zu den „klassischen Strategien der Wissenschaftsleugnung“, die Aussage eines abwesenden Wissenschaftlers zur Extremposition zu verzerren, damit „man seine eigene Wissenschaftsleugnung als Stimme der Vernunft präsentieren kann“.

In ihren Reaktionen auf den Tweet signalisieren User ihre Unterstützung für Drosten: Klare Ansagen seien offenbar nötig, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, so der Tenor. Ulf Poschardt dagegen warf Drosten „Dünnhäutigkeit“ vor.

Drosten gilt seit Beginn der Corona-Pandemie als einer der gefragtesten Virologen in Deutschland. Er spricht regelmäßig in Podcasts und Interviews über seine Einschätzung der Lage.

RND/ytk

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