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Höchstwert bei Covid-19-Patienten: Tschechien will weitgehend unerprobte Medikamente einsetzen

  • In Teilen Tschechiens sind die Kapazitäten von Krankenhäusern erschöpft.
  • Mehr als 8000 Covid-19-Patienten werden aktuell stationär behandelt. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie.
  • Regierungschef Andrej Babis will angesichts der verzweifelten Lage nun versuchsweise kaum erprobte Medikamente einsetzen. Tschechien könne „nicht auf klinische Studien“ warten.
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Prag. Die Krankenhäuser in Tschechien melden einen neuen Höchstwert an Covid-19-Patienten. Insgesamt werden 8162 Menschen stationär behandelt, der höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie, wie am Mittwoch aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Darunter waren mehr als 1660 besonders schwere Fälle, die künstlich beamtet werden müssen. In der Verwaltungsregion Pardubice in Ostböhmen wurde ein Notfallplan aktiviert, weil die Krankenhauskapazitäten vollständig erschöpft waren.

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Die Krisenszenarien seien eingetreten, sagte Innenminister Jan Hamacek. Man stehe in Gesprächen über ausländische Hilfe. Deutschland stelle 19 Betten zur Verfügung – mit einer Option auf Dutzende. Die Schweiz sei bereit, ein Flugzeug zu entsenden und 20 Patienten aufzunehmen. Polen habe rund 200 Betten angeboten. Das Gesundheitsministerium in Prag plant, Hausärzte und ambulante Spezialisten zu Einsätzen in den Krankenhäusern zu verpflichten.

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„Können nicht auf klinische Studien warten“: Regierungschef will kaum erprobte Medikamente einsetzen

Angesichts der verzweifelten Lage sollen nun auch weitgehend unerprobte Medikamente versuchsweise eingesetzt werden. Im Universitätskrankenhaus in Brünn (Brno) trafen 10.000 Packungen des Antiparasitikums Ivermectin ein. Dafür hatte sich Regierungschef Andrej Babis persönlich eingesetzt: „Wir sagen, dass wir nicht auf klinische Studien warten können, lasst uns das versuchen.“

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Derweil begannen große Firmen mit Corona-Massentests aller Mitarbeiter. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen mehr als zwei Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Das hatte die Regierung angeordnet. Die Behörden meldeten am Mittwoch 16.642 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Innerhalb von 7 Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 780 Menschen je 100.000 Einwohner an. Seit Beginn der Pandemie gab es fast 1,3 Millionen bestätigte Infektionen und 20.941 Todesfälle.

RND/dpa

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