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Corona in Paris: Was bedeutet die höchste Warnstufe für Frankreichs Hauptstadt?

  • Paris wird zur scharlachroten Zone.
  • Neue Einschränkungen treffen die Bars, Universitäten und Einkaufszentren.
  • Die Behörden befürchten, dass die Krankenhäuser in manchen Regionen bald ähnlich überfordert sein könnten wie einige Kliniken während der ersten Welle.
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2:18 min
Arbeitgeber und Beschäftigte wurden nach einem massiven Anstieg der Infektionszahlen aufgerufen, möglichst auf Heimarbeit umzustellen. Fitnessstudios in der französischen Hauptstadt müssen schließen - so auch Bars und Cafés. Restaurantbetreiber stellen sich auf ein verschärftes Hygieneprotokoll ein.  © Reuters
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Das Scheppern und Rasseln der Gastronomen verhallt nicht ungehört. Auf den Aufruf des Starkochs Philippe Etchebest hin treten Kellner, Köche und Restaurantbesitzer in mehreren französischen Städten am Freitag um 11.45 Uhr vor ihre Lokale und schlagen Pfannen gegeneinander oder mit Kochlöffeln auf Töpfe, um auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen. Dabei tragen sie Armbinden in Schwarz – der Farbe der Trauer.

“Eine Minute lang machen wir Lärm, um nicht in Stille unterzugehen”, erklärt Etchebest. Groß sei die Angst vor allem in Paris und Bordeaux, dass dort angesichts stark steigender Infektionszahlen die Restaurants schließen müssen, so wie bereits in Marseille, Aix-en-Provence und auf der Karibikinsel Guadeloupe. So weit ist es allerdings nicht gekommen.

Maximale Warnstufe in Paris wegen Corona-Infektionen

Zwar hat die Regierung für Paris und drei angrenzende Departements die “maximale Warnstufe” ausgerufen, die auf der Frankreich-Karte als “scharlachrot” eingezeichnet wird. Schließen müssen aber nur die Bars und Cafés, während Restaurants unter Einhaltung eines “verstärkten Gesundheitsprotokolls” geöffnet bleiben dürfen. Demnach sollen Gäste künftig ihre Kontaktdaten hinterlassen, sie dürfen höchstens zu sechst an einem Tisch sitzen und sollen am Eingang ihre Temperatur messen lassen.

Zuvor hatte die französische Vereinigung der Hotellerieberufe und -industrien UMIH vor diesem Vorgehen gewarnt. Infolge erzwungener Schließungen und ausbleibender Gäste könnten 15 Prozent der 220.000 Unternehmen ihrer Branche – Cafés, Bars, Hotels, Restaurants, Diskotheken – in den nächsten Monaten pleitegehen. Damit drohten 220.000 bis 250.000 Menschen arbeitslos zu werden.

In den nächsten zwei Wochen sollen außerdem die Universitäten in und um Paris die Zahl der Studenten in den Kursen halbieren. Einkaufszentren und große Kaufhäuser dürfen eine Maximalzahl an Kunden nicht überschreiten und private Treffen im Freien werden auf zehn Personen begrenzt.

Verlangsamen die Corona-Maßnahmen die Pandemie?

Werden die neuen Maßnahmen ausreichen, um die zunehmende Ausbreitung der Pandemie in Frankreich und vor allem in der Hauptstadt zu verlangsamen? Täglich übersteigt die Zahl der Neuinfektionen 12.000. Mehr als 32.200 Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sind gestorben. In Paris beträgt der Anteil der Infizierten 270 zu 100.000, betroffen sind zunehmend auch ältere Menschen. Die Behörden befürchten, dass die Krankenhäuser in manchen Regionen bald ähnlich überfordert sein könnten wie einige Kliniken während der ersten Welle im Frühjahr.

Die Leitung der staatlichen Krankenhäuser in Paris erwägt einen Urlaubsstopp für das eigene Personal während der Herbstferien. Die Regierung und Präsident Emmanuel Macron hatten nach den Sommerferien verkündet, man müsse “lernen, mit dem Virus zu leben”. Nun ist spürbar Nervosität erkennbar. Weitere Einschränkungen könnten notwendig werden, damit die Situation nicht außer Kontrolle gerät.

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Es reiche nicht, im Zwei-Wochen-Takt zu planen, kritisierte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Eine schlüssige Methode müsse her: “Wir können nicht in einem permanenten ‘Stop and go’ unserer Aktivitäten sein.” Sie und andere Rathauschefs kritisierten die Regierung dafür, Entscheidungen zu treffen, ohne sie mit den lokalen Behörden abzustimmen. Einer Umfrage zufolge haben fast zwei von drei Franzosen kein Vertrauen in Macron und die Regierung, dass sie die Pandemie effektiv bekämpfen. Mehr als die Hälfte wünscht sich schärfere Maßnahmen.

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