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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Heuschnupfen: Wie entsteht er und was hilft wirklich?

Heuschnupfen ohne Ende? Dann handelt es sich womöglich gar nicht um eine Pollenallergie.

Steigende Temperaturen und aufblühende Pflanzen haben Folgen für alle Allergiker. Denn mit den ersten Pollenflügen ist die Atempause für Heuschnupfengeplagte leider vorbei.

Jeder vierte bis fünfte Mensch in Deutschland hat eine oder mehrere Allergien. Reaktionen auf Pollen treten dabei am häufigsten auf. Um den Heuschnupfen im Zaum zu halten, können Betroffene beim Auftreten von Symptomen und auch vorbeugend viel tun.

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Was ist Heuschnupfen?

Mediziner und Medizinerinnen sprechen im Fall von Heuschnupfen von einer allergischen Rhinitis – also einer durch Allergien verursachten Entzündung der Nasenschleimhaut. Auslöser dieser Krankheit können zum Beispiel auch Hausstaubmilben sein, aber eben auch die Pollen von Pflanzen. „Dem Begriff nach bezieht sich Heuschnupfen eigentlich nur auf Gräser“, sagt Carsten Schmidt-Weber, Professor an der Technischen Universität München und Leiter des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM). Die Bäume seien aber mit gemeint – vom „Baumschnupfen“ spricht ja niemand.

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Heuschnupfen Ursache: Warum bekommt man eine Pollenallergie?

Grundsätzlich kann das Immunsystem zwischen körpereigenen und fremden Stoffen unterscheiden. So kann der Körper gegen Krankheitserreger wie Viren und Bakterien spezifische Antikörper bilden. Bei Allergikern und Allergikerinnen reagiert das Immunsystem aber auch auf harmlose Stoffe wie Pollen, als wären es Krankheitserreger, so der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Neumünster. Dann setzt der Körper entzündungsauslösende Botenstoffe wie Histamine frei, die Symptome wie Juckreiz, Rötungen und Niesen auslösen.

Allergietipps: Was hilft gegen Heuschnupfen?

Medikamente: Wenn die ersten Birkenpollen schon fliegen, können mit Antihistaminika die Beschwerden bekämpft werden. Herkömmliches Nasenspray, das bei Schnupfen die Schleimhäute abschwellen lässt, hilft laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände bei Allergie nicht. Wer weiß, dass er gegen Birkenpollen allergisch ist, sollte mit der Einnahme der Antihistaminika bereits beginnen, bevor die ersten Pollen fliegen, empfiehlt der Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Dann kommen die Beschwerden nicht so stark und nicht so plötzlich.

Kleidung: Die Wäsche sollte man nicht zum Trocknen nach draußen hängen. Die Pollen bleiben an der Kleidung haften, und dadurch sind beim Anziehen Niesattacken programmiert – besser also die Wäsche etwa im Keller aufhängen oder auf den Trockner zurückzugreifen, rät die „Neue Apotheken Illustrierte“. Außerdem zieht man seine Kleidung abends besser nicht im Schlafzimmer aus, sagt Sonja Lämmel vom DAAB. Eine Sonnenbrille, die an den Seiten gut abschließt, empfiehlt sich vor allem für Allergiker mit empfindlicher Bindehaut.

Lebensstil: Auf Sport im Freien und Alkohol verzichten Pollenallergiker besser, rät Lämmel. Denn beides kurbelt die Durchblutung an – dadurch reagieren Betroffene schneller auf die Pollen. Und schon eine geringere Menge macht ihnen dann zu schaffen. Für die Pollenflugzeit sollten Betroffene die Haare vor dem Zubettgehen waschen und ihre Nase täglich spülen. Über die Verbreitung der Pollen können sich Allergiker und Allergikerinnen zum Beispiel hier informieren.

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Auto: Allergiker und Allergikerinnen sollten beim Autofahren die Fenster geschlossen halten, rät der DAAB. Auch die Pollenfilter der Lüftungsanlage sollten regelmäßig gewechselt werden. Die Experten und Expertinnen empfehlen, den Wechsel des Innenraumfilters einmal jährlich.

Lüften: Morgens und mittags fliegen grundsätzlich die meisten Pollen. In ländlichen Regionen kann die Pollenkonzentration in der Luft auch in den Mittagsstunden höher sein. Expertinnen und Experten empfehlen deswegen, auf dem Land in den Abendstunden zu lüften. Anders verhält es sich in der Stadt: Dort fliegen abends potenziell mehr Pollen. Allergikerinnen und Allergiker sollten daher morgens lüften.

Urlaubsplanung: „Planen Sie Ihren Urlaub am besten während der Pollensaison in pollenfreien Regionen“, rät der DAAB. Auf den Kanaren, an der Nord- und Ostsee sowie im Hochgebirge ist die Luft laut Angaben besonders pollenarm.

Was hilft gegen Pollenallergie?

Wichtig ist es, eine Pollenallergie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Meist holen sich Menschen mit Heuschnupfen nur Medikamente aus der Apotheke und verzichten auf einen Arztbesuch. Zur Symptombekämpfung reichen Medikamente zwar aus, jedoch sollte man mit Heuschnupfen möglichst früh zum Arzt, warnt die Hamburger HNO-Ärztin Christa Wilcke. Denn: „Mittlerweile liegt das Risiko eines Allergikers, Asthma zu entwickeln, schon bei 46 Prozent.“ Und ein schlimmer Asthmaanfall könne sogar tödlich sein, so Wilcke.

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Wer also keinen ärztlichen Rat sucht, könnte also Asthma riskieren. „Uns fehlt dadurch die Gelegenheit zu einer richtigen Diagnose“, sagt Jörg Kleine-Tebbe, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). „Ein großes Problem ist noch immer, dass Heuschnupfen zu oft von den Betroffenen selbst bagatellisiert wird“, sagt auch Sonja Lämmel. „Die sagen dann: ‚Naja, ich hab ein wenig Schnupfen und die Augen jucken, ich komme schon irgendwie durch.‘“ Tatsächlich handelt es sich bei Heuschnupfen aber immer um eine chronische Entzündung.

Heuschnupfen-Symptome

Die typischen Symptome von Heuschnupfen sind:

  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Kopfschmerzen
  • Augenjucken
  • Hautausschlag

Was sollte man bei erstmals auftretenden Symptomen tun?

Wer während der Pollenflugsaison ständig schnieft und niest, sollte sich beim Arzt auf mögliche Allergien testen lassen. Am häufigsten werden mit dem sogenannten Pricktest allergische Reaktionen ermittelt: Hierbei werden auf dem Arm verschiedene Allergene aufgetragen und die Haut an der Stelle leicht eingeritzt, so der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. So können die Allergene in die Haut eindringen. Zudem wird oft auch ein Bluttest durchgeführt, mit dem man untersuchen kann, gegen welche Pollen eine Allergie besteht.

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Was bringt eine Hyposensibilisierung?

Betroffene können sich das ganze Jahr über für die Pollenflugsaison wappnen. Bei einer Hyposensibilisierung wird der Körper langsam an den Allergieauslöser gewöhnt, damit er lernt, nicht mehr darauf zu reagieren. Wenn man frühzeitig damit beginnt, kann man die allergischen Symptome lindern – und möglicherweise sogar Asthma verhindern. Üblicherweise bekommen Patienten und Patientinnen über drei Jahre anfangs wöchentlich und später monatlich eine Spritze. Alternativ gibt es mittlerweile auch Tabletten oder Tropfen, die Betroffene täglich zu Hause einnehmen. „Ganz weg bekommen Sie die Allergie damit zwar nicht“, sagt Lämmel. „Aber eine Verbesserung ist ja schon ein Erfolg.“ Allerdings ist es nicht immer mit einer Therapie getan: Es kann sein, dass die Wirkung nach ein paar Jahren nachlässt. Dann muss sie wiederholt oder aufgefrischt werden.

Heuschnupfen – was tun?

Laufende Nase, juckende Augen, Kratzen im Hals, sowie Atemnot und Husten – klare Anzeichen für Heuschnupfen.

Können sich Allergien im Lauf der Zeit ändern?

Ja. „Man muss nicht von Beginn an Allergien gegen etwas entwickeln, das kann einen zu jeder Zeit erwischen – auch mit 30 oder 75″, sagt Schmidt-Weber. Häufig sei es auch so, dass mit der Zeit weitere Allergien hinzukommen, gegen Hausstaubmilben etwa. Fälle von wieder verschwindenden Allergien mag es zwar geben. Verlässlich dokumentiert seien sie bislang aber nicht.

Zum Heuschnupfen kann aber auch Bronchialasthma hinzukommen. Wie das zusammenhängt? Beide Erkrankungen gehören neben der Neurodermitis zu den sogenannten atopischen Erkrankungen. Diese sind durch genetische Faktoren begünstigt und frühkindlich, also wahrscheinlich schon vor der Geburt, geprägt. Das bedeutet, die Neigung zu diesen Erkrankungen ist später kaum mehr zu beeinflussen. Die Allergiesymptome sind dann „nur noch“ die spürbare Auswirkung.

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Allergie im Alter: Können auch ältere Menschen Heuschnupfen bekommen?

„Eine Allergie kann leider jeden und in jedem Alter treffen“, sagt Sonja Lämmel vom DAAB. Auch bei Erwachsenen ab 65 Jahren sind allergische Beschwerden weit verbreitet. „Oft werden die Symptome bei Senioren aber nicht ernst genug genommen“, kritisiert Lämmel. Vor allem Pollen und Hausstaubmilben machen vielen älteren Menschen zu schaffen. „Zunehmend finden sich jedoch auch Lebensmittelallergien und auch die Häufigkeit von Neurodermitis im höheren Lebensalter nimmt zu“, sagt der Allergologe Prof. Torsten Zuberbier von der Charité in Berlin.

Schätzungen zufolge sind bis zu 10 Prozent der Erwachsenen ab 65 Jahren betroffen. Manche davon haben seit ihrer frühen Kindheit Probleme. Denn wer einmal eine Allergie hat, wird sie nicht mehr los – auch wenn die Beschwerden mit den Jahren bei vielen Betroffenen leichter werden. „Die Allergien an sich verschwinden nicht, sondern die Symptome bessern sich oft nach der Pubertät“, erklärt Zuberbier, der auch die Europäische Stiftung für Allergieforschung leitet.

Welche Medikamente helfen gegen eine Pollenallergie?

Je nach Schweregrad der Allergie, helfen verschiedene Medikamente bei der Symptombekämpfung. Bei einer leichten allergischen Reaktion können Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten aus der Familie der Antihistamine eingesetzt werden, sagt der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Antihistaminika haben jedoch Nebenwirkungen – allen voran Müdigkeit – und sollten daher am besten abends eingenommen werden, so Schmidt-Weber.

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Schwerere Beschwerden sollten in den meisten Fällen mit Nasensprays mit Cortison behandelt werden, da diese die Entzündungsreaktionen an den Schleimhäuten lindern. „Das hat noch immer einen schlechten Ruf“, sagt er. „Lokal in die Nase gesprüht, gibt es aber die gefürchteten Nebenwirkungen gar nicht.“ Cortison-Tabletten verschreiben Ärzte dagegen nur in schweren Einzelfällen. Und Cortison-Spritzen ins Gesäß, die es früher gab, werden heute gar nicht mehr empfohlen. Sinnvoll kann aber sein, Cortison-Sprays und Antihistaminika gemeinsam anzuwenden oder Kombinationspräparate einzunehmen, so der Experte. Das verknüpft die eher langsame, anhaltende Wirkung des Cortisons mit der Akutwirkung der Antihistaminika. Wermutstropfen dabei: Das wird eventuell teuer. Denn Cortison-Sprays und Antihistaminika sind meistens rezeptfrei, die Krankenkassen zahlen dafür nur noch in schweren Ausnahmefällen.

Nasensprays für freies Atmen

Die im Nasenspray enthaltenen Wirkstoffe sorgen für eine Abschwellung und erleichtern auf diese Weise das Atmen. Die Stiftung Warentest empfiehlt Arznei ohne Konservierungsstoffe, um eine Schädigung der Nasenschleimhaut zu vermeiden. Zudem können Allergiker mit den richtigen Wirkstoffen im Nasenspray den gewünschten Effekt erzielen: Cromoglizinsäure wirkt vorbeugend, Azelastin und Levocabastin wirken akut.

Tropfen für geplagte und juckende Augen

Pollen, die bei Allergikern und Allergikerinnen zu tränenden, geröteten und juckenden Augen führen, können im schlimmsten Fall eine Bindehautentzündung verursachen. Beschwerden dieser Art können durch Augentropfen gelindert werden. Ähnlich wie beim Nasenspray gilt auch hier: Mittel mit Cromoglizinsäure beugen vor. Sie sind ab etwa zwei Wochen vor dem Pollenflug zu nehmen. Tropfen mit dem Wirkstoff Ketotifen wirken zusätzlich akut.

Kombipackungen: für Augen und Nase

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Allergiker und Allergikerinnen, die unter Beschwerden an Augen und Nase leiden und sparen wollen, greifen gerne zu Kombipackungen. Auch hierbei rät die Stiftung Warentest zu Mitteln ohne Konservierungsstoffe.

Tabletten gegen Heuschnupfen

Der Vorteil von Heuschnupfentabletten ist die akute, lange Wirkzeit von 24 Stunden. Eine Tablette täglich reicht oft aus. Die Wirkstoffe Cetirizin und Loratadin machen in der Regel auch nicht müde und können daher zu jeder Tageszeit eingenommen werden.

Kreuzallergie: Richtige Zubereitung macht Früchte verträglicher

Menschen mit Heuschnupfen leiden auch häufig unter Kreuzallergien. Denn die Allergene mancher Pollen und Lebensmittel ähneln sich – die Betroffenen reagieren auf beides. Die Lebensmittel, die die Mundschleimhaut anschwellen oder jucken lassen, müssen Allergikerinnen und Allergiker jedoch nicht grundsätzlich meiden. Vielmehr kommt es auf die Zubereitung an.

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Da die Allergene bei Obst häufig in oder direkt unter der Schale liegen, hilft oft schon das Schälen. Generell sind reife Früchte besser verträglich als unreife Varianten. So kann es sein, dass Allergikerinnen und Allergiker manches Obst in dessen Ursprungsland viel besser vertragen. Die Allergene der Birkenpollen und ihrer kreuzreagierenden Nahrungsmittel sind außerdem nicht hitzebeständig, weshalb Betroffene etwa erhitzte, gekochte oder gebackene Äpfel meist gut vertragen.

RND/bk/are/dpa/ast/hb

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