Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Herzmuskelentzündung nach mRNA-Impfung: Zusammenhang wahrscheinlich

Ein Junge wird mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty von Biontech-Pfizer geimpft.

Die mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus können bei jungen Menschen wohl in seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen auslösen. Das hat nun auch ein Bericht der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC gezeigt. Daten aus Israel hatten bereits darauf hingewiesen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist eine Entzündung des Herzgewebes, die durch Krankheitserreger, aber auch durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems ausgelöst werden kann. Möglich sind unterschiedliche Verläufe. In vielen Fällen heilt eine Myokarditis wieder aus, in anderen kann sie lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Bereits seit einiger Zeit war beobachtet worden, dass vor allem junge Männer nach einer mRNA-Impfung häufiger eine Myokarditis entwickeln.

Vor allem unter 30-Jährige betroffen

Die CDC hatte nun am Mittwoch die Untersuchungsergebnisse einer Expertenkommission vorgestellt, die die offiziell in den USA gemeldeten Impfnebenwirkungen ausgewertet hatte. Demnach hatten Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zwölf und 39 Jahren nach der mRNA-Impfung ein erhöhtes Risiko, eine Myokarditis zu entwickeln, das höchste Risiko war bei unter 30-Jährigen festgestellt worden. Betroffen waren vor allem Männer. In den meisten Fällen trat die Erkrankung innerhalb von einer Woche nach der zweiten Impfdosis auf, das häufigste erste Symptom waren dabei Brustschmerzen. Ein Zusammenhang mit der Impfung sei wahrscheinlich, so die Experten und Expertinnen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Wahrscheinlichkeit, eine Myokarditis zu entwickeln, war laut der CDC-Auswertung in der Gruppe der Zwölf- bis 24-Jährigen männlichen Geimpften 25- bis über 200-Mal höher als bei Ungeimpften. Bei jungen Frauen und Mädchen in diesem Alter war das Risiko dreimal bis 20-Mal höher als bei nicht Geimpften. Die großen Spannen sind darin begründet, dass man nicht weiß, wie häufig eine entsprechende Erkrankung generell ist.

Betroffene haben sich zum Großteil wieder erholt

Insgesamt sind den amerikanischen Behörden bis einschließlich 22. Juni 616 Fälle von Myokarditis bei unter 30-Jährigen Geimpften gemeldet worden. In fast allen der bestätigten Fälle mussten die Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden. Zu 80 Prozent sollen sich diese bei Abschluss der Untersuchung wieder erholt haben.

Laut den CDC-Daten wurde bei zwölf- bis 24-jährigen Männern pro etwa 15.000 bis 18.000 Zweitimpfungen ein Fall von Myokarditis gemeldet. Die israelischen Behörden gehen davon aus, dass bei jungen Männern zwischen 16 und 24 bis zu einer von 3000 Geimpften eine Myokarditis entwickeln könnte. Sie hatten bereits im April mehrere Fälle von Herzmuskelentzündungen untersucht, die nach der Impfung mit der Vakzine von Biontech/Pfizer aufgetreten waren. Eine 22-jährige Frau und ein 35-jähriger Mann in waren in Israel aufgrund der Symptome verstorben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nach einem Bericht der „Tagesschau“ will die CDC neue Warnhinweise für die mRNA-Impfstoffe aufnehmen. Auch dem in Deutschland für die Überwachung von Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wurden bis Ende Mai 92 Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung gemeldet, die meisten davon nach der Impfung mit Biontech/Pfizer. Dabei hatte auch das PEI eine auffällige Häufung der Fälle in den jüngeren Altersgruppen beobachtet. Mindestens ein junger Mann musste nach der Impfung mit Biontech/Pfizer in Deutschland bereits wegen einer Myokarditis intensivmedizinisch behandelt werden. Eine Sicherheitswarnung hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bisher aber nicht ausgesprochen.

Mehr aus Gesundheit

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.