Herzinfarkt: Frauen weisen häufig andere Symptome auf als Männer

  • Frauen und Männer können gleichermaßen einen Herzinfarkt erleiden.
  • Die auftretenden Symptome unterscheiden sich jedoch je nach Geschlecht.
  • Bei Frauen treten jedoch keine untypischeren Herzinfarktsymptome als bei Männern auf.
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Utrecht. Brustschmerzen, Schwitzen, Kurzatmigkeit – diese drei Symptome sind in den meisten Fällen die ersten Anzeichen für einen Herzinfarkt, und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Hinsichtlich der Warnzeichen für einen Infarkt gebe es zwar Unterschiede zwischen den Geschlechtern, aber auch viele Gemeinsamkeiten, berichten Forscher im “Journal of the American Heart Association”.

Sie hatten Daten zahlreicher Studien ausgewertet und geprüft, ob Frauen – wie oft berichtet – tatsächlich “untypische” Herzinfarktsymptome haben.

Herzinfarkt macht sich bei Frauen anders bemerkbar

Das Beispiel Herzinfarkt wird häufig genannt, wenn es um geschlechtsspezifische Medizin geht, also die Diagnose und Behandlung von Krankheiten unter Berücksichtigung des Geschlechts. Tatsächlich gibt es viele Beispiele dafür, dass Männer und Frauen Medikamente anders abbauen, verschiedene Nebenwirkungen entwickeln oder an derselben Erkrankung unterschiedlich schwer erkranken.

Wie das Team um Roos van Oosterhout und Annemarijn de Boer vom University Medical Center Utrecht (Niederlande) berichtet, kündigt sich ein Herzinfarkt bei Frauen tatsächlich manchmal anders an als bei Männern. Die Wissenschaftler hatten insgesamt 27 wissenschaftliche Studien aus den vergangenen 20 Jahren analysiert.

Übelkeit und Kurzatmigkeit treten häufiger bei Frauen auf

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Von Schmerzen zwischen den Schulterblättern zum Beispiel berichteten Frauen etwa doppelt so oft wie Männer. Übelkeit bis hin zum Erbrechen und Kurzatmigkeit kommen bei Frauen ebenfalls häufiger vor. Dennoch waren auch bei Frauen Brustschmerzen und Schwitzen die häufigsten Anzeichen für einen Infarkt, sie traten aber insgesamt etwas seltener auf als bei Männern.

“Herzinfarktsymptome werden oft als ‘typisch’ bei Männern beschrieben und als ‘untypisch’ bei Frauen”, sagt de Boer in einer Mitteilung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie. “Aber unsere Studie zeigt, dass die Symptome zwar unterschiedlich sein können, es aber auch viele Gemeinsamkeiten gibt.”

Die Ursache für die beobachteten Unterschiede untersuchten die Forscher nicht, dazu seien weitere Studien nötig. “Das zu späte Erkennen von Symptomen – von den Patienten oder den Medizinern – ist einer der Hauptgründe für eine verspätete potenziell lebensrettende Behandlung”, sagt Sanne Peters vom George Institute for Global Health in einer Mitteilung des Instituts. Die Erforschung von Geschlechtsunterschieden werde hoffentlich zu einer rechtzeitigen und gleichberechtigten Behandlung führen und die Heilungschancen verbessern.

RND/dpa

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