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Hasenpest in Nordrhein-Westfalen: die wichtigsten Fragen

  • Mehrere tote Hasen haben in Paderborn und Mettmann in den letzten Wochen Sorge ausgelöst – bei ihnen wurde die Hasenpest nachgewiesen.
  • Auch Menschen können sich mit dem Bakterium infizieren und im schlimmsten Fall sogar daran sterben.
  • Vor allem Hundehalter und Jäger sollten nun besonders auf ihre Vierbeiner aufpassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Curdt Blumenthal
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Paderborn/Mettmann. In Nordrhein-Westfalen ist bei Hasen in Paderborn und Mettmann die Hasenpest nachgewiesen worden. Ausgelöst wird die Krankheit vom Bakterium Francisella (F.) tularensis. Die Krankheit, die auch Tularämie genannt wird, ist auch für Menschen nicht ungefährlich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Hasenpest.

Wie äußert sich die Tularämie bei den Hasen?

Bei einem akuten Verlauf der Krankheit sind bei den Tieren unter anderem Fieber, verschnellerte Atmung, Lymph­knoten­schwellung und Abmagerung zu beobachten. Oft sind sie dann so entkräftet, dass sie ihre natürliche Scheu verlieren. Menschen sollten in diesem Fall unbedingt Abstand halten.

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Kann die Hasenpest auch für uns Menschen gefährlich werden?

Auch Menschen können sich mit der Hasenpest infizieren. Man spricht deshalb von einer Zoonose. Wird sie zu spät behandelt, kann eine Infektion sogar tödlich verlaufen. Menschen können sich beispielsweise durch das Berühren von infizierten Tieren, durch den Verzehr von kontaminierten Fleisch oder durch das Einatmen von infektiösem Staub aus Erde, Stroh oder Heu anstecken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt allerdings als nicht möglich.

Welche Symptome deuten beim Menschen auf die Krankheit hin?

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Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Krankheit relativ schwer zu erkennen. Die meisten Merkmale der Tularämie sind recht unspezifisch und gehören zur Gruppe der grippeähnlichen Symptome. Dazu gehören Fieber, Lymphknotenschwellungen, Schüttelfrost, Unwohlsein sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Je nach Eintrittspforte des Bakteriums kommen aber noch spezifischere Symptome in der Nähe des Infektionsortes dazu. So bilden sich nach Hautkontakt oftmals Geschwüre. Sollte es zu einer Infektion über das Auge kommen, entwickelt sich bei Patienten häufig eine Bindehautentzündung. Bei der Aufnahme über den Mund kann es zur Entzündung der Mund­schleim­haut, der Mandeln oder des Rachens kommen. Gelangen die Bakterien während des Einatmens in den Körper, entstehen die gravierendsten Symptome: Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen, Husten, Brustschmerzen, Atemstörungen oder eine Lungenentzündung können die Folge sein.

Können Hunde auch an der Hasenpest erkranken?

Neben Nagetieren und Vögeln können sich auch Hunde mit der Hasenpest anstecken. Allerdings haben sie von Natur aus eine hohe Resistenz gegen das Bakterium und erkranken deshalb nicht lebensbedrohlich. Vorsicht ist dennoch geboten. Denn die Tiere kommen durchaus als Überträger der Bakterien infrage. Hundehalter sollten ihre Vierbeiner an Orten, an denen aktuelle Hasenpestfälle bekannt sind, deshalb nicht frei laufen lassen, sondern an der Leine führen. Gerät ein Hund dennoch mit einem Hasen oder Kaninchen in Kontakt, rät die Kreisjägerschaft Düsseldorf dazu, dem Tier sicherheitshalber Schnauze und Pfoten zu waschen.

Wie wahrscheinlich ist ein flächendeckender Ausbruch?

Ein flächendeckender Ausbruch der Hasenpest gilt als unwahrscheinlich. In den letzten drei Jahresberichten des RKI tauchte die Tularämie mit nur 52, 54 und 72 Fällen auf. Grund zur Sorge bereitet allerdings der jährliche Anstieg seit 2014. Auffällig war in den vergangenen drei Jahren die Häufung der Fälle in Süddeutschland – über die Hälfte von ihnen wurde in Bayern und Baden-Württemberg gemeldet.

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