Hamburger Kinderarzt infiziert: Kleinkinder und Säuglinge in Quarantäne

  • Ein Kinder- und Jugendarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich infiziert.
  • Es ist die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg.
  • Rund 50 enge Kontaktpersonen wurden bislang ermittelt, darunter sind laut Krankenhaus-Management viele Säuglinge und Kleinkinder.
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Es gibt den ersten bestätigten Coronavirus-Fall in einer deutschen Großstadt. „Wir hatten lange gehofft, dass das an Hamburg vorbeigeht", sagte die Hamburger Senatorin für Gesundheit, Corinna Prüfer-Storcks, bei einer Pressekonferenz zum ersten Coronavirus-Fall in Hamburg. Seit Donnerstagabend ist der Covid-19-Fall bestätigt. „Das besondere an dieser Situation ist sicherlich, dass es sich um einen Arzt für Kinder- und Jugendmedizin handelt.“

Der Arzt sei laut Prüfer-Storcks am Wochenende mit dem Auto aus dem Urlaub in Trentino zurückgekehrt, er lebt im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein. Die Region in Italien gilt derzeit (Stand: 28. Februar) nicht als Risikogebiet. Der Arzt sei am Montag in die Hamburger Klinik gekommen und habe dort noch anderthalb Tage gearbeitet. Er habe dann später für Covid-19 typische Symptome verspürt, den Dienst abgebrochen, sich am Donnerstag dann in der Hamburger Klinik testen lassen. Er habe aber nicht mit anderen Patienten in der Notaufnahme gewartet, sagt Prüfer-Storcks.

Klinikarzt arbeitete auf Säuglings- und Kleinkindstation in Hamburg

Der Fachstab Seuchenschutz der Behörde habe noch am Abend getagt und sehr zügig die nötigen Maßnahmen ergriffen. „Wir haben rund 50 engere Kontaktpersonen ermittelt, die Tests sind gelaufen, alle bisher vorliegenden Ergebnisse sind negativ.“ Man hoffe, dass es dabei auch bleibe, aber die Situation könne sich jederzeit ändern. Es liefen derzeit noch Tests.

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Die als enge Kontakte ermittelten Personen verbringen nun mindestens 14 Tage in Quarantäne. Unter den Kontakt-Patienten seien laut Joachim Prölß, Direktor für Patienten- und Pflegemanagement, 16 Kinder im Alter bis sechs Jahre, eine Säuglings- und Kleinkindstation sei betroffen. Die jungen Patienten mit 16 Elternteilen würden in der Klinik isoliert. 11 lose Kontakte verbleiben vorerst nicht in Quarantäne.

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Auch 12 eng mit dem Arzt in Kontakt stehende in der Klinik arbeitende Ärzte seien getestet worden und befänden sich bei sich zuhause in Isolation und damit außer Dienst. Der Krankenhaus-Betrieb könne aber ohne Probleme weiterlaufen, versicherte Prölß. “Keiner muss sich Sorgen machen, ins UKE zu kommen.”

Dem Arzt gehe es bislang gut, er habe am Freitag mitgeteilt, er sei symptomfrei. In seinem Umfeld gehe es auch allen gut. Das UKE sei laut Prölß weiterhin voll handlungsfähig.




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