„Süßes oder Saures“: Die Gesichtsmaske muss in diesem Jahr an Halloween mit

  • In diesem Jahr stehen an Halloween vor vielen Häusern wohl nicht nur Kürbisse.
  • Auch Kinder im Skelett- oder Zombie-Kostüm könnten wieder an der Tür klingeln - mit einem zusätzlichen Accessoire.
  • Denn die Gesichtsmaske muss in diesem Jahr auf jeden Fall mit, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen.
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Berlin. An Halloween an fremden Türen zu klingeln und um Süßigkeiten zu bitten ist in diesem Jahr aus Arztsicht trotz Corona kein absolutes Tabu mehr. „Die Kinder haben ja viel Freude daran. Aber man kann natürlich bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen“, sagt Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. „Also in festen Gruppen gehen, vielleicht nur Eingepacktes annehmen. Und wir wären weiter sehr zurückhaltend, direkte Kontakte zu empfehlen.“

Denn: „Auch Geimpfte können theoretisch noch erkranken. Auch wenn sie meist ja nicht schwer erkranken, können sie doch die Infektion weitergeben.“ Der Kinderarzt aus Berlin empfiehlt Kindern deshalb, an der Tür eine Maske aufzusetzen. „Man weiß ja nicht, wer hinter der Tür ist, und kann so auch den- oder diejenigen schützen.“

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Bei all dem Spaß die Abstands- und Hygieneregeln nicht vergessen

Ähnliche Empfehlungen waren aus verschiedenen Ländern zu hören. So empfiehlt das Sozialministerium in Sachsen-Anhalt, bei den Klingeltouren eine Maske zu tragen, um Tröpfcheninfektionen zu vermeiden. „Vielleicht passt die ja sogar zur Verkleidung“, überlegte auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Das Thüringer Gesundheitsministerium riet, besonders bei Kindern, die sich noch nicht impfen lassen konnten, auf die Abstands- und Hygieneregeln zu achten.

Der amerikanische Brauch ist seit Jahren auch in Deutschland weit verbreitet. Doch am Abend des 31. Oktober 2020 waren die Straßen leer: Neben dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatte auch die damalige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey geraten, nicht von Tür zu Tür zu ziehen. Stattdessen schauten viele Familien daheim verkleidet Gruselfilme oder bastelten. Seitdem hat sich viel getan, Erwachsene und Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren haben Impfangebote bekommen.

Auch Feiern sind wieder möglich - doch beim Durchmischen der Gruppen ist Vorsicht geboten

Kinderarzt Maske kann sich jetzt auch Feiern für Kinder wieder vorstellen: „Wenn man das mit einer Gruppe macht, die man gut kennt beziehungsweise mit der man sowieso Kontakt hat, sehe ich da gar keine Probleme. Beim Durchmischen von Gruppen sollte man aber möglichst Vorsicht walten lassen, gerade in der Altersgruppe, die nicht geimpft ist. Aber so ganz verbieten würde ich es jetzt dieses Jahr nicht mehr.“

Auch der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie rechnet mit einer Normalisierung: Er erwartet, dass „durch die fortgeschrittenen Impfungen auch wieder vermehrt Feiern im Teenie- und Erwachsenenbereich stattfinden werden“ und 75 Prozent des Umsatzes von 2019 erreicht werden. Vor der Pandemie hatte der deutsche Einzelhandel demnach rund 50 Millionen Euro Umsatz mit Halloween-Artikeln wie Kostümen und Schminke gemacht. Mit Kürbissen, Dekorationen, Süßigkeiten habe Halloween branchenübergreifend rund 200 Millionen Euro Umsatz ausgemacht. 2020 war der Umsatz mit Halloween-Artikeln eingebrochen: auf etwa 30 Prozent des Vorjahresumsatzes. „Recht gut“ sei es nur im Kleinkinderbereich gelaufen, so Verbandsgeschäftsführer Ulrich Brobeil.

RND/dpa

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