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Die guten Seiten der Krise: Sieben positive Entwicklungen in Zeiten des Coronavirus

  • Weltweit sind mehr als 145.000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt.
  • Doch durch die Krise entstehen auch positive Entwicklungen, wie eine Reduzierung der Luftverschmutzung.
  • Ob wirksame Medikamente oder gutes Krisenmanagement: Sieben Beispiele für die guten Seiten der Corona-Krise.
Michèle Förster
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Hannover. Die negativen Schlagzeilen über die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 bestimmen seit Wochen die Berichterstattung. Weltweit sind mehr als 145.000 Menschen (Stand: 14.03.2020) mit dem Coronavirus infiziert. Auch außerhalb Chinas wurden zahlreiche Erkrankungen nachgewiesen. In Deutschland sind laut dem Robert Koch Institut derzeit 3588 Menschen erkrankt.

Die Folgen: Messen werden abgesagt, Fußballspiele finden ohne Zuschauer statt und die Wartezimmer in Arztpraxen sind überfüllt. Doch dabei wird oftmals übersehen, dass auch die globale Covid-19 Epidemie ihre guten Seiten hat. Sieben Beispiele:

1. Singen gegen die Angst und für die Gemeinschaft

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Mit rund 17.000 bestätigten Infizierten ist Italien das am zweitstärksten von dem Coronavirus betroffene Land. Mehr als 1.200 Menschen verloren bereits ihr Leben, ganz Italien ist eine einzige Sperrzone. Für die Menschen ist das Ganze eine enorme Belastungsprobe, von der sich zahlreiche Einwohner des Landes aber nicht unterkriegen lassen wollen.

In den sozialen Medien kursierten am Freitagabend diverse Videos von Menschen, die während der Quarantäne auf ihren Balkonen stehen und singen. Es sind rührende Szenen, die sich in verschiedenen Teilen des Landes abspielen: Im selben Raum dürfen sich die Einwohner Italiens wegen der Sicherheitsmaßnahmen nicht aufhalten, dennoch sagen sie dem neuartigen Virus den Kampf an - und singen gemeinschaftlich gegen die Angst und Unsicherheit an.

2. Senioren zeigen sich furchtlos

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Senioren und Bewohner von Pflegeeinrichtungen leiden oftmals an dem kleinen Radius, in dem sie sich bewegen können. Durch die Ausbreitung des Coronavirus wird dieser Radius nun noch mehr eingeschränkt. Doch viele Senioren lassen sich nicht entmutigen und versuchen vielmehr, die Situation so positiv wie möglich hinzunehmen.

Auch wenn ältere Menschen zur Risikogruppe für eine Erkrankung gehören, nehmen viele von ihnen die aktuelle Lage gelassen hin. Ihre Lebenserfahrung und die Tatsache, dass viele von ihnen den Zweiten Weltkrieg er- und überlebt haben, ist der Grund für diese Einstellung.

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Der 89-jährige Siegfried K., der in einem Stuttgarter Heim lebt, bringt es auf den Punkt: “Ich bin in einem Alter, wo ich keine Angst mehr vor dem Tod habe. Ich bedauere aber die anderen Leute, die gesundheitlich oder finanziell leiden müssen.”

3. Große Hilfsbereitschaft innerhalb der Bevölkerung

Zahlreiche Bewohner Deutschlands haben angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ihre Hilfe angeboten. In einigen Geschäften finden sich beispielsweise Aushänge, in denen Menschen Senioren und durch das Virus besonders gefährdeten Mitbürgern Unterstützung beim Einkaufen anbieten. Nachbarschaftshilfegruppen organisieren ebenfalls Hilfsangebote für Betroffene.

Auch in den sozialen Medien signalisieren Menschen ihre Hilfsbereitschaft. Auf Facebook etwa gibt es bereits Corona-Hilfegruppen für Hamburg, in denen sowohl Hilfe angeboten als auch nach Unterstützung gefragt werden kann. Auf Twitter finden sich unter dem Hashtag „Nachbarschaftschallenge“ Beiträge von Nutzern, die Menschen in ihrem Umkreis bei der Kinderbetreuung, beim Einkaufen oder anderen wichtigen Tätigkeiten helfen möchten.

4. Weltweit mehr Genesungen als Infektionen

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Selbst in China, dem Ursprungsland der Epidemie, sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 70 Prozent der am Coronavirus erkrankten Personen wieder gesund. Von den mehr als 81.000 Infizierten hätten mindestens 58.000 Patienten die Krankenstationen und häusliche Quarantäne wieder gesund verlassen können. China sei daher auf dem besten Wege.

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Um eine zweite Ansteckungswelle in Deutschland zu vermeiden, sind einige Verhaltens- und Hygieneregeln zu beachten.  © RND

Auch in der besonders stark betroffenen Provinz Hubei, in der das Virus zuerst ausgebrochen war, sei die Epidemie laut Chinas Staatschef Xi Jinping deutlich eingedämmt. Aus diesem Grund würden auch die Ende Januar von den Behörden angeordneten Quarantäne-Maßnahmen wieder gelockert. Ein Blick auf die weltweite Entwicklung der Lungenkrankheit zeigt, dass die Zahl der Genesungen die der Infektionen mittlerweile übersteigt.

5. Medikamente erzielen Behandlungserfolge bei Covid-19

Bei der Behandlung Covid-19-Infizierter werden weltweit bereits verschiedene Medikamente auf ihre Wirksamkeit getestet. Das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelte Mittel Remdesivir gilt derzeit als große Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus. In ersten Tests hatte der Wirkstoff bereits die Symptome der Lungenkrankheit gelindert. Derzeit wird das Medikament an chinesischen Corona-Patienten getestet. Die Ergebnisse der klinischen Studie werden am 27. April erwartet.

Auch im Klinikum der University of Nebraska werden derzeit Covid-19-Patienten in einer klinischen Studie mit Remdesivir behandelt. Die Studien sind ein notwendiger Schritt, um die behördliche Zulassung des Medikaments zu erreichen. Chloroquin, das bisher zur Behandlung von Malaria eingesetzt wurde, habe sich laut chinesischen Wissenschaftlern ebenfalls als wirksam bei der Behandlung von Covid-19-Patienten herausgestellt. Auch Chloroquin soll in einer Studie auf seine Wirksamkeit in der Behandlung der Lungenkrankheit getestet werden.

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6. Taiwan zeigt, wie das Virus bekämpft werden kann

Obwohl nur 160 Kilometer Luftlinie Taiwan vom chinesischen Festland trennen, blieb der Inselstaat bislang vom Coronavirus weitgehend verschont. Gerad einmal 42 bestätigte Infektionen mit der Lungenkrankheit gibt es laut taiwanesischem Gesundheitsministerium. Seit dem 3. März seien keine neuen Fälle hinzugekommen. Das ist vor allem Taiwans vorbildlichem Krisenmanagement zu verdanken.

Bereits Anfang Januar, als die Weltgesundheitsorganisation erstmals auf die neuartige Lungenkrankheit in China aufmerksam wurde, wurden alle nach Taiwan einreisenden Fluggäste auf Fieber und Symptome der Lungenkrankheit untersucht. Kurz darauf wurde auch eine Einreisesperre für ausländische Reisende verhängt und die Neujahrsferien an den Schulen des Landes um zwei Wochen verlängert, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Mittels Smartphone-Tracking konnten die medizinischen Behörden die Reisehistorie jedes Verdachtsfalls nachvollziehen. Zusätzlich zur verstärkten Produktion von Desinfektionsmitteln wurden Geldstrafen auf die Verletzung der häuslichen Quarantäne verhängt.

Die gelungene Eindämmung des Virus gibt Taiwans vorausschauender Strategie recht. Doch die Maßnahmen finden weltweit kaum Gehör. Als Grund dafür wird die so genannte “Ein-China-Politik” genannt: Taiwan wird nach wie vor als Teil Chinas gesehen. Auch Deutschland erkennt die Souveränität Taiwans nicht an. Weil der Inselstaat auch kein Mitglied der Vereinten Nationen (UN) ist, fehlt der Kontakt zur WHO ebenfalls.

7. Smog-Belastung geht zurück

In den vergangenen Wintern hatte China bislang mit hoher Smog-Belastung zu kämpfen – doch in diesem Jahr ist das anders. Wie Satellitenbilder der Nasa zeigen, ist die Luftverschmutzung über dem Land drastisch gesunken. Zu verdanken ist das in gewisser Weise dem Coronavirus. Durch die staatlich angeordneten Fahr- und Reiseverbote sowie die umfassenden Quarantänemaßnahmen kam das öffentliche Leben in der Millionenmetropole komplett zum Erliegen. Durch die hohen Infektionszahlen sahen sich auch viele Fabriken gezwungen, ihre Produktion vorübergehend einzustellen.

Der Rückgang des Stickstoffdioxid-Ausstoßes sei zuerst über Wuhan sichtbar gewesen, meldete die US-Raumfahrtbehörde. Von dort aus breitete sich der Effekt – nur kurz unterbrochen durch die Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest – auch über die übrigen Teile des Landes aus.

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