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Weniger Klinikaufenthalte bei Omikron-Infizierten? Britische Studien geben dafür Hinweise

Intensivpfleger Sebastian arbeitet in Schutzausrüstung mit Mund-Nasenbedeckung, Gesichtsschutz, Kittel und Haube auf der Intensivstation des Krankenhauses Bethel Berlin an einem Corona-Patienten.

London.Eine Infektion mit der Coronavirus-Variante Omikron scheint zu milderen Krankheitsverläufen zu führen als jene mit der bisher vorherrschenden Delta-Variante. Dies legen zwei neue Studien aus Großbritannien nahe, die am Mittwochabend veröffentlicht wurden. Eine Schätzung des Covid-19-Forschungsteams am Imperial College in London ergab, dass die Wahrscheinlichkeit von Klinikeinweisungen bei Omikron-Fällen in England um rund 20 Prozent niedriger sei als bei Delta-Infektionen. Das Risiko, mit einer Omikron-Ansteckung für eine Nacht oder länger im Krankenhaus zu landen, sei zudem um 40 Prozent niedriger als bei Delta, hieß es.

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Die Analyse umfasste alle durch PCR-Tests bestätigten Infektionen in England in der ersten Dezemberhälfte, bei denen die Variante nachgewiesen werden konnte: 56.000 Omikron-Fälle und 269.000 Delta-Fälle.

Omikron-Studie: Risiko von schweren Verläufen 20 bis 25 Prozent geringer

Nach einer Studie des Londoner Imperial College ist das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes bei Omikron geringer als nach einer Infektion mit Delta.

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Risiko um zwei Drittel niedriger

Eine andere Studie aus Schottland unter Beteiligung von Forschenden an der Universität von Edinburgh legte nahe, dass das Risiko einer Krankenhauseinweisung bei Omikron um zwei Drittel niedriger sei als bei Delta. Doch wiesen die Autoren und Autorinnen darauf hin, dass die fast 24.000 Omikron-Infektionen in Schottland bei überwiegend jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 festgestellt worden seien. Jüngere Menschen tragen ein sehr viel geringeres Risiko schwerer Krankheitsverläufe durch Covid-19.

Die Autorinnen und Autoren der Studie betonten, dass es sich bei den Erkenntnissen um vorläufige Beobachtungen handele. Doch seien sie „ermutigend“. Zugleich warnten die Forschenden vor voreiligen Hoffnungen. Selbst wenn sich die Erkenntnisse der Studien bestätigen sollten, müsse man milde Krankheitsverläufe gegen den Fakt abwägen, dass sich die Omikron-Mutante rasanter ausbreite als Delta und eher in der Lage sei, den Impfschutz zu umgehen. Die schiere Zahl der Infektionen mit Omikron könnte damit dennoch zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen. Die Studien wurden auch noch nicht unabhängig bestätigt.

Besser „verhaltener Optimismus“

Manuel Ascano, Biochemiker an der Vanderbilt University in Nashville im US-Staat Tennessee, riet, dass „verhaltener Optimismus vielleicht der beste Weg“ sei, die Studien aus Großbritannien zu betrachten. Sie schienen zwar vorangegangene Forschungen zu stützen, wonach Omikron womöglich nicht so schädlich sei wie die Delta-Variante. Doch hätten die britischen Studien ihre Begrenzungen. Die Erkenntnisse bezögen sich zum Beispiel auf einen bestimmten Zeitpunkt in einer sich rasant verändernden Situation im Vereinigten Königreich. In anderen Ländern könnte es sich anders verhalten, schränkte Ascano ein.

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Zweifel ließ auch Matthew Binnicker durchblicken, der Direktor für klinische Virologie an der Mayo Clinic in Rochester in Minnesota. Die Daten seien zwar interessant. Doch in der schottischen Studie sei der Anteil der jungen Menschen in der Omikron-Gruppe im Vergleich zur Delta-Gruppe fast doppelt so hoch gewesen. Dies könnte das Ergebnis so verzerrt haben, dass daraus weniger schwere Krankheitsverläufe bei Omikron gefolgert worden seien, sagte Binnicker.

Daten aus Südafrika

Allerdings legen Daten aus Südafrika, wo die neue Virusvariante zuerst erkannt wurde, ebenfalls den Schluss nahe, dass Menschen mit einer Omikron-Infektion wohl nicht so schwer erkranken wie jene mit Delta. Salim Abdool Karim, ein südafrikanischer Epidemiologe und Experte für Infektionskrankheiten, berichtete diese Woche, dass die Rate der Krankenhauseinweisungen in seinem Land bei Omikron-Fällen weitaus niedriger sei als bei Delta.

„Unsere allgemeine Einweisungsrate liegt in der Region bei rund zwei bis vier Prozent im Vergleich zu früher, als sie sich 20 Prozent näherte“, erklärte er. „Obwohl wir also eine Menge Fälle sehen, werden sehr wenige eingeliefert.“

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RND/AP

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