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Daten aus Großbritannien: Jeder fünfte schwer kranke Corona-Patient ist eine ungeimpfte Schwangere

  • Schwangere haben ein hohes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken.
  • Das zeigt eine Datenanalyse des britischen Gesundheitsdienstes NHS.
  • Ungeimpfte schwangere Frauen würden rund 20 Prozent der schwer kranken Corona-Patientinnen und -Patienten in England ausmachen, teilte die Behörde mit.
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London. Der britische Gesundheitsdienst NHS hat Schwangere erneut dazu aufgerufen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Der Grund: Sie haben ein hohes Risiko, schwer an einer Infektion mit dem Coronavirus zu erkranken, wie neue Daten zeigen. Ungeimpfte schwangere Frauen machen demnach fast 20 Prozent der schwer kranken Corona-Patientinnen und -Patienten aus, die in Englands Krankenhäusern behandelt werden müssen. Seit Juli sei etwa jeder fünfte Corona-Erkrankte, der eine intensive Lungenbypassbehandlung oder eine extrakorporale Membranoxygenierung – besser bekannt als künstliche Lunge – benötigte, schwanger und ungeimpft gewesen, schreibt die Behörde in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.

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NHS: keine Folgeschäden durch Impfung

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„Es ist sehr traurig, dass fast jede fünfte Covid-19-Patientin, die am schwersten erkrankt ist, eine Schwangere ist, die nicht geimpft wurde“, sagte der britische Minister für Gesundheit und Soziales, Sajid Javid. „Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass sich werdende Mütter impfen lassen, um sich und ihre Babys zu schützen.“ Mehr als 81.000 Schwangere haben inzwischen eine erste Impfdosis erhalten, rund 65.000 sind schon vollständig immunisiert.

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Der NHS weist bei seinem Impfappell auf das gute Sicherheitsprofil der für Schwangere empfohlenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna hin. Bei mehr als 100.000 Impfungen in England und Schottland sowie weiteren 160.000 in den USA sei deutlich geworden, dass die Vakzine „keine Folgeschäden für den Fötus oder das Kind“ verursachen.

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Corona-Impfung für Schwangere seit September in Deutschland empfohlen

„Es gibt belastbare Beweise dafür, dass der Impfstoff der wirksamste Weg ist, um Mutter und Kind vor einer möglichen schweren Erkrankung durch Covid-19 zu schützen“, sagte Edward Morris, Präsident des Royal College of Obstetricians and Gynecologists. „Die überproportionale Zahl ungeimpfter Schwangerer auf der Intensivstation zeigt, dass in der Schwangerschaft ein erhebliches Risiko für eine schwere Erkrankung durch Covid-19 besteht.“ Seit April können sich Schwangere in Großbritannien mit den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna impfen lassen.

In Deutschland können schwangere Frauen seit September gegen Covid-19 geimpft werden. Die Ständige Impfkommission hatte sich dafür ausgesprochen, dass ungeimpfte Schwangere und Stillende ab dem zweiten Trimenon zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffes (Biontech/Pfizer und Moderna) erhalten können. Zuvor hatte das Gremium aus Expertinnen und Experten, das am Robert Koch-Institut angesiedelt ist, eine Impfung nur Schwangeren empfohlen, die Vorerkrankungen, ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf oder hohes Expositionsrisiko für eine Sars-CoV-2-Infektion haben.

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