Großbritannien: 168 Fälle von Blutgerinnseln nach Astrazeneca-Impfung

  • Bis Mitte März kam es bei 168 Briten zu Blutgerinnseln nach einer Astrazeneca-Impfung.
  • Umgerechnet sind dies 7,9 Fälle pro Million geimpfter Bürger.
  • In den vergangenen Monaten wurden in Großbritannien deutlich weniger Fälle als in anderen europäischen Ländern gemeldet.
Anzeige
Anzeige

London. Die Zahl der nach Astrazeneca-Impfungen aufgetretenen schweren Fälle von seltenen Blutgerinnseln liegt in Großbritannien neuesten Daten zufolge bei rund acht (7,9) Fällen pro Million Geimpfter. Das teilte die britische Arzneimittelbehörde MHRA in dieser Woche mit. Damit nähern sich die Erfahrungen in Großbritannien denen in anderen Ländern. Die Behörde sieht jedoch weiterhin keinen Beweis für einen Zusammenhang mit dem Impfstoff und den Blutgerinnseln erbracht. Ihre Empfehlung änderte sie nicht. Der Nutzen einer Impfung mit Astrazeneca übersteige für die meisten Menschen weiterhin die Risiken, hieß es.

Video
Vorteile von Astrazeneca überwiegen bei allen Altersgruppen
0:59 min
Die EMA hat nun mitgeteilt, dass die Vorteile des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca in allen Altersgruppen höher zu bewerten sind als die Risiken.  © dpa

Demnach wurden im Vereinigten Königreich bis Mitte April 168 Fälle von schweren Blutgerinnseln mit dem gleichzeitigen Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) nach einer Astrazeneca-Impfung registriert. In der Folge kam es zu 32 Todesfällen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden nach Angaben der Behörde bereits 21,2 Millionen Menschen erstmalig mit dem Präparat geimpft. Daraus ergibt sich die Zahl von 7,9 Fällen pro Million Geimpfter.

Anzeige

Impfreihenfolge könnte abweichende Werte erklären

Anzeige

In 77 Fällen handelte es sich um sogenannte Sinusvenenthrombosen - Blutgerinnsel im Gehirn - das durchschnittliche Alter der Betroffenen war 47 Jahre. Bei 91 Fällen, die von anderen Blutgerinnseln betroffen waren, lag der Altersdurchschnitt bei 55 Jahren.

Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.
Anzeige

In Großbritannien waren bislang im Verhältnis sehr viel weniger Fälle der seltenen Blutgerinnsel gemeldet worden als in anderen Ländern. Über die Gründe dafür konnte bisher nur spekuliert werden. Als eine Erklärung galt, dass in dem Land strikt nach Altersgruppen geimpft wurde. Die Thrombosefälle scheinen jedoch häufiger bei jungen Menschen aufzutreten. Im Vereinigten Königreich sollen inzwischen unter 30-Jährige bevorzugt einen anderen Impfstoff erhalten. Eine verbindliche Altersbeschränkung gibt es aber nicht. In Deutschland wird Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige empfohlen.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen