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Fragen und Antworten zur Grippewelle: Warum die Impfung dieses Jahr besonders wichtig ist

  • Vergangenen Winter wurden kaum Grippe-Fälle registriert.
  • Großen Anteil daran hatten die Corona-Schutzmaßnahmen.
  • Darauf, dass die Welle diese Saison erneut ausbleibt, sollte man sich nicht verlassen.
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Berlin. Jedes Jahr im Herbst stellen sich viele Menschen die Frage: Soll ich mich gegen Grippe impfen lassen oder nicht?

Vergangenes Jahr war die Zahl der Grippe-Geimpften vergleichsweise hoch, während auch durch diverse Corona-Schutzmaßnahmen die Grippewelle ausblieb.

Was heißt das für die kommende Influenza-Saison?

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Wegen der Rückkehr zu mehr Normalität, unter anderem an Schulen und Kitas, beobachten Ärztinnen und Ärzte jetzt schon Nachholeffekte bei Atemwegserkrankungen. Wird es das auch bei der Influenza geben?

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Fachleute halten das für möglich. „Eine Impfung gegen Grippe ist gerade auch in diesem Winter extrem wichtig, da ein hohes Risiko für eine starke Grippewelle zu erwarten ist“, sagte etwa die Vorsitzende des Hausärzteverbandes in Rheinland-Pfalz, Barbara Römer.

Video
Wie entsteht ein Impfstoff?
1:52 min
Nach einem Impfstoff gegen Covid-19 wird unnachgiebig geforscht. Innerhalb von nur einem Jahr war bereits der erste Kandidat in der Zulassungsphase.
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Für wen ist die Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt sie unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, Vorerkrankten und medizinischem Personal.

Für gesunde Unter-60-Jährige und Kinder gibt es keine explizite Empfehlung - die Stiko rät aber auch nicht davon ab.

Wenn die Impfung durch die Stiko empfohlen ist, übernehmen die Krankenkassen die Kosten in aller Regel. Viele Firmen bieten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenlose Impfungen an.

Neue Impfstoff-Empfehlung für Ältere

Damit Menschen ab 60 Jahren noch besser vor einer Infektion geschützt sind, empfiehlt die Stiko ihnen seit diesem Jahr die Impfung mit sogenannten Hochdosis-Impfstoffen.

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Diese unterscheiden sich von den normalen Influenza-Impfstoffen entweder durch bestimmte Wirkverstärker oder eine höhere Menge von enthaltenen Antigenen. Sie haben laut RKI eine leicht höhere Wirksamkeit bei Älteren.

Die Deutsche Geriatrische Gesellschaft (DGG) begrüßt die erneuerte Schutzimpfungs-Richtlinie ausdrücklich. Denn die Älteren seien besonders gefährdet, eine Influenza-Infektion zu entwickeln. Und sie haben im Falle einer Infektion auch eine deutlich höhere Sterblichkeit.

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Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Die Hochdosis-Impfstoffe können im Vergleich zum normalen Impfstoff allerdings etwas häufiger vor allem lokale Nebenwirkungen auslösen. Dazu gehören etwa Schmerzen an der Einstichstelle. Auch bei den Standard-Influenza-Impfstoffen kann die Einstichstelle schmerzen, gerötet sein und etwas anschwellen. Manche fühlen sich im Anschluss kränklich – mit erhöhter Temperatur, Müdigkeit, Frösteln, Schwitzen, Kopf- und Gliederschmerzen.

Solche Beschwerden klingen laut RKI in der Regel nach ein bis zwei Tagen ab. Im Allgemeinen sei die Impfung gut verträglich.

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Die Verfügbarkeit der Impfstoffe

Das RKI rechnet für diese Saison mit einem Bedarf von 8 bis 10 Millionen Dosen von Hochdosis-Impfstoffen und 15 bis 17 Millionen Dosen der Standard-Impfstoffe.

Die Verfügbarkeit der Hochdosis-Impfstoffe hänge von der Nachfrage in den kommenden Monaten ab, schreibt der Deutsche Apothekerverband auf Nachfrage. Sollte es hier Engpässe geben, können Ältere einen normalen Influenza-Impfstoff erhalten.

Der richtige Zeitpunkt

Gut terminiert ist die Impfung zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember. Das hat damit zu tun, dass die optimale Schutzwirkung rund zwei Wochen danach beginnt und nach drei Monaten langsam nachlässt. Die Grippewelle rollt meist vor allem zwischen Januar und März.

Da jede Saison andere Influenzaviren im Umlauf sind, wird auch der Impfstoff ständig daran angepasst. Auch deshalb sollte man sich jedes Jahr aufs Neue impfen lassen.

Weniger Risiko für schwere Verläufe

Bei der Abwägung von Für und Wider einbeziehen sollte man auch die Tatsache, dass die Impfung das Risiko eines schweren Grippeverlaufs im Fall einer Ansteckung senkt. So wie es bei den Impfstoffen gegen Covid-19 der Fall ist.

Außerdem reduziert man durch die Influenza-Impfung auch das Risiko, andere Menschen anzustecken. Deshalb wird sie etwa Menschen empfohlen, die mit Risikopersonen zusammenleben.

Impfung gegen Grippe und Corona

Nur einmal den Weg in die Arztpraxis auf sich nehmen und sich gleichzeitig den Schutz gegen Grippe und Corona abholen? Das ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ab sofort möglich.

Die Injektionen sollten an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen – also am rechten und linken Arm zum Beispiel. Bei einer gleichzeitigen Anwendung der Impfstoffe könnten häufiger Impfreaktionen auftreten als bei der zeitlich getrennten Gabe.

RND/dpa

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