Schon jetzt Engpässe bei der Grippeschutz­impfung

  • Erste Arztpraxen melden, dass sie keine Grippe­impfstoffe mehr vorrätig haben.
  • Das sagte Thomas Preis, Chef des Apotheker­verbands Nordrhein, der „Rheinischen Post“.
  • Der Engpass sei aber ein gutes Zeichen, denn er zeige, dass die Nachfrage hoch sei.
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Düsseldorf. Kurz nach Beginn der Grippeschutz­impfungen treten wegen der hohen Nachfrage bereits Engpässe auf. „Erste Arztpraxen melden, dass sie keine Grippe­impfstoffe mehr haben. Betroffen ist auch der spezielle Efluelda-Impfstoff für über 60-Jährige“, sagte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der Zeitung „Rheinische Post“ (Dienstagausgabe). Diesen Hochdosis-Impfstoff empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) für Menschen über 60 Jahren, weil er die vierfache Antigen-Menge enthält.

„Wenn jetzt schon vereinzelt die Grippeimpfstoffe in den Arztpraxen ausgehen, ist das eigentlich ein gutes Zeichen. Die kurzfristigen Engpässe sind ein Zeichen für eine hohe Nachfrage nach Grippeimpfungen, und das ist grundsätzlich positiv.“ Es bestehe aber kein Grund zur Sorge. Der Verband gehe davon aus, dass die Produktions­kapazitäten der Hersteller in dieser Saison vollkommen ausreichend sind. Allein von dem Impfstoff Efluelda werden die Apotheken laut Preis mehr als zehn Millionen Dosen ausliefern können. Es gebe 23 Millionen Bürger über 60 Jahre, aber nur rund ein Drittel habe sich in den vergangenen Jahren gegen Grippe impfen lassen.

„Grippe ist kein harmloses Fieber“

In der vergangenen Woche hatten Bundesgesundheits­minister Jens Spahn und Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, bereits für die Grippeimpfung geworben. „Das ist kein harmloses Fieber“, sagte Spahn über die Krankheit. Insbesondere für Alte, Vorerkrankte und Schwangere gebe es Risiken.

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Laut Paul-Ehrlich-Institut sind zudem in der Grippesaison 21/22 in Deutschland bisher deutlich mehr Impfdosen von Influenza-Vakzinen freigegeben worden, als in den Vorjahren. Die Zahl lag am 10. Oktober bei rund 25 Millionen, 2020 waren es zu diesem Zeitpunkt knapp 20 Millionen. Man könne sich gleichzeitig gegen das Coronavirus und die Grippe impfen lassen, erklärt Jens Spahn.

RND/Reuters/epd/saf

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