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Gesundheitsämter am Limit: Kontaktnachverfolgung gerät vielerorts ins Stocken

  • Gesundheitsämter sollen Kontaktpersonen von Corona-Infizierten ermitteln.
  • Doch je höher die Fallzahlen steigen, desto mehr stoßen die Behörden an ihre Grenzen.
  • Zahlreiche Gesundheitsämter in Deutschland melden laut einem Medienbericht Verzögerungen bei der Kontaktverfolgung.
Laura Beigel
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Zahlreiche Gesundheitsämter sind nicht mehr in der Lage, Kontaktpersonen von Corona-Infizierten innerhalb der dafür vorgesehenen Zeitspanne zu kontaktieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Datenrechercheteams der „Apotheken Umschau“.

Das Team befragte alle 401 deutschen Gesundheitsämter auf Ebene der Landkreise, kreisfreien Städte sowie der Länder. 164 Behörden gaben schließlich Auskunft zu der Frage, ob es Verzögerungen beziehungsweise einen Rückstau bei der Kontaktnachverfolgung gebe. Jedes vierte Gesundheitsamt beantwortete die Frage mit „Ja“.

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Bei der Befragung ging es ausschließlich um Kontaktpersonen der Kategorie I. Diese haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein höheres Infektionsrisiko, weil sie beispielsweise …

  • … mehr als 15 Minuten mit dem Corona-Infizierten im Face-to-face-Kontakt standen, …
  • … sich über einen längeren Zeitraum in Räumlichkeiten mit hoher Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten haben, …
  • … direkten Kontakt zu Sekreten hatten, …
  • … als medizinisches Personal dem Corona-Infizierten ohne adäquate Schutzkleidung und mit verringertem Mindestabstand begegnet sind, …
  • … als medizinisches Personal ohne adäquate Schutzkleidung direkten Kontakt zu Sekreten hatten oder sich über einen längeren Zeitraum in Räumlichkeiten mit hoher Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten haben.

RKI-Chef appelliert an die Bevölkerung, durchzuhalten

Die verzögerte Kontaktverfolgung hat zur Folge, dass Infektionsketten nicht rechtzeitig unterbrochen werden können. Gleichzeitig bedeutet es, dass sich Menschen, die ein potenzielles Infektionsrisiko aufweisen, unwissentlich nicht in Quarantäne begeben.

RKI-Chef Lothar Wieler hatte in einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin auf die Überforderung der Gesundheitsämter hingewiesen. Die Lage sei „ernst und besorgniserregend“, man dürfe aber nicht aufgeben, sondern müsse „nach bestem Wissen und Gewissen“ weitermachen.

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