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Geimpft, genesen, getestet – was bedeutet das für das Ansteckungsrisiko?

  • Die „3-G-Regel“ sieht die gleichen Rechte für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete vor.
  • Was ist über die Ansteckungsgefahr bekannt, die von den einzelnen Gruppen noch ausgeht?
  • Durch eine Testpflicht, die auch für Geimpfte und Genesene gilt, ließe sich das höchste Maß an Sicherheit erreichen.
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Bei den Corona-Beschränkungen werden Geimpfte, Genesene und negativ Getestete wohl auch in Zukunft gleichgestellt, es wird weiterhin die „3-G-Regel“ gelten. Tatsächlich lässt sich vor allem durch Tests die Infektionsgefahr bei Zusammen­künften besonders gut senken.

So schützt eine Impfung gegen des Coronavirus zwar nach wie vor gut vor schweren Verläufen, die Rate derjenigen, die sich trotz Impfung infizieren, steigt jedoch mit der Verbreitung der Delta-Variante. Das zeigt eine aktuelle Studie britischer Forscher und Forscherinnen, die als Preprint veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen hatten über 200.000 Ergebnisse von PCR-Tests aus dem Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni ausgewertet. Dabei stellten sie fest, dass eine Impfung seit der Ausbreitung der Delta-Variante Infektionen nur noch zu etwa 49 Prozent verhindert. Sie beziehen sich dabei auf die Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen. Für das Pandemiegeschehen spielten die Impf­durch­brüche eine wichtige Rolle: Infektionen bei vollständig Geimpften machten demnach fast die Hälfte der Neuinfektionen (44 Prozent) aus.

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In der Studie wurde auch der sogenannte Ct-Wert der PCR-Tests verglichen, der einen Hinweis auf die Viruslast und damit auf die Infektiosität von positiv Getesteten geben kann. Nachdem extrem hohe Ct-Werte ausgeklammert wurden (bei denen kein vermehrungsfähiges Virus mehr vorliegt), ergab sich im Durchschnitt kaum ein Unterschied bei den Ct-Werten von Geimpften und Ungeimpften. Von beiden ging demnach eine ähnlich hohe Ansteckungsgefahr für ihre Umgebung aus. Zusammengefasst lässt sich daraus schließen: Geimpfte infizieren sich zwar seltener als nicht Immunisierte, aber nur zu rund 50 Prozent. Und sobald ein Geimpfter infiziert ist, kann er das Virus womöglich mit einer ähnlich hohen Wahrscheinlichkeit weitergeben wie ein Nichtgeimpfter.

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Genesene mindestens ein Jahr lang geschützt

Genesene mit Geimpften gleichzustellen ist medizinisch gerechtfertigt. Denn eine durchgemachte Infektion schützt mindestens genauso gut oder sogar besser vor einer erneuten Ansteckung als die Impfung: In einer Untersuchung, die ebenfalls von britischen Forschern und Forscherinnen stammt und im Fachjournal „The Lancet“ erschien, waren Bewohner eines Pflegeheims bis zu zehn Monate lang zu 85 Prozent vor einer erneuten Infektion geschützt. Für das Pflegepersonal wurde ein Schutz von etwa 60 Prozent ermittelt. Die Untersuchung wurde dabei im vergangenen Herbst und Winter durchgeführt, also noch vor der Ausbreitung der Delta-Variante.

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Eine weitere Studie, die im Fachmagazin „Nature“ erschien, kam ebenfalls zu dem Schluss, dass Genesene mindestens für ein Jahr lang noch einen guten Immunschutz haben. Untersucht worden war hierbei nicht die Infektionsrate, sondern die Konzentration von Antikörpern und Abwehrzellen im Blut. Mit Geimpften gleichgestellt werden derzeit trotzdem nur solche Genesenen, bei denen eine Infektion weniger als sechs Monate zurückliegt.

Von Nichtgeimpften, die ein negatives Ergebnis eines Antigenschnelltests vorlegen, sollte inzwischen eine geringere Infektionsgefahr ausgehen als von Geimpften, die sich nicht noch einmal getestet haben. Denn die Mindestanforderung an die anerkannten Tests lautet, dass diese 80 Prozent der Infektionen erkennen müssen, bei denen auch der PCR-Test anschlagen würde. Eine „2-G-Regelung“, bei der nur Geimpfte, nicht aber negativ Getestete Zugang zu Veranstaltungen oder Restaurantinnenräumen hätten, würde daher den Infektionsschutz nicht erhöhen. Durch eine Testpflicht, die auch für Geimpfte und Genesene gilt, ließe sich hingegen das höchste Maß an Sicherheit erreichen.

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