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Kekulé zu Corona-Mutation: Spätestens im Herbst neue Impfstoffvarianten nötig

  • Der Virologe Alexander Kekulé sieht bei der aufgetauchten Mutation E484K die Gefahr, dass Antikörper deutlich weniger wirksam sein könnten.
  • Wie stark der Schutz durch die Impfstoffe sinke, wisse man noch nicht.
  • Daher werden neue Varianten der Vakzine nötig - bis dahin sollten die Risikogruppen schnellstmöglich geimpft werden.
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Halle. Die nun auch in Großbritannien aufgetauchte Mutation E484K stärkt das Coronavirus nach Angaben des Virologen Alexander Kekulé gegen die Abwehrmechanismen im Körper. „Das Virus entkommt dem Immunsystem einfacher“, sagte der Professor der Universität Halle-Wittenberg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Mutation betrifft wie auch andere Mutationen das sogenannte Spike-Protein, das dem Coronavirus die kronenhafte Form verleiht.

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Wirksamkeit von Antikörpern deutlich geringer

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Antikörper seien aber deutlich weniger wirksam gegen die E484K-Variante, sagte Kekulé mit Verweis auf Angaben aus Brasilien und bislang weniger belastbare Berichte aus Südafrika. „Das Virus wird schlechter neutralisiert.“ Wer nach einer Corona-Infektion Antikörper gebildet habe, könne an Viren mit der E484K-Mutation leichter als am herkömmlichen Coronavirus ein zweites Mal erkranken.

Die gute Nachricht sei aber, dass die Krankheitsverläufe dann in der Regel milder seien. „Wir haben dann zwar nicht das volle Sortiment, das das Virus abfängt“, erklärte der Mediziner. „Aber wir können es bremsen.“

Unklar, wie gut Impfstoffe vor Mutationen schützen

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Die Gefahr einer Erkrankung bestehe bei E484K zwar auch nach einer Impfung, sagte Kekulé. Die mRNA-Impfstoffe böten aber deutlich besseren Schutz als eine natürliche Immunreaktion. Wie stark der Schutz durch die Impfstoffe bei E484K sinke, wisse man noch nicht, sagte der Virologe. „Vielleicht geht die Wirksamkeit nur von 95 auf 90 Prozent zurück.“ Er sei sich aber sicher, dass spätestens im Herbst neue Impfstoffvarianten nötig würden.

Dass das Virus unabhängig an verschiedenen Orten die Mutation E484K gebildet habe, spreche dafür, dass diese einen Vorteil für das Virus habe, erklärte Kekulé. Aus seiner Sicht wäre es daher hilfreich, jetzt schnell die Risikogruppen einmal zu impfen. „Damit wir das Virus überholen.“ Die offiziellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sehen aber eine zweifache Impfung pro Person vor.

RND/dpa

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