Gammelfleisch aus Österreich auch nach Deutschland geliefert

  • Ein Schlachthofbetrieb in Österreich wird verdächtigt, ungenießbares Fleisch verkauft zu haben.
  • Der Betrieb liefert auch in andere europäische Länder – darunter auch Deutschland.
  • Das Fleisch gehört eigentlich in die Tierkörperverwertung.
Ben Kendal
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Ein Schlachthof in Österreich soll ungenießbares Fleisch auch nach Deutschland geliefert haben. Das hat die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bekannt gegeben.

Bei einer Razzia in dem Schlachthof in dem österreichischen Bundesland Steiermark wurde einem Bericht des Österreichischen Rundfunks (ORF) zufolge der Betriebsleiter wegen Betrugsverdacht festgenommen, weil sein Betrieb ungenießbares Fleisch verarbeitet haben soll. Die Ware wurde nach bisherigen Erkenntnissen an Großabnehmer und verarbeitende Betriebe geliefert.

Schlachthof soll ungenießbares Fleisch weiterverarbeitet und verkauft haben

Das betroffene Fleisch hätte demnach in die Tierkörperverwertung gehört. Doch es besteht der Verdacht, dass der Schlachthof es weiterverarbeitet und verkauft hat. Dabei wurde das ungenießbare Fleisch laut AGES auch in andere europäische Länder geliefert, darunter auch Deutschland und Italien.

Die Behörden der Länder seien über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) darüber in Kenntnis gesetzt worden. Das betroffene Fleisch muss nun von dem Schlachthof zurückgeholt werden. Dabei wird „besonderes Augenmerk“ auf bereits zerlegtes Fleisch gelegt, wie AGES in einer Mitteilung erklärte. Unklar ist noch, ob das Fleisch eine Gefahr für die Gesundheit darstellt.

Fleisch muss auf „Genusstauglichkeit“ geprüft werden

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Fleisch darf nur in den Verkehr gebracht werden, wenn es mit einem „Genusstauglichkeitsstempel“ versehen ist. Die Tiere werden vor der Schlachtung untersucht. Wenn sie krank sind, dürfen sie erst gar nicht für den Verzehr geschlachtet werden. Aber auch nach der Schlachtung wird das Fleisch noch mal unter die Lupe genommen. Manchmal ergibt sich auch erst dann, dass es nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. In diesem Fall muss es als „genussuntauglich“ gekennzeichnet werden und darf nicht der Lebensmittelkette zugeführt werden.

RND