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  • FFP2-Maskenpflicht in Deutschland: Infektiologin hält bundesweite Maßnahme nicht für nötig

Bundesweite FFP2-Masken-Pflicht? Infektiologin hält das für verzichtbar

  • Bayern will ab kommenden Montag die Maskenpflicht verschärfen.
  • Dann müssen Bürger beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen eine FFP2-Maske tragen.
  • Eine bundesweite Pflicht sei hingegen nicht notwendig, meint eine Göttinger Infektiologin.
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Ab Montag gilt in Bayern eine FFP2-Masken-Pflicht. Der Mund-Nasen-Schutz, der bei richtiger Verwendung nicht nur andere Menschen, sondern auch den Träger schützt, muss dann in öffentlichen Nahverkehrsmitteln wie Bussen und Bahnen sowie im Einzelhandel getragen werden. Auch andere Bundesländer diskutieren inzwischen darüber, ob sie dem bayerischen Vorbild folgen sollten. Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt darauf, mehr FFP2- statt Alltagsmasken zu verwenden.

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Werden FFP2-Masken-Träger zu sorglos?

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„Dies ist aus meiner Sicht keine erforderliche und verhältnismäßige Maßnahme“, sagt hingegen Simone Scheithauer, Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologie der Universitätsmedizin Göttingen, im Interview mit dem „Göttinger Tageblatt“. „Die Idee hinter dem Schutz durch das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen wird ja eben dadurch erreicht, dass wir alle diese tragen, uns also gegenseitig schützen. Und dazu benötigt es im Alltag keine FFP2-Masken für jeden.“

Die Infektiologin warnte ferner davor, dass sich Träger von FFP2-Masken zu sicher fühlen könnten und folglich achtlos mit Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln umgehen. „Die Maske ist hier nur ein Baustein im Präventionspuzzle.“

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Söder: FFP2-Masken sind kein Allheilmittel

Die FFP2-Masken-Pflicht in Bayern soll erst nur für Personen ab 15 Jahren gelten. Kinder bis einschließlich 14 Jahre bleiben von der Regelung ausgenommen, erklärte Ministerpräsident Markus Söder. Die FFP2-Masken seien kein Allheilmittel, aber gegenüber „den ganzen löchrigen Schals“ jedenfalls eine deutliche Verbesserung. Auch mögliche Öffnungen im Handel nach dem aktuellen Lockdown seien irgendwann dann auch mit einem besseren Gewissen zu vertreten, sagte Söder.

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Anders als Scheithauer hält Virologe Alexander Kekulé die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel grundsätzlich für sinnvoll. „Natürlich ist eine FFP2-Maske deutlich sicherer als ein Mund-Nasen-Schutz, der oft auch nur sehr locker getragen wird.“

Damit die Maske eine Schutzwirkung entfaltet, müsse sie korrekt angelegt und verwendet werden, erklärte Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Sie müsse dicht abschließen, die Außenfläche dürfe auch beim Ablegen nicht berührt werden. Korrekt verwendet biete aber eine solche Maske anders als die einfachen Einweg- und Baumwollmasken viel Eigenschutz.

RND/lb/dpa

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