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Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests: die wichtigsten Fragen und Antworten

  • Ab sofort sind die Corona-Schnelltests in Arztpraxen, Apotheken und Testzentren kostenpflichtig.
  • Doch wann sollte man sich überhaupt mithilfe eines Schnelltests testen lassen? Und muss wirklich jeder die Tests selbst bezahlen?
  • Acht Fragen und Antworten im Überblick.
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Ob in Arztpraxen, Apotheken oder in extra eingerichteten Testzentren: Bis vor Kurzem konnten sich die Menschen in Deutschland an diesen Orten mindestens einmal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Zeit der kostenfreien Bürgertests ist nun vorbei. Ab sofort müssen sie bezahlt werden. Die Bundesregierung begründet das Ende der Gratistests mit dem ausreichenden Bestand an Impfdosen, auf den die Bürgerinnen und Bürger zugreifen können. Doch nicht für alle wird der Schnelltest zur Selbstzahlerleistung. Für wen bleiben die Tests weiterhin kostenlos? Wann ist ein Schnelltest überhaupt sinnvoll? Und was passiert, wenn dieser positiv ausfällt? Wir klären diese und weitere Fragen.

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Wann ist ein Schnelltest sinnvoll?

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Die Nationale Teststrategie, die das Bundesgesundheits­ministerium erarbeitet hat, sieht vor, dass die Schnelltests nur in bestimmten Bereichen eingesetzt werden sollen. Zum Beispiel sollen sie zur präventiven Testung genutzt werden, um asymptomatische Corona-Infizierte zu entdecken. Empfohlen ist etwa, dass sich Krankenhaus- und Pflegeheimbesucherinnen und ‑besucher vorm Betreten der Einrichtungen mit den Schnelltests auf das Coronavirus testen lassen.

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Regelmäßig zum Einsatz kommen sollen die Tests auch bei Mitarbeitenden im Gesundheitswesen. Das Robert Koch-Institut rät, dabei Schnelltests mit einer hohen Spezifität zu verwenden. Das heißt, einen Test, der die Gesunden mit einer hohen Wahrscheinlichkeit als gesund erkennt. Auch für Testkonzepte in Betrieben können die Schnelltests eingesetzt werden.

Zurzeit werden sie aber vor allem dafür genutzt, um den Zutritt zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens zu regulieren. Überall dort, wo eine 3G-Regel gilt, brauchen Ungeimpfte derzeit ein negatives Testergebnis – also um etwa Restaurants oder Friseursalons besuchen zu können. Durchgeführt werden sollten die Tests in jedem Fall von geschulten Personen, vorrangig also von medizinischem Personal.

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Wer bekommt die Schnelltests weiterhin gratis?

Nicht alle Bürgerinnen und Bürger müssen ab sofort ihren Schnelltest bezahlen. Die neue Coronavirus-Testverordnung der Bundesregierung sieht vor, dass bestimmte Personengruppen weiterhin kostenlos die Tests verwenden können. Dazu zählen:

  • Kinder von zwölf bis 17 Jahren sowie Schwangere. Da es für sie erst seit Kurzem eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt, können sie die Tests noch bis zum 31. Dezember nutzen, ohne dafür Geld bezahlen zu müssen.
  • Kinder unter zwölf Jahren, weil für sie noch kein Corona-Impfstoff in Europa zugelassen ist.
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht gegen Covid-19 impfen lassen können.
  • Studierende aus dem Ausland, die sich aufgrund eines Studiums in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden. Sie können – ebenso wie die Zwölf- bis 17-Jährigen sowie Schwangere – die Tests bis zum 31. Dezember kostenlos nutzen.
  • Personen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen.
  • Personen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben.
  • Personen, die mit Corona-Infizierten in Kontakt gestanden haben (Kontaktpersonen).
  • Personen, die an Impfwirksamkeits­studien teilnehmen oder in den letzten drei Monaten vor der Testung an solchen teilgenommen haben.
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Corona-Schnelltests: Bürger müssen jetzt selbst zahlen
0:48 min
Corona-Schnelltests sind für Bürger in Deutschland jetzt nicht mehr kostenlos. Die Politik will so den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich impfen zu lassen.  © AFP

Was kosten die Schnelltests für alle anderen?

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Einen allgemeingültigen Preis für die Corona-Schnelltests gibt es nicht. Die Anbieter können selbst festlegen, wie viel Geld sie für die Tests nehmen. Der Corona-Testzentren-Betreiber Coronatest.de, der mit deutschlandweit 31 Testzentren zu den größten Anbietern gehört, will etwa 24,99 Euro pro Testung anrechnen, wie er gegenüber dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) mitteilte. Es gibt aber auch günstigere Anbieter, die nur zwischen 15 und 20 Euro verlangen.

Was braucht es für den Besuch in Arztpraxis, Apotheke oder Testzentrum?

Benötigt wird zunächst einmal der Personalausweis, um die Identität beziehungsweise das Alter der zu testenden Person festzustellen. Bei Kindern reicht dieser Nachweis in der Regel aus.

Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen Covid-19 geimpft werden können, benötigen noch einen anderen Beleg, um einen kostenlosen Test zu erhalten. „Wer aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht geimpft werden kann, muss bei einer kostenlosen Testung ein entsprechendes Zeugnis vorlegen“, teilt hierzu die Bundesregierung auf ihrer Internetseite mit. „Aus dem Zeugnis muss die Überzeugung der ausstellenden ärztlichen Person oder der ausstellenden Stelle hervorgehen, dass eine medizinische Kontraindikation gegen eine Schutzimpfung gegen Sars-CoV-2 besteht.“ Die Angabe der Diagnose sei nicht erforderlich.

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Schwangere sollten ihren Mutterpass zur Testung mitnehmen, um ihre Schwangerschaft nachweisen zu können. Studierende aus dem Ausland, die mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen immunisiert wurden, müssen als Nachweis ihre Studienbescheinigung und ihren Impfausweis mitbringen. Wer an einer Impfwirksamkeits­studie teilnimmt, sollte sich von den Verantwortlichen einen Teilnahmenachweis ausstellen lassen.

Was, wenn der Schnelltest positiv ausfällt?

Fällt ein Schnelltest positiv aus, deutet das auf eine Infektion mit dem Coronavirus hin. Um diesen Verdacht zu bestätigen, sollte im Anschluss ein PCR-Test gemacht werden. Dieser hat eine höhere Spezifität und Sensitivität als der Schnelltest und liefert dadurch ein zuverlässigeres Ergebnis. Schon geringe Virusmengen lassen sich mithilfe des PCR-Testverfahrens nachweisen. In den Testzentren soll unmittelbar die Möglichkeit bestehen, eine Probe für einen solchen Corona-Test nehmen zu lassen. Bis ein Ergebnis des PCR-Tests vorliegt, sollten sich Getestete, bei denen der Verdacht einer Infektion besteht, zu Hause in Quarantäne begeben, um Ansteckungen zu vermeiden.

Muss der PCR-Test auch selbst bezahlt werden?

Personen mit einem positiven Antigenschnelltest sollen sich anschließend nochmals mithilfe eines PCR-Tests auf das Coronavirus testen lassen. Diesen Test müssen sie nicht selbst bezahlen, sofern sich eine Ärztin oder ein Arzt beziehungsweise das zuständige Gesundheitsamt dafür ausspricht. Dann werden die Kosten vom Bund getragen.

Wann ist ein PCR-Test grundsätzlich sinnvoll?

Der PCR-Test wird oft als „Goldstandard“ in der Corona-Diagnostik bezeichnet. Er wird vor allem bei Personen mit Symptomen eingesetzt, um abzuklären, ob tatsächlich eine Infektion mit dem Coronavirus die Ursache ist. Auch bei Ausbrüchen in Unternehmen oder Einrichtungen wie Schulen, Kitas und Asylbewerber­heimen sollen die Tests Anwendung finden, so sieht es die Nationale Teststrategie des Bundesgesundheits­ministeriums vor.

Es gibt zudem sogenannte Pool-PCR-Tests, die das Robert Koch-Institut für Schulen und Kitas empfiehlt. Dabei müssen die Kinder und Jugendlichen für circa 30 Sekunden an einem Wattestäbchen lutschen wie an einem Lolli. Die Proben einer Schulkasse oder Kita-Gruppe werden dann in einem gemeinsamen Proberöhrchen gesammelt, ins Labor gebracht und dort am selben Tag noch mithilfe der PCR-Methode ausgewertet. Jede und jeder Getestete bekommt einen weiteren Lollitest für zu Hause.

Fällt die Pooltestung positiv aus, also werden Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen, muss am nächsten Morgen ein weiterer Lollitest zu Hause durchgeführt werden. Die Probe soll anschließend in die Schule oder Kita gebracht werden, von wo aus sie ins Labor transportiert wird. Dort wird nun jeder Test einzeln mit der PCR-Methode untersucht (Poolauflösung), um die infizierten Kinder und Jugendlichen zu identifizieren.

Was tun bei coronatypischen Symptomen wie Husten und Fieber?

Wer befürchtet, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, und sogar erste coronatypische Symptome wie Husten und Fieber bei sich bemerkt, sollte vorerst zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken. Im nächsten Schritt ist es ratsam, den Hausarzt oder die Hausärztin anzurufen und ihm oder ihr die Beschwerden zu schildern. Alternativ kann auch der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 kontaktiert werden. So lässt sich eine erste Telefondiagnose stellen.

Wichtig dabei ist zu erwähnen, ob es gesundheitliche Vorerkrankungen gibt, die das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen. Kontaktpersonen von Infizierten sollten sich ebenfalls als solche zu erkennen geben. Zusammen mit dem Arzt oder der Ärztin können dann die weiteren Schritte besprochen werden, zum Beispiel, ob ein Test notwendig ist.

Bei schwerwiegenden Symptomen wie Atemnot sollten sich Betroffene nicht erst an den Hausarzt oder die Hausärztin wenden, sondern sofort den Notdienst unter 112 anrufen.

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