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Europa impft auf Hochtouren: Länder machen Fortschritte bei den Corona-Impfungen

  • Nach einem schleppenden Start der Impfkampagnen hat das Tempo der Corona-Impfungen in vielen Ländern in Europa zugenommen.
  • In den vergangenen Tagen haben einige Länder wichtige Meilensteine erreicht und neue Tagesrekorde verzeichnet.
  • Wie ist die Lage in Deutschland, Großbritannien, Italien und Co.? Ein Überblick.
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Der Start der Impfungen gegen das Coronavirus ist in mehreren Ländern in Europa eher schleppend angelaufen. In Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien sorgte die langsame Impfkampagne für Empörung. Anfang April bezeichnete WHO-Regionaldirektor Hans Kluge die Bereitstellung der Impfstoffe in Europa gar als „inakzeptabel langsam“. Von den europäischen Ländern konnte nur Großbritannien schon vergleichsweise früh große Erfolge erzielen: Die Briten fingen schon Anfang Dezember mit den Impfungen an, bis Mitte März hat die Hälfte aller Erwachsenen die erste Dosis eines zugelassenen Vakzins erhalten.

Zum Vergleich: In Deutschland erhielten vom Impfstart Ende Dezember bis Mitte März nur knapp 4 Prozent die erste Impfung. Doch in den vergangenen Tagen und Wochen hat sich das Blatt in vielen EU-Ländern nun anscheinend gewendet: Einige Nationen haben bei den Impfungen Meilensteine erreicht – und wollen das Impftempo weiter erhöhen.

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Deutschland: Impfrekord mit über einer Million Impfungen binnen 24 Stunden

Deutschland hatte am Mittwoch erstmals eine Million Impfungen an einem Tag verabreicht. Inzwischen haben in Arztpraxen und regionalen Impfzentren der Länder 26,9 Prozent der Bundesbürger mindestens eine erste Impfung bekommen. Den vollständigen Impfschutz mit einer zweiten Spritze haben nunmehr 7,7 Prozent der Bevölkerung. Um das Impftempo weiter zu erhöhen, wird über einen baldigen Einstieg der Betriebsärzte bei den Impfungen gegen das Coronavirus diskutiert. „Wir erreichen rund 31 Millionen Menschen“, betonte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger gegenüber der „Rheinischen Post“.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt zeigte sich hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Impfkampagne optimistisch: „Ich bin überzeugt, dass wir jetzt zügig eine ausreichend große Zahl von Menschen werden impfen können, um ein deutliches Abfallen der Infektionsraten zu erreichen“, sagte er. Er glaube, dass die Impfbereitschaft groß sei und sogar mehr als 70 Prozent der Bevölkerung zu erreichen seien. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, dass es „gute Gründe zur Zuversicht“ gebe. Die Impfkampagne nehme jeden Tag mehr Fahrt auf. „Spätestens ab Juni, das ist in wenigen Wochen, werden alle die Möglichkeit haben, sich um einen Impftermin zu kümmern“, bekräftigte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft am Samstag.

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Großbritannien: Europas Spitzenreiter bei den Impfungen

Großbritannien hat bei den Corona-Impfungen in Europa nach wie vor die Nase vorn. Mehr als die Hälfte der britischen Gesamtbevölkerung hat mittlerweile ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Bis einschließlich 23. April waren insgesamt knapp 45,6 Millionen Corona-Impfungen im Vereinigten Königreich verabreicht worden. Rund 33,5 Millionen Britinnen und Briten haben demnach ihren ersten Stich erhalten, mehr als 12 Millionen auch schon ihren zweiten. Insgesamt leben in Großbritannien schätzungsweise 66,8 Millionen Menschen.

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Die weit fortgeschrittene britische Corona-Impfkampagne hat mittlerweile auch jüngere Altersgruppen erreicht. „Großartige Nachrichten heute Morgen, dass wir nun 44-Jährigen eine Impfung anbieten können“, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Anfang der Woche in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Die Priorisierung läuft in Großbritannien – abgesehen von medizinischem und Pflegepersonal – strikt nach Altersgruppen von Alt nach Jung. Bei den über 50-Jährigen seien nun 95 Prozent mindestens einmal geimpft, so Hancock. Mehr als die Hälfte der Briten hat bislang die erste Spritze bekommen, bis Ende Juli sollen alle ein Impfangebot bekommen.

Video
Corona-Impfen in Großbritannien: Hälfte der Bevölkerung mit erster Spritze durch
0:55 min
Damit steigt die Gesamtzahl der Erstgeimpften im Vereinigten Königreich auf knapp 33,5 Millionen.  © dpa

Italien: Angestrebtes Ziel von einer halben Million Corona-Impfungen binnen 24 Stunden erreicht

Das Impftempo legte zuletzt auch in Italien weiter zu. Am Donnerstag hat das Land das angestrebte Ziel von einer halben Million Corona-Impfungen am Tag erreicht. Mehr als 500.000 Vakzindosen seien gespritzt worden, teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag auf Facebook mit. Die Regierung des früheren Chefs der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hatte sich im März das Ziel gesetzt, bis Ende April die Halbe-Million-Marke täglicher Schutzimpfungen zu erreichen.

In dem Mittelmeerland wurden inzwischen über 20 Millionen Impfdosen verabreicht. In dieser Woche trafen insgesamt ungefähr 4,7 Millionen weitere Dosen der vier Hersteller Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson in Italien ein, wie der für die Verteilung zuständige Corona-Kommissar mitteilte.

Frankreich: 23 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft

In Frankreich haben inzwischen mehr als 15,2 Millionen Menschen mit Stand von Donnerstagabend mindestens eine erste Impfung erhalten. Das entspricht knapp 23 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das Land will bald Impfungen gegen Covid-19 ab dem 15. Juni für alle Erwachsenen zulassen. Das kündigte Präsident Emmanuel Macron am Freitag auf Twitter an.

Alle Menschen über 50 Jahre sollen sich ab dem 15. Mai impfen lassen können, schrieb er außerdem. Alle Erwachsenen mit bestimmten Vorerkrankungen könnten ab diesem Wochenende einen Impftermin wahrnehmen. Das Gesundheitsministerium präzisierte, dass es dafür keine ärztliche Bescheinigung brauche. Es müsse lediglich die Vorerkrankung angegeben werden.

Spanien: Über 16 Millionen Menschen geimpft

Die Impfgeschwindigkeit in Spanien ist vergleichbar mit der in Deutschland. Bis Donnerstag haben insgesamt laut dem Statistikportal „Our World in Data“ über 16 Millionen Menschen eine erste Impfung erhalten. Das entspricht knapp 25 Prozent der Gesamtbevölkerung. Auch die Impfstrategie in Spanien ähnelt der Deutschen. Zuerst wurden Hochbetagte, Altenheimbewohner und ihr Pflegepersonal sowie Ärzte und Pfleger der Intensivstationen geimpft.

Doch es gibt auch Unterschiede in der Herangehensweise: Während Deutschland hingegen zunehmend auf Impfungen in den Hausarztpraxen setzt, fährt Spanien die Impfzentren massiv hoch.

RND/bk mit Material von dpa

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