Die Schweiz, Rumänien und Polen: Europäische Länder melden Corona-Höchstwerte

  • In Europa ist die zweite Welle der Corona-Pandemie auf dem Vormarsch.
  • In der Schweiz, Liechtenstein, Rumänien und Polen haben die täglichen Corona-Neuinfektionen Höchstwerte erreicht.
  • Die Regierungen denken bereits über eine Verschärfung der Maßnahmen und Lockdowns nach.
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Bern. In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb von 24 Stunden insgesamt fast 6000 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Das ist ein Rekord, die Zahl ist doppelt so hoch wie am Tag zuvor, wie aus Daten des Bundesamtes für Gesundheit hervorgeht. 5583 Fälle entfielen auf die Schweiz, 13 auf Liechtenstein. Die Schweizer Zahl lag für die vergangenen 24 Stunden gemessen an der Bevölkerungsgröße über siebenmal so hoch wie die von Deutschland.

Schweiz: Regierung denkt über Lockdown nach

Die Regierung prüft bereits, ob eine zeitlich begrenzte Schließung aller Geschäfte nötig ist, etwa für 14 Tage. Noch sei das nicht der Fall, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. „Die nächsten zwei bis drei Wochen sind entscheidend für uns. Es gibt keinen Grund zur Angst, aber jetzt bitte Engagement,“ sagte er als Aufforderung an die Bevölkerung, Maßnahmen wie Masken, Handhygiene und Abstand halten konsequent umzusetzen.

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Rumänien: Maskenpflicht an öffentlichen Orten

Die Corona-Pandemie hat auch in Rumänien die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf eine Rekordhöhe getrieben. Binnen 24 Stunden seien 4848 neue Corona-Fälle registriert worden, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Die Zahl der Tests sei mit 37.025 die bisher höchste an einem Tag gewesen. 69 Menschen seien mit dem Virus gestorben. Die Zahl der Toten seit Beginn der Pandemie in dem südosteuropäischen Land mit rund 20 Millionen Einwohnern stieg damit auf 6065. Insgesamt wurden mehr als 190.000 Coronavirus-Fälle verzeichnet.

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Die Infektionsrate hat amtlichen Angaben zufolge in den vergangenen 14 Tagen in 255 Kommunen die Zahl von drei Menschen auf 1000 Einwohner erreicht. In diesen Gemeinden ist damit das sogenannte rote Szenario in Kraft: In allen öffentlichen Orten sind Gesichtsmasken Pflicht, Restaurants, Gaststätten, Cafés, Theater, Kinos und Schulen sind geschlossen.

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Polen will Maßnahmen noch verschärfen

Polen hat zum ersten Mal die Grenze von 10.000 bestätigten Corona-Neuinfektionen pro Tag überschritten. Am Mittwochmorgen meldeten die Gesundheitsbehörden in Warschau mit 10.040 neuen Fällen binnen 24 Stunden den bisherigen Rekord-Zuwachs. Die Gesamtzahl der Infektionen in Polen seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr kletterte damit bereits auf mehr als 200.000, wie Daten des Gesundheitsministeriums belegten. Die Zahl der Corona-Toten stieg innerhalb eines Tages um weitere 130 auf 3851.

Polen führte in den vergangenen Wochen eine Reihe von Maßnahmen wieder ein, die die Ausbreitung des Virus eindämmen sollen. Dazu gehören das verpflichtende Tragen von Masken in der Öffentlichkeit sowie Begrenzungen der Teilnehmerzahl bei öffentlichen Veranstaltungen. Am Donnerstag könnten neue Beschränkungen angekündigt werden, wie Regierungssprecher Piotr Mueller mitteilte: „Wir wollen nicht wieder einen Lockdown einführen, wie wir ihn schon im Frühjahr hatten, aber einige Einschränkungen werden unausweichlich sein.“

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Polen binnen 14 Tagen bei 232,3, Rumänien mit 240,2 Infektionen leicht darüber. Deutschland liegt mit einem Wert von 90,0 Fällen noch weit hinten – den EU-Spitzenwert verzeichnet Tschechien mit 975,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen.

RND/mf/dpa/AP

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