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Animation zeigt: So wurde Europa zum Zentrum der Corona-Pandemie

  • Deutschland ist im Teil-Lockdown.
  • Viele europäische Länder greifen sogar zu deutlich härteren Maßnahmen.
  • Eine animierte Karte zeigt, wie der Kontinent von der zweiten Welle der Corona-Pandemie erfasst wurde.
Johannes Christ
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Die Corona-Pandemie ist im Jahr 2020 einmal über den kompletten Erdball gewandert: von Asien über Europa nach Nord- und Südamerika. Im September, als auf der Südhalbkugel der Winter endete und im Norden der Herbst Einzug hielt, hat sich das Virus wieder auf den Rückweg begeben. Die gebeutelten Länder Süd- und Mittelamerikas konnten durchatmen, während die europäischen Länder wieder in den Mittelpunkt der Pandemie rückten.

Die folgende Karte zeigt, wie die zweite Welle ausgehend von einigen Regionen auf der Iberischen Halbinsel und auf dem Balkan in die Mitte Europas schwappte. Dort schienen die Grenzen Deutschlands bis Mitte Oktober auch für das Virus eine Barriere zu bilden. Während sich die angrenzenden Regionen in Tschechien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Österreich rot färbten, blieben die deutschen Bundesländer zunächst grün. Das änderte sich jedoch schnell und mittlerweile hat fast die komplette Bundesrepublik die Farbe seiner Umgebung angenommen. Klicken Sie auf den Play-Button, um sich den Verlauf anzusehen.

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Die Karte zeigt für jede Woche seit Mai 2020 die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 in den zurückliegenden 14 Tagen umgerechnet auf 100.000 Einwohner (14-Tage-Inzidenz). Die Daten stammen vom European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), einer Behörde der Europäischen Union. Anders als das Robert-Koch-Institut (RKI) betrachtet das ECDC nicht einen Zeitraum von 7 Tagen (7-Tage-Inzidenz), sondern eben von 14 Tagen. Insofern sind die Werte nicht unmittelbar vergleichbar mit den RKI-Zahlen für die deutschen Regionen. Bei einem konstanten Infektionsgeschehen entspräche eine 14-Tage-Inzidenz von 100 dem deutschen Grenzwert von 50. Regionen mit mehr als 100 Neuinfektionen in den vergangenen 14 Tagen sind deshalb in der Karte rot gefärbt.

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Die Statistik zeigt nur die erkannten Fälle

Die meisten europäischen Regionen liegen derzeit über dieser Schwelle. Nur einige Regionen in Griechenland und Skandinavien bleiben darunter. Das dünn besiedelte Finnland ist bislang das einzige größere Land Europas, das eine flächendeckende Ausbreitung des Virus verhindern konnte.

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Klicken Sie in der Karte oben auf den Button „Länder“, um die Ansicht von der regionalen Ebene auf die Einteilung nach Staaten umzuschalten.

Wie immer bei der Betrachtung der Fallzahlen gilt, dass nur jene Infektionen in den offiziellen Statistiken landen, die auch entdeckt wurden. Deshalb ist eine mögliche Erklärung für die Unterschiede zwischen Ländern und Regionen immer auch eine unterschiedliche Vorgehensweise bei den Tests, also welche Bevölkerungsgruppen und vor allem wie viele Menschen auf Sars-CoV-2 getestet werden. Doch allzu große Verzerrungen sind deshalb innerhalb Europas nicht zu erwarten: Deutschland testet in etwa so viel wie die meisten anderen europäischen Länder. Am meisten testen derzeit Luxemburg, Dänemark, Malta, Großbritannien und Norwegen.

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Während für die Infektionen unterschiedlich hohe Dunkelziffern zu vermuten sind, ist die Zahl der Toten an und mit Covid-19 weitgehend bekannt. Ein Vergleich der Sterbefälle zwischen den Ländern und Kontinenten ist also kaum durch nationale Besonderheiten verzerrt. Auch diese sehr belastbare Kennziffern zeigt, dass sich das Zentrum der Pandemie längst wieder zurück nach Europa verlagert hat. Während der ersten Welle waren pro Tag etwa 4000 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 in Europa zu beklagen. Im Sommer sank die Zahl an manchen Tage unter 200, um dann im Oktober und November wieder kontinuierlich zu steigen. Der Höchstwert aus dem Frühjahr wurde mittlerweile überschritten. Wenn die Entwicklung so weitergeht, dürfte in wenigen Wochen jeder zweite Todesfall weltweit auf Europa entfallen.

Klicken Sie in der folgenden Grafik auf „Prozent“, um sich die Anteile der Kontinente anzusehen.

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Unterschiedliche strenge Maßnahmen in europäischen Ländern

Wie Deutschland haben auch die Regierungen vieler anderer europäischen Länder drastische Einschränkungen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. In Frankreich dürfen die Menschen nur mit triftigem Grund vor die Tür – etwa um zur Arbeit zu gehen. Auch die Regierung in Griechenland hat die Notbremse gezogen: Bis auf lebenswichtige Geschäfte wie Supermärkte ist alles geschlossen. Wer einkaufen und zum Arzt gehen will, muss die Behörden per SMS informieren. In Österreich gilt ebenfalls ein Lockdown: Häuser und Wohnungen dürfen nur aus gutem Grund verlassen werden.

In Schweden gibt es dagegen weiter relativ wenige Einschränkungen: Restaurants und Kneipen dürfen die Bürger dort weiterhin besuchen, allerdings mit maximal acht Personen am selben Tisch. Darüber hinaus gelten in vielen Regionen des Landes eindringliche Empfehlungen, Kontakte, den Nahverkehr und Veranstaltungen zu vermeiden. Das Land setzt vor allem auf die Vernunft jedes Einzelnen. Auch in der Schweiz sind Bars und Restaurants weiterhin geöffnet. Einzelne Kantone haben aber strengere Maßnahmen ergriffen.

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Zahl der Todesopfer steigt verzögert

Ob nun mit der harten Gangart oder mit etwas mehr Freiräumen: Immerhin haben es fast alle europäischen Länder geschafft, den exponentiellen Anstieg der Fallzahlen zu stoppen. In Deutschland und einigen anderen Ländern wie Österreich und Dänemark verharrt die Zahl der täglichen Neuinfektionen bislang allerdings auf gleichbleibend hohem Niveau.

Einige andere Länder wie Tschechien, Frankreich und Belgien konnten die Zahl der Neuinfektionen bereits deutlich zurückführen. Damit lässt sich hoffen, dass die vielerorts bereits ausgelasteten Krankenhäuser demnächst weniger zusätzliche Patienten aufnehmen müssen. Die Zahl der Todesopfer läuft der Zahl der Intensivpatienten und insbesondere der Neuinfektionen einige Wochen hinterher. Bevor sich also die Kehrtwende in den Sterbezahlen niederschlägt, dürften noch einige Höchststände bevorstehen.

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