Erste Daten: Oxford-Impfstoff erzeugt starke Immunantwort bei Älteren

  • Die Impfstoffentwickler von Astra Zeneca und der Universität Oxford haben erste Daten zu ihrer Phase-II-Studie veröffentlicht.
  • Ein Erfolg: Die Forscher beobachten auch bei den über 70-Jährigen – und damit besonders gefährdeten Menschen – eine starke Immunantwort gegen Covid-19.
  • Bis Weihnachten sei mit aussagekräftigen Studienergebnissen zur Effektivität des Mittels zu rechnen.
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„ChAdOx1 nCov-2019″, der von der britisch-schwedischen Firma Astra Zeneca und der Universität Oxford entwickelte Impfstoffkandidat, befindet sich im Gegensatz zu denen der Firmen Biontech und Moderna zwar noch nicht in der finalen Phase der Prüfung. Trotzdem haben die Entwickler am Donnerstag erste vorläufige Daten aus ihrer Phase-II-Studie veröffentlicht. Bis Weihnachten sei dann mit aussagekräftigen Studienergebnissen aus der Phase III zu rechnen. Die Forschung sei durch niedrige Infektionsraten im Sommer verzögert worden, sagte Andrew Pollard, Experte für pädiatrische Infektion und Immunologie in Oxford.

Das Mittel erweise sich bislang nicht nur als gut verträglich. Vor allem die Erkenntnisse zur Immunantwort bei den gesunden und erwachsenen Studienteilnehmern machen mit Blick auf Ergebnisse aus der zweiten Studienphase Hoffnung. Denn die Daten, die in der Fachzeitschrift „The Lancet“ einsehbar sind, deuten den Studienautoren zufolge darauf hin, dass der Impfstoff gegen Covid-19 eine starke Immunantwort bei jungen und älteren Altersgruppen gleichermaßen hervorruft – also auch bei den über 70 Jahren. 240 der 560 Probanden sind älter als 70 Jahre.

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Oxford-Impfstoff ruft Immunantwort bei Älteren hervor

„Ältere Erwachsene sind eine vorrangige Gruppe für die Covid-19-Impfung, da sie ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Wir wissen jedoch, dass sie tendenziell schlechtere Impfreaktionen haben“, wird Maheshi Ramasamy, einer der Studienautoren, in einer Universitätsmitteilung zitiert. „Wir waren erfreut zu sehen, dass unser Impfstoff nicht nur bei älteren Erwachsenen gut vertragen wurde. Es stimulierte ähnliche Immunantworten wie bei jüngeren Freiwilligen.“ Als nächster Schritt werde nun geprüft, ob dies zum Schutz vor der Krankheit selbst führe.

Die EU-Kommission hat mit Astra Zeneca bereits einen Rahmenvertrag über die Auslieferung von 300 Millionen Impfstoffdosen geschlossen – aber auch mit anderen Herstellern, die mit ihren potenziellen Impfstoffen bereits etwas weiter sind. Das US-Unternehmen Pfizer und sein deutscher Partner Biontech sowie der US-Konzern Moderna haben in dieser Woche vielversprechende Daten aus ihren Phase III-Studien vorgelegt. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge zeigten die beiden Vakzine demnach eine Effektivität von bis zu 95 Prozent.

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Die Mittel von Moderna und Biontech/Pfizer sind mRNA-Impfstoffe: Sie sind also genbasiert und setzen auf eine komplett neue Technologie. Nach der Impfung gelangt dieses Genmaterial in die menschlichen Zellen. Diese produzieren daraufhin selbst Bausteine des Virus, was wiederum eine Immunreaktion auslöst. Das Mittel der Oxford-Forscher ist hingegen ein Vektorimpfstoff und basiert auf einem bereits bei vielen Impfungen angewandten Verfahren. Hierbei wird Corona-Erbmaterial mithilfe von genetisch veränderten Schimpansenviren eingeschleust. Es werden also abgeschwächte und ungefährliche Viren verwendet, um Erbinformationen des Coronavirus in die Körperzellen zu bringen. Diese produzieren daraufhin Virusproteine, was eine Reaktion des Immunsystems auslöst.

mit AP

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