101-Jährige erhält zweite Corona-Impfdosis – und gehört zu den ersten vollständig Geimpften in Deutschland

  • Die 101 Jahre alte Edith Kwoizalla war in Deutschland als Erste gegen das Coronavirus geimpft worden.
  • Nun hat die Bewohnerin eines Seniorenheims in Sachsen-Anhalt auch die zweite Dosis verabreicht bekommen, teilte eine Sprecherin mit.
  • Damit sollte bei ihr nun ein vollständiger Schutz gegen Sars-CoV-2 gegeben sein.
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Halberstadt. Als einer der ersten Menschen hierzulande erhielt die 101-jährige Edith Kwoizalla in einem Seniorenheim in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) die zweite Dosis des Biontech/Pfizer-Impfstoffs gegen Sars-CoV-2. Damit sollte sie nun mit großer Wahrscheinlichkeit immun gegen das Virus sein. Laut Biontech sind zwei Impfungen im Abstand von etwa drei Wochen notwendig, weil erst danach die volle Wirkung des Impfstoffs gewährleistet sein soll.

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Wie bereits vor drei Wochen, als Kwoizalla am zweiten Weihnachtsfeiertag mit der ersten Corona-Impfung hierzulande Schlagzeilen machte, erhielt die 101-Jährige im Seniorenheim Krüger nun wieder als eine der Ersten die zweite Schutzimpfung, wie eine Sprecherin des Landkreises Harz in Halberstadt auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes sagte. „Wir waren wieder die Ersten mit der Zweitimpfung.“ Sie erfolgte „um 10.10 Uhr Ortszeit“, so die Sprecherin. Ob damit nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch bundesweit die erste Zweitimpfung erfolgte, wollte die Sprecherin nicht bestätigen.

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Sachsen-Anhalt wollte keine Zeit verlieren

Bei der Impfung der ersten Patienten Deutschlands durchkreuzte Sachsen-Anhalt die Pläne der Bundesregierung. Das Land hatte am 26. Dezember die erste Lieferung des Corona-Impfstoffes in Empfang genommen und direkt geimpft. Der offizielle Impfbeginn war eigentlich für den 27. Dezember geplant. Der Betreiber des Seniorenheims Tobias Krüger, wollte aber offensichtlich keine Zeit verlieren. „Jeder Tag, den wir warten, ist ein Tag zu viel“, sagte er. Das Landratsamt hatte zuvor bei ihm angefragt, ob im Heim alles vorbereitet sei.

Moderna: Zweiter zugelassener Impfstoff ab Freitag im Einsatz

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Neben dem Biontech/Pfizer-Impfstoff wurde in Deutschland auch der Corona-Impfstoff von US-Hersteller Moderna zugelassen. Am Montag sind die ersten rund 60.000 Dosen des Vakzins eingetroffen. Ab Freitag soll der Impfstoff gespritzt werden, in Mecklenburg-Vorpommern wird Moderna bereits seit Donnerstag eingesetzt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet bis Ende des ersten Quartals mit zwei Millionen Dosen von Moderna für Deutschland, im Laufe des Jahres mit 50 Millionen Dosen. Eine Wahlmöglichkeit, wer welchen Impfstoff bekommt, soll es vorerst nicht geben.

Zweite Impfung „zwingend innerhalb von 60 Tagen nachholen“

Wegen der Impfstoffknappheit wird allerdings nun überlegt, die zweite Impfung nach hinten zu verschieben. Für ein verzögertes Verabreichen gibt es unter Experten Zustimmung – aber auch skeptische Einschätzungen. „In dieser besonderen Pandemielage ist es vertretbar, mit den jetzt vorhandenen Impfdosen möglichst vielen Menschen erst einmal die erste Immunisierung zu ermöglichen, und die zweite Impfung verzögert, aber zwingend innerhalb von 60 Tagen, nachzuholen“, schreibt etwa die Gesellschaft für Immunologie in einer Stellungnahme. Sie verweist darauf, dass bereits die erste Dosis nach etwa zwei Wochen einen gewissen Schutz bieten kann.

Schutz nach erster Impfung nicht ausreichend geprüft

Sowohl die Europäische Arzneimittel-Agentur als Zulassungsbehörde als auch der Hersteller Biontech merken allerdings an, dass es bislang keine Daten dazu gibt, ob die Schutzwirkung nach der ersten Dosis länger als einige wenige Wochen hält. „Ich glaube, dass Menschen nach der ersten Spritze nicht gut geschützt sind“, sagt Sebastian Ulbert vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI). Publizierte Daten zur Immunantwort von Probanden zeigten, dass der Körper nach der ersten Dosis kaum schützende Antikörper bilde.

Über 840.000 Menschen geimpft

Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Vakzin der Firmen Biontech und Pfizer mindestens 842.455 Menschen verabreicht worden. Diese Gesamtzahl ergibt sich aus bisherigen Meldungen der Bundesländer, wie aus einer RKI-Statistik vom Donnerstag (Stand: 11.00 Uhr) hervorgeht. Die meisten Menschen – mehr als 408.000 – wurden laut RKI-Daten aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Zudem wurde das Vakzin inzwischen mehr als 308.000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht.

RND/dpa/ame

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