Epidemie: Mehr als 5000 Masernkranke auf Samoa

  • Auf dem Inselstaat Samoa leben rund 200.000 Einwohner - 5000 von ihnen haben sich mittlerweile mit Masern infiziert.
  • Seit dem Ausbruch der Epidemie im November gibt es 72 Tote, die meisten von ihnen sind Kinder.
  • Eine Impfkampagne soll dem Ausbruch entgegenwirken.
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Apia. Im polynesischen Inselstaat Samoa haben sich mittlerweile mehr als 5000 Menschen mit Masern infiziert. Mindestens 73 Menschen sind seit November gestorben, wie das Gesundheitsministerium des Inselstaates am Montag mitteilte. Mehr als 90 Prozent der Verstorbenen seien Kinder unter drei Jahren, gab die Regierung bekannt.

Inzwischen sind den Angaben nach etwa 93 Prozent aller Samoaner gegen die Infektionskrankheit geimpft. Zu Beginn des Monats waren Teams aus Ärzten und Krankenpflegern von Haus zu Haus gegangen, um Inselbewohner zu impfen.

Notstand auf Samoa wegen Masern-Epidemie

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Wer noch nicht immunisiert war, wurde gebeten, eine rote Fahne vor sein Haus zu hängen. Das kleine Land im Südwestpazifik mit seinen rund 200.000 Einwohnern hatte Mitte November den Notstand ausgerufen und Schulen und Universitäten geschlossen.

Masern sind extrem ansteckend. Die Viren kann man sich über winzige Speicheltröpfchen in der Luft einfangen - etwa in einem Raum, in dem sich ein Infizierter aufhält oder kurz zuvor aufhielt. Einige Tage danach breitet sich meist ein Ausschlag über den ganzen Körper aus. Bei etwa jedem zehnten Erkrankten kommt es zu Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen. Seltene Folge sind Gehirnentzündungen, die tödlich enden können.

Wer viel reist, sollte den Impfstatus prüfen

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Eine Maserninfektion kann auch für Erwachsene gefährlich sein. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt daher allen nach 1970 Geborenen, sich nachträglich einmalig impfen zu lassen - zumindest dann, wenn sie nicht schon im Kindesalter zweimal geimpft wurden oder wenn sie die Masern hatten. Wer vor 1970 geboren ist, hat die Krankheit meistens schon als Kind durchgemacht und ist dadurch immun.

Besonders Menschen, die häufig reisen, sollten ihren Impfstatus prüfen, empfiehlt das Centrum für Reisemedizin (CRM). Denn weltweit nähmen derzeit Maserninfektionen zu. Vor allem betreffe das Reisen nach Thailand und Neuseeland sowie nach Nigeria, in den Kongo und in die Ukraine. Da Masernviren hochansteckend seien, sollten Reisende spätestens 15 Tage vor dem Abflug eine fehlende Impfung gegen Masern nachholen.

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RND/ dpa

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