E-Zigaretten in Massachusetts verboten, Hersteller Juul stoppt Werbung

  • Nach den massenhaften Lungenerkrankungen aufgrund von E-Zigaretten stehen diese in den USA massiv in der Kritik.
  • Der Bundesstaat Massachusetts hat den Verkauf der Produkte deswegen verboten.
  • Auch der E-Zigaretten-Hersteller Juul zieht Konsequenzen: Das Unternehmen hat seinen Chef entlassen und die Werbung für E-Zigaretten gestoppt.
Luisa Ziegler
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Boston. Die steigende Anzahl an Lungenerkrankungen durch E-Zigaretten in den USA stellt die Regierung und die E-Zigaretten-Branche vor große Herausforderungen. In den letzten Monaten sind neun Todesfälle bekannt geworden, die in Verbindung mit E-Zigaretten stehen. Als erster Staat der USA hat Massachusetts deswegen den Verkauf von E-Zigaretten und deren Zubehör untersagt. Gouverneur Charlie Baker verhängte am Dienstag den Gesundheitsnotstand wegen der potenziellen Gefahren durch E-Zigaretten und ordnete das Verkaufsverbot an. Es ist allerdings zunächst auf vier Monate begrenzt und damit bis zum 25. Januar gültig. Bereits im Juni hatte auch die kalifornische Metropole San Francisco ein solches Verbot verhängt.

Hersteller Juul setzt Werbung aus

Mit der Kritik an E-Zigaretten wächst auch der Druck auf die Hersteller der Produkte. Der E-Zigaretten-Hersteller Juul hat deswegen nun personelle Veränderungen angekündigt. Am Mittwoch gab das Unternehmen bekannt, dass es seinen Chef Kevin Burns entlassen wird. Ersetzen wird ihn K. C. Crosthwaite, der bisher als Manager von dem Tabakriesen Altria (Marlboro) tätig war. Das Start-up aus San Francisco steht wegen zweifelhafter Methoden bei der Vermarktung von E-Zigaretten an Jugendliche massiv in der Kritik und im Fokus von Ermittlungen verschiedener US-Behörden. Parallel zu dem Wechsel an der Führungsspitze ändert das Unternehmen außerdem seine Marketingstrategie: Juul wird seine gesamte Werbung in Fernsehen, Print und im Netz vorerst einstellen.

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Mehr als 530 Krankheitsfälle in den USA

Nach Angaben des Disease Control Center (DCC) sind inzwischen mehr als 530 Krankheitsfälle bekannt, die auf den Konsum von E-Zigaretten zurückzuführen sind. Allein im US-Staat Massachusetts gibt es nach Angaben der Regierung von Gouverneur Charlie Baker 61 Verdachtsfälle. Der Gouverneur sprach deswegen von einem Gesundheitsnotstand.

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Ein besonderer Dorn im Auge ist der US-Regierung, dass vor allem viele Jugendliche E-Zigaretten rauchen. Diese konsumieren häufig aromatisierte E-Zigaretten, die süßliche oder nach Menthol schmeckende Stoffe enthalten. US-Präsident Donald Trump kündigte deswegen vor zwei Wochen ein Verbot für aromatisierte E-Zigaretten an, das derzeit ausgearbeitet wird. Die Staaten Michigan und New York haben den Verkauf von aromatisierten E-Zigaretten bereits verboten. Kunden können somit in New York nur noch die Geschmacksrichtungen Menthol und Tabak kaufen, in Michigan gibt es keine Ausnahmen.

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Regulierungen auch in Deutschland

Auch in Deutschland wächst die Kritik an E-Zigaretten. Erst vergangene Woche hatte ein Gericht dem Hersteller Juul bis auf Weiteres untersagt, seine Kartuschen ohne Elektrosymbol auf dem Plastikgehäuse in Deutschland zu vertreiben, wenn deren Nikotingehalt von dem auf der Verpackung angegebenen Nikotingehalt abweicht oder wenn auf der Kartusche das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne für die Entsorgung von Elektronikschrott fehlt.

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