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Drostens Appell: Wie ein „Kontakttagebuch“ bei der Virusbekämpfung helfen kann

  • Schon seit Wochen appelliert der Virologe Christian Drosten an Menschen in Deutschland, ein Kontakttagebuch zu führen.
  • Der Virologe schlug im NDR-Podcast vor, beispielsweise jeden Abend ins Smartphone die Aktivitäten und Kontakte aufzuschreiben.
  • Dadurch lasse sich die Fallverfolgung verbessern – und Menschen würden sich klarmachen, welche Situationen sie vermeiden sollten.
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Deutschland hat gut und schnell reagiert, als die Covid-19-Epidemie das Land erreichte, sagte der Virologe Christian Drosten Anfang August in der „Zeit“. Gleichwohl warnte er: „Jetzt aber laufen wir Gefahr, unseren Erfolg zu verspielen.“ Gut anderthalb Monate später steigen die täglichen Neuinfektionen in Deutschland rasant an und kletterten am Freitag auf einen Höchstwert (Stand 17.10., 11 Uhr) von fast 8000 Infektionen binnen 24 Stunden. Um gut und gesund durch den kalten Herbst und Winter zu kommen, empfahl Drosten im Podcast „Coronavirus-Update“ vom „Norddeutschen Rundfunk (NDR)“, dass „jeder Bürger ein Cluster-Kontakttagebuch führen sollte“.

Kontakttagebuch: Aktivitäten und Kontakte der vergangenen Tage besser nachvollziehen

Doch was hat es mit diesem Appell auf sich? Der Virologe sieht in der Idee den Vorteil, dass sich Menschen besser an Aktivitäten und Kontakte in den vergangenen Tagen erinnern können. Denn vielen Covid-19-Infizierten falle es schwer, die Aktivitäten und Kontakte der jüngeren Vergangenheit zu nennen. Ein Kontakttagebuch erleichtere auch die Verfolgung der Infektionsketten durch die Gesundheitsämter. Möglicherweise lasse sich auch die Fallverfolgung verbessern.

Der zweite Effekt sei, „dass sich alle Leute in der Gesellschaft im Alltag mehr klarmachen würden, dass sie immer mal in solche Situationen reingeraten und dass sie diese Situation in Zukunft vermeiden, weil sie dafür empfindlicher und sensibler werden“, sagte Drosten im Podcast.

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Drosten ruft zur aktiven Teilnahme an der Virusbekämpfung auf

Der Virologe schlug vor, beispielsweise jeden Abend ins Smartphone, in den Notizblock oder auch auf einen Papierzettel die Kontakte und Aktivitäten aufzuschreiben. Dabei geht es auch darum, Situationen zu nennen, die den Betroffenen „nicht ganz geheuer“ waren: „Also: War ich heute in einer Situation, da hatte ich das Gefühl, hier sind eigentlich zu viele Leute in einem geschlossenen Raum zusammen, zu eng beieinander, auch wenn die meisten Maske getragen haben?“, sagte Drosten. Er appellierte an Menschen in Deutschland, aktiv an der Virusbekämpfung teilzunehmen. Zum Umschalten auf einen „aktiven Teilnahmemodus“ im Umgang mit der Corona-Pandemie gehörten auch „solche Aufmerksamkeitsübungen wie das Führen eines Cluster-Kontakttagebuchs“.

Drosten schlägt bereits seit Wochen Kontakttagebuch vor

Die Idee des Cluster-Kontakttagebuchs äußerte Drosten bereits Anfang August in der „Zeit“ und auch vergangene Woche bei einer Pressekonferenz. „Durch die Fokussierung auf die Infektionsquelle wird der neu diagnostizierte Patient nämlich zum Anzeiger eines unerkannten Quellclusters, das in der Zwischenzeit gewachsen ist“, sagte er in einem Gastbeitrag. Vieles lasse sich dadurch besser nachvollziehen – etwa, wo sich der Patient eine Woche vor dem Auftreten der Symptome infiziert haben könnte. Es gelte: „Der Blick zurück ist wichtiger als der Blick nach vorn.“

RND/bk

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