• Startseite
  • Gesundheit
  • Drosten zu Corona in Schlachtbetrieben: Möglicher Hinweis auf schnellere Übertragung bei kalten Temperaturen

Virologe Drosten: Viele Corona-Fälle in Schlachthöfen wegen Kälte?

  • Der Charité-Virologe Christian Drosten hat sich zur Häufung von Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben geäußert.
  • Dass das Virus sich dort vergleichsweise stark ausbreite, sei möglicherweise nicht nur auf eine prekäre Wohn- und Arbeitsplatzsituation zurückzuführen.
  • Die vielen Ansteckungen könnten ein Hinweis darauf sein, dass sich das Virus bei kalten Temperaturen schneller von Mensch zu Mensch überträgt.
Anzeige
Anzeige

Weltweit infizieren sich auffallend viele Schlachthof-Mitarbeiter mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Das macht auch Christian Drosten, den Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, aufmerksam. In der aktuellen Folge seines Podcasts für den NDR sagt der ausgewiesene Experte für Coronaviren: “Man muss sich natürlich schon überlegen, ob das wirklich immer nur die prekären Wohnbedingungen der Mitarbeiter sind, also dass das alles am Wohnort stattfindet – oder ob da vielleicht noch ein anderer Faktor reinspielt.”

Ein wichtiger Faktor könne auch die Umgebungstemperatur am Arbeitsplatz sein. In den Räumen, teils in Hallengröße, herrschten kalte Temperaturen. “Ich stelle mir da schon immer mehr die Frage, ob diese hohen Übertragungsaktivitäten in Schlachthöfen nicht etwas anzeigen, was wir sonst im Winter auch weitflächig erleben werden, nämlich eben diesen Temperatureffekt.” Sprich: Wenn es kälter wird, werde wahrscheinlich auch das Coronavirus besser übertragen.

Drosten: Noch fehlen Beweise für Temperaturtheorie

Es sei aber nicht so, dass er dafür Beweise oder Daten in der Literatur gefunden hätte, gab Drosten zu. “Ich denke aber, dass man sich das jetzt schon mal anschauen muss.” Es sei aber schwierig, solche aussagekräftige Daten mittels Studien zu erheben.

Anzeige

Für den Verbraucher ist es laut Drosten im Übrigen unwahrscheinlich, sich über das Fleisch mit dem Coronavirus zu infizieren. “Das halte ich für nicht kritisch”, sagt Drosten im Podcast. Solche Viren seien nicht sonderlich stabil.

Anzeige

Auf der Oberfläche befänden sich beispielsweise proteinabbauende Enzyme, die das Virus angreifen. Werde das Fleisch dann auch noch zubereitet, sei das Virus sofort weg. “Das ist kein sehr temperaturstabiles Virus”, erklärt der Virologe.

sbu/RND


“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen